Nahrungsergänzung: Brauche ich das wirklich?
Wer sich abwechslungsreich ernährt und gesund ist, braucht in der Regel keine Nahrungsergänzungsmittel. Vitamine, Mineralstoffe und andere Nährstoffe lassen sich meist über normale Lebensmittel aufnehmen. Nahrungsergänzungsmittel können in bestimmten Lebenssituationen sinnvoll sein – dann aber möglichst gezielt und nach fachlicher oder ärztlicher Beratung.
Hier haben wir die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst.
Ausführliche Infos finden Sie in unserer Broschüre.
Was sind Nahrungsergänzungsmittel?
Nahrungsergänzungsmittel gibt es zum Beispiel als Tabletten, Kapseln, Pulver oder Flüssigkeiten. Sie können unter anderem Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Ballaststoffe, Pflanzenstoffe oder Omega-3-Fettsäuren enthalten.
Wichtig
Brauche ich Nahrungsergänzungsmittel?
Für gesunde Erwachsene gilt grundsätzlich: Eine abwechslungsreiche Ernährung kann den Nährstoffbedarf decken. Dass einzelne Zufuhrempfehlungen nicht jeden Tag erreicht werden, bedeutet noch nicht, dass ein Mangel besteht.
Eine gezielte Ergänzung kann aber sinnvoll sein, zum Beispiel bei:
- bestimmten Lebensmittelallergien oder -unverträglichkeiten
- einer langfristig sehr einseitigen Ernährung oder Reduktionsdiät
- veganer Ernährung
- längerer Einnahme bestimmter Medikamente
- Schwangerschaft und Stillzeit
- höherem Alter
- bestimmten ärztlich festgestellten Nährstoffmängeln
Lassen Sie in diesen Fällen abklären, welchen Nährstoff Sie tatsächlich brauchen und in welcher Menge.
WICHTIG
Brauche ich Nahrungsergänzung in der Schwangerschaft?
Bei Kinderwunsch und während der Schwangerschaft steigt der Bedarf an bestimmten Nährstoffen.
Die Broschüre empfiehlt insbesondere:
- Folsäure: Bei Kinderwunsch und in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten werden zusätzlich 400 Mikrogramm Folsäure genannt.
- Vitamin D: Eine Ergänzung kann nach ärztlicher Abklärung sinnvoll sein.
- Eisen: Nur ergänzen, wenn eine Blutuntersuchung eine Unterversorgung zeigt.
- Omega-3-Fettsäuren: Eine Ergänzung kann für Schwangere in Betracht kommen, die keinen Meeresfisch essen oder Rapsöl nicht regelmäßig verwenden. Vor der Einnahme empfiehlt die Broschüre eine frauenärztliche Beratung.
Worauf muss ich bei veganer Ernährung achten?
Bei rein pflanzlicher Ernährung sind einige Nährstoffe schwieriger abzudecken. Die Broschüre nennt insbesondere:
- Vitamin B12 und B2
- Vitamin D
- Eisen
- Kalzium
- Jod
- Zink
- Omega-3-Fettsäuren
Wenn Sie sich dauerhaft vegan ernähren, sollten Sie die Versorgung mit kritischen Nährstoffen regelmäßig überprüfen lassen. Besonders bei Vitamin B12 sollten Sie ärztlich klären, ob eine Ergänzung notwendig ist.
Welche Präparate sollte ich nicht einfach auf Verdacht nehmen?
Vitamin D
Vitamin D zählt laut Broschüre zu den kritischen Nährstoffen. Eine Ergänzung kann sinnvoll sein, sollte aber nach ärztlicher Abklärung erfolgen. Das gilt besonders für ältere Menschen sowie Schwangere und Stillende.
Eisen
Nehmen Sie Eisen nicht vorsorglich ein. Für Risikogruppen kann eine Ergänzung sinnvoll sein, ein möglicher Mangel sollte jedoch vorher durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden. Zu viel Eisen kann Nebenwirkungen verursachen und die Aufnahme anderer Mineralstoffe beeinflussen.
Jod
Wenn Sie jodiertes Speisesalz verwenden, regelmäßig Fisch essen und Lebensmittel mit Jodsalz bevorzugen, sind Jodtabletten laut Broschüre normalerweise nicht nötig.
Nehmen Sie Jodpräparate nicht auf eigene Faust ein. Eine zu hohe Zufuhr kann gesundheitliche Folgen haben.
Magnesium
Magnesium ist weder ein „Anti-Stress-Mittel“ noch automatisch ein Leistungsbooster. Eine zusätzliche Einnahme beseitigt Stress nicht und steigert nicht von selbst die Leistungsfähigkeit.
Vitamin C
Vitamin C ist für das Immunsystem wichtig. Hoch dosiertes Vitamin C schützt laut Broschüre aber nicht vor Erkältungen. Für die meisten Menschen sind Vitamin-C-Präparate nicht notwendig.
Sind Ballaststoffpräparate sinnvoll?
Greifen Sie zuerst zu ballaststoffreichen Lebensmitteln wie:
- Vollkornprodukten
- Hülsenfrüchten
- Gemüse und Salat
- Obst
- Naturreis
Isolierte Ballaststoffe haben nicht immer dieselben positiven Eigenschaften wie Ballaststoffe in normalen Lebensmitteln. Größere Mengen können außerdem Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall verursachen und teilweise die Aufnahme von Mineralstoffen beeinträchtigen.
Wenn Sie Ballaststoffpräparate verwenden, trinken Sie ausreichend dazu. Sonst kann es zu Verstopfung kommen.
Brauche ich Fischöl oder Omega-3-Kapseln?
Meist lässt sich die Versorgung über Lebensmittel verbessern. Die Broschüre empfiehlt vor allem Raps-, Walnuss- und Leinöl sowie fettreichen Meeresfisch.
Fischölpräparate können in bestimmten Fällen sinnvoll sein, etwa bei Menschen, die keinen Fisch essen. In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte eine Einnahme fachlich abgeklärt werden. Eine unkontrollierte Einnahme von Fischölpräparaten kann zu einer Überversorgung führen.
Ist „Functional Food“ eine gesündere Alternative?
Mit Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen, Probiotika oder anderen Stoffen angereicherte Lebensmittel werden oft mit einem gesundheitlichen Zusatznutzen beworben.
Sie ersetzen aber keine ausgewogene Ernährung. Auch angereicherte Getränke, Frühstücksprodukte oder andere Lebensmittel können unnötig sein – und bei hoher Zufuhr sogar zu einer Überversorgung beitragen.
GUT ZU WISSEN
Vorsicht bei angeblichen Wundermitteln
Seien Sie skeptisch, wenn ein Nahrungsergänzungsmittel außergewöhnliche Wirkungen verspricht – etwa Entgiftung, Anti-Aging, Gewichtsverlust, mehr Leistung oder Schutz vor Krankheiten.
Die Broschüre warnt unter anderem vor:
- überzogenen Versprechen für Pflanzenpulver und „Superfoods“
- hoch dosierten Antioxidantien
- ungezielter Kombination vieler Wirkstoffe in Multipräparaten
- bestimmten Algenpräparaten mit möglicherweise hohem Jodgehalt
- Produkten unbekannter Herkunft aus dem Internet
- möglichen Verunreinigungen mit Keimen, Pestiziden, Schwermetallen oder nicht erlaubten Substanzen.
Auch Multipräparate sind nicht automatisch besser. Hoch dosierte Kombinationen von Antioxidantien werden teilweise als Schutz vor Alterung oder Krankheiten beworben. Laut Broschüre bestätigen große Studien diese Versprechen nicht; hoch dosierte Präparate können sogar mehr schaden als nutzen.
Woran erkenne ich unseriöse Angebote?
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Verkäufer:innen:
- Ihnen einen Nährstoffmangel ohne seriöse Untersuchung diagnostizieren
- Nahrungsergänzungsmittel als Heilmittel anbieten
- mit Angst oder angeblich „nährstoffarmen Lebensmitteln“ werben
- Sie zum Kauf teurer Produktpakete drängen
- empfehlen, verordnete Medikamente abzusetzen
Setzen Sie niemals Medikamente wegen eines Nahrungsergänzungsmittels ab. Nahrungsergänzungsmittel können Krankheiten nicht ersetzen oder heilen.
Was kann ich tun, bevor ich ein Präparat kaufe?
- Prüfen Sie zuerst Ihre Ernährung. Oft lässt sich die Versorgung durch eine abwechslungsreichere Lebensmittelauswahl verbessern.
- Klären Sie einen vermuteten Mangel ab. Besonders bei Eisen, Vitamin D oder anderen gezielt eingesetzten Präparaten ist eine fachliche bzw. ärztliche Beurteilung sinnvoll.
- Ergänzen Sie gezielt statt nach dem Gießkannenprinzip. Nehmen Sie nicht mehrere hoch dosierte Präparate auf Verdacht.
- Halten Sie sich an die empfohlene Menge.
- Seien Sie bei Heilungs- und Wunderversprechen skeptisch.
Qualifizierte Beratung erhalten Sie laut Broschüre unter anderem bei Ernährungswissenschafter:innen, Diätolog:innen und Ärzt:innen.
Kurz gesagt
Links
Kontakt
Kontakt
Hotline
Konsumentenberatung
Telefon +43 (0)50 258 3000
oder 05522 306 3000
Telefonischer Kontakt
von Montag bis Donnerstag von 8 bis 12 und 13 bis 16 Uhr sowie
am Freitag von 8 bis 12 Uhr
Für persönliche Beratungen bitten wir um vorherige Terminvereinbarung.