Was ist ein Kre­dit­ver­mitt­ler?

Ein Kreditvermittler vermittelt ein Kreditinstitut, das dem Kreditwerber Kredit gewährt. Kurz gesagt: er vermittelt eine Bank.

Üblicherweise zahlt sich der Weg zum Kreditvermittler für den durch­schnitt­lich­en Kreditkunden auf Grund der Provisionen nicht aus. Sinnvoller ist es, selbst bei den Banken nachzufragen und mehrere Angebote ein­zu­hol­en. Wurde die Kreditgewährung von mehreren Banken bereits abgelehnt, stellt sich die Frage, ob die Sorge der Bank über bevorstehende Zahlungsprobleme nicht zu Recht besteht. In diesem Fall sollten Sie sich an die Schuldnerberatung wenden und nicht an einen Kreditvermittler.

Schuldnerberatung

Ein Kreditvermittler darf keine Schuldnerberatung anbieten. Er sollte Ihnen nahe legen, eine Schuldnerberatung aufzusuchen. Weiters darf der effektive Jahreszinssatz des neuen Kredites (inkl. Provision des Vermittlers) nicht höher sein als der bereits bestehende Kredit. Hinweis: Die Schuldnerberatung bietet verschuldeten Einzelpersonen, Familien und Haushalten Hilfe zur Selbsthilfe an, um die Ver- bzw. Überschuldung zu beseitigen oder zu verringern. Nähere Informationen finden Sie auf dem Webportal der Schuldenberatungen in Österreich.

Provision

Der Kreditvermittler darf maximal fünf Prozent der vertraglich vereinbarten Kreditsumme (ohne Zinsen) verrechnen. Natürlich ist die Höhe der Provision verhandelbar. Vorsicht: Zur Provision des Vermittlers kommen noch Be­arbeit­ungs­ge­bühren der Bank oder die Prämie der von der Bank verlangten Ab­lebens­ver­sicherung hinzu. 

Anspruch auf Provision: Ein Anspruch auf Provision besteht nur bei er­folg­reich­em Abschluss – das heißt, dass ein Kreditvertrag abgeschlossen wurde bzw. eine Kreditzusage der Bank vorliegt. Die Provision wird auch dann fällig, wenn die Zusage der Bank vom Kreditkunden nicht in Anspruch genommen wird.

Keine Provision darf verrechnet werden, wenn die Kreditbedingungen (z.B. Zinssatz, Ratenhöhe) nicht mit den Bedingungen im Vermittlungsauftrag über­ein­stimmen. Häufig gibt es Probleme mit Vermittlern, wenn eine Kon­ven­ti­on­al­strafe in Höhe der Provision vereinbart wurde, wenn falsche oder un­zu­reich­ende Angaben des Kunden dazu führen, dass kein Kredit zu Stande kommt.

Das muss der Kreditvermittlungsauftrag ent­halt­en

Der Kreditvermittlungsauftrag muss schriftlich erfolgen und folgende Angaben enthalten, ansonsten ist er ungültig: 

  • der Auftrag muss ausdrücklich auf die Vermittlung eines Kredites lauten
  • Nettokredithöhe
  • Gesamtbelastung
  • effektiver Jahreszinssatz
  • Anzahl, Höhe und Fälligkeit der Raten
  • Höchstprovision des Kreditvermittlers und höchstmögliche Ge­samt­be­last­ung (gegliedert in Kreditbelastung und Provision)
  • spätester Zeitpunkt für das Vorliegen der Kreditzusage
  • Kreditlaufzeit
  • Kreditsicherheiten (z.B. Bürgschaft, Versicherung, Lohn- und Ge­halts­ver­pfänd­ung)
  • Zinsgleitklausel

Gültigkeit des Alleinkreditvermittlungsauftrages

Der Kreditvermittlungsauftrag kann nur befristet auf die Dauer von höchstens vier Wochen abgeschlossen werden. Die Frist beginnt zu laufen, wenn alle nachzuweisenden Voraussetzungen (z.B. Gehaltsbestätigung, Bürg­schafts­er­klär­ung) beim Vermittler eingelangt sind.

AK Tipps

  • Für Kreditkunden mit angemessener Bonität zahlt sich der Weg zum Kre­dit­ver­mittler nicht aus. Denn die (fast) durchwegs verlangte Provision von fünf Prozent verteuert den Kredit beträchtlich.

  • Ein Kreditvermittler darf keine Schuldnerberatung anbieten. Wenn Sie sich wegen einer Umschuldung an einen Kreditvermittler wenden, so hat er Sie auf die Möglichkeit einer gemeinnützigen Schuldnerberatung hinzuweisen.

  • Der Kreditvermittlungsauftrag muss schriftlich erfolgen und folgende An­gab­en enthalten, sonst ist er ungültig: der Auftrag muss ausdrücklich auf die Ver­mittlung eines Kredites lauten, Nettokredithöhe, Gesamtbelastung, ef­fek­tiver Jahreszinssatz, Anzahl, Höhe und Fälligkeit der Raten, Höchstprovision des Kreditvermittlers und höchstmögliche Gesamtbelastung, spätester Zeit­punkt für das Vorliegen der Kreditzusage, Kreditlaufzeit, Kreditsicherheiten, Zinsgleitklausel.

  • Der Kreditvermittlungsvertrag kann nur befristet auf die Dauer von höchs­tens vier Wochen abgeschlossen werden.

  • Der Kreditvermittler hat einem Kreditwerber auf dessen Verlangen einen Entwurf des abzuschließenden Kreditvermittlungsauftrages kostenlos aus­zu­händigen.

  • Lesen Sie den Kreditvermittlungsauftrag genau durch. Unterschreiben Sie nicht, wenn es noch Unklarheiten gibt.

  • Ein Anspruch auf Provision besteht nur bei erfolgreichem Abschluss.

  • Keine Provision darf verrechnet werden, wenn die Kreditbedingungen nicht mit den Bedingungen im Vermittlungsauftrag übereinstimmen.

  • Achtung Kostenfalle: Zur gesetzlich maximal möglichen Höchstprovision des Vermittlers von fünf Prozent kommen noch Bearbeitungsgebühren der Bank oder die Prämie der von der Bank verlangten Ablebensversicherung hinzu.