27.11.2014

Würstle: Nur frisch wirklich knackig

Schon die Vielfalt an 18 unterschiedlichen Herstellern bzw. Packungsgrößen zeugt von der Beliebtheit des „Wienerles“ – auch wenn es sich eigentlich um „Frankfurter“ handelt. Mehrere Proben waren am Tag des Mindesthaltbarkeitsdatums auffällig. 

Testergebnis Wienerle © AK, AK

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Vorsicht sollte einem an jenem Tageigentlich wurscht sein, der mit „Mindestens haltbar bis …“ angegeben ist. In drei Fällen wurden die Lebensmittelexperten des Umweltinstituts eines Besseren belehrt. Sie fanden erhöhte Keimzahlen vor. Bei Würstchen der Marke Dorfgold von Lidl sahen sie sich sogar gezwungen, „von einer Verkostung abzusehen“. Schmierige

Oberfläche, säuerlicher Geruch – klare Hinweise darauf, dass der „Verderbnisprozess“ eingesetzt hatte (siehe Tabelle). Ein Bääh!-Würschtle statt „Krähwürschtle“ …

Die AK Vorarlberg hatte in insgesamt 26 Geschäften in Vorarlberg abgepackte Frankfurter gekauft, den Richtlinien entsprechend sofort gekühlt und dann dem Umweltinstitut übergeben. Dort wurde exakt zum Mindesthaltbarkeitsdatum der hygienische/mikrobiologische Zustand festgestellt. Oder als Frage formuliert: Waren sie an diesem Tag unbedenklich genießbar oder nicht?

Ja, drei wertgemindert

Wertgemindert im Sinne des Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetzes ist ein Lebensmittel dann, wenn es nach der Herstellung, ohne dass eine weitere Behandlung erfolgt ist, eine Minderung an wertbestimmenden Eigenschaften erfahren hat.  Für den menschlichen Verzehr ungeeignet oder gar gesundheitsschädlich sind diese Proben aber nicht.

„Lebensmittel sollten aber grundsätzlich nicht ungesehen verzehrt werden“, rät AK-Konsumentenberaterin Sandra Leichte BBA, „machen Sie auf jeden Fall den Riechtest, oder essen Sie Frankfurter am besten gekocht.“ Lediglich bei zwei Produkten finden sich entsprechende Koch-Hinweise.

Hersteller nützen Spielraum

Nicht überprüft wurde im AK-Test die Zusammensetzung der Würstchen. Das Lebensmittelrecht lässt Spielraum zu. Den nützen die industriellen Hersteller: In 14 von 18 Erzeugnissen ist auch Rindfleisch enthalten. Mischungen sind laut „Lebensmittelbuch“ erlaubt (siehe auch Kasten). Der Fleischanteil, durchaus ein Qualitätsmerkmal, schwankt zwischen 58 und 84 Prozent. Er hat interessanterweise wenig Einfluss auf den Preis. Dieser reicht von 56 Cent bis 1,66 Euro pro 100 Gramm.

Sehr groß ist außerdem die Bandbreite des Fettgehaltes: Mit einer Ausnahme ist er zweistellig. Der Spitzenwert ist 28 Prozent. Frankfurter kommen in unschuldigem Rosa daher - Schlankmacher sind sie deshalb noch lange nicht.

Regelmäßig nach bestimmten Intervallen ziehen auch die amtlichen Lebensmittelkontrolleure in Vorarlberg von sich aus bei Produzenten und Metzgereien Proben. Sie kamen dieses Jahr zu einem ähnlichen Ergebnis. Von zwölf bisher untersuchten Wiener und Frankfurter Würstchen mussten zwei Proben als „wertgemindert“ beanstandet werden.

Frankfurter oder Wiener?

Erfinder der beliebtesten Würstchen der Österreicher war der Fleischhauer Johann Georg Lahner. Er kam um 1800 von Frankfurt nach Wien und verfeinerte die traditionelle Rezeptur aus seiner Heimat, indem er für seine „Wiener Würstchen“ das Schweinebrät mit Rindfleisch aufbesserte.

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