Handel: Arbeiten in der Weihnachtszeit

Das "Arbeiten in der Weihnachtszeit" ist für Handelsangestellte genau geregelt, es gelten einige Sonderbestimmungen.

Arbeiten an den "Einkaufs­samstagen" 

Was sagt das Gesetz?

  • An den 4 Samstagen vor dem 24. Dezember dürfen die Geschäfte bis 18 Uhr offen halten. Das sind heuer der 28.11., 5.12., 12.12. und der 19.12. 
  • Aufgrund der Covid-19 Sonderbestimmungen zu den Öffnungszeiten dürfen die Geschäfte am 12.12. und am 19.12. bis 19 Uhr offenhalten und MitarbeiterInnen beschäftigen.
  • Die Regelung, dass jeder 2. Samstag frei sein muss, gilt nicht für diese Einkaufssamstage vor Weihnachten. Sie können also an allen 4 Samstagen eingesetzt werden.
  • Für Lehrlinge unter 18 Jahren sind Überstunden verboten.

Wie viel bekommen Sie für Ihre Arbeit?

Wie viel Sie für die Arbeit an den Adventsamstagen bezahlt bekommen müssen, hängt von Ihrer Arbeitszeit-Einteilung an den übrigen Samstagen im Jahr ab. 

  • Wenn Sie von Jänner bis November im Monat öfter als einen Samstag nach 13 Uhr gearbeitet haben, dann bekommen Sie an den 4 Adventsamstagen ab 13 Uhr Überstunden mit 100 Prozent Zuschlag - egal, ob Sie vollzeit-, teilzeit- oder geringfügig beschäftigt sind oder ob Sie grundsätzlich nur samstags arbeiten.
  • In allen anderen Fällen haben Sie Anspruch auf Überstundenzuschläge nur dann, wenn Sie entweder die für den Tag vereinbarte Normalarbeitszeit oder die wöchentliche Normalarbeitszeit überschritten haben.

Zeitausgleich statt Geld?

Wollen Sie für Ihre geleisteten Überstunden lieber Zeitausgleich nehmen, dann müssen Sie dies mit Ihrer Arbeitgeberin/Ihrem Arbeitgeber im Vorhinein vereinbaren. 2 Varianten stehen zur Auswahl:

  1. Sie nehmen für jede gearbeitete Stunde frei und lassen sich nur den Zuschlag auszahlen.
  2. Sie nehmen sich für jede gearbeitete Stunde im entsprechenden Verhältnis frei. Für eine 100prozentige Überstunde erhalten Sie 2 Stunden Freizeit.

Was gilt am Weihnachtstag und am Silvestertag?

  • Für den Weihnachts- und Silvestertag gibt es spezielle Regelungen:
    Am 24. Dezember endet die Normalarbeitszeit um 13 Uhr.
    Am 31. Dezember endet die Normalarbeitszeit um 17 Uhr.

    Ausnahmen:
    Ausnahmen gelten für den Verkauf von Christbäumen, Süßwaren und Naturblumen und am 31. Dezember zusätzlich für den Verkauf von Feuerwerkskörpern und Lebensmitteln.
     
  • Die ausgefallenen Stunden (wenn Sie sonst an diesen Tagen länger arbeiten würden) müssen entlohnt werden.

  • Arbeiten Sie am 24.12. tatsächlich nach 13 Uhr beziehungsweise am 31.12. nach 17 Uhr, dann sind dies Überstunden und auch als solche abzugelten.

Arbeiten am Sonntag

Die Arbeit an Sonntagen ist durch das Arbeitsruhegesetz grundsätzlich verboten. Der Sonntag ist daher auch rund um Weihnachten arbeitsfrei – bis auf ganz wenige Ausnahmen (z.B. Bahnhofsgeschäfte). 

Arbeiten am 8. Dezember

Was sagt das Gesetz? 

  • Die Arbeit am 8. Dezember ist freiwillig, die Chefin/der Chef darf Sie dazu nicht zwingen.
  • Wenn Sie am 8. Dezember frei haben wollen, brauchen Sie keinen Grund dafür anzugeben.
  • Aufgrund der Ausnahmesituation der Covid-Krise muss Ihnen die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber bis 4. Dezember Bescheid gegeben haben, ob das Geschäft am 8. Dezember geöffnet ist und ob Sie als Arbeitnehmerin/Arbeitnehmer eingesetzt werden sollen.
  • Unabhängig von dieser Sonderregelung und der kurzen Frist haben sie weiterhin das Recht die Beschäftigung am 8. Dezember abzulehnen.
  • Wegen der Weigerung, am 8. Dezember zu arbeiten, dürfen Sie nicht benachteiligt werden. Eine Kündigung aus diesem Grund kann vor Gericht angefochten werden.
  • Angestellte und Lehrlinge dürfen an diesem Tag im Jahr 2020 zwischen 9 Uhr und 19 Uhr nur folgende Arbeiten leisten: Warenverkauf, Kundenberatung bzw. Kundenbedienung und Tätigkeiten, die damit in Zusammenhang stehen.
  • Vor 9 Uhr und nach 19 Uhr sind nur die unbedingt notwendigen Vor- und Abschlussarbeiten erlaubt.

Wie viel ist die Feiertagsarbeit wert?

  • Der 8. Dezember fällt heuer auf einen Dienstag. Es gilt die Feiertagsregelung.
  • Ihre Arbeitgeberin/Ihr Arbeitgeber muss Ihnen für den Feiertag das laufende Entgelt (Grundgehalt, Zulagen etc.) bezahlen – egal, ob Sie arbeiten oder nicht.
  • Aufgrund der Ausnahmesituation der Covid-Krise muss Ihnen die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber bis 4. Dezember Bescheid gegeben haben, ob das Geschäft am 8. Dezember geöffnet ist und ob Sie als Arbeitnehmerin/Arbeitnehmer eingesetzt werden sollen.
  • Unabhängig von dieser Sonderregelung und der kurzen Frist haben sie weiterhin das Recht die Beschäftigung am 8. Dezember abzulehnen.
  • Arbeiten Sie auch sonst am Dienstag, dann wird die Arbeit zusätzlich zum Feiertagsentgelt mit dem Normalstundenlohn abgegolten.
  • Die Arbeitszeit von 18:00 bis 19:00 Uhr gilt aber ausnahmslos als Überstunde und ist mit einem Zuschlag von 100 Prozent abzugelten.
  • Für Vollzeitbeschäftigte gilt: Arbeiten Sie am 8. Dezember, obwohl Sie sonst am Dienstag frei haben, dann erhalten Sie zusätzlich zum Feiertagsentgelt Überstunden mit 100 Prozent Zuschlag.
  • Bei Lehrlingen gilt: Arbeitsleistungen am Feiertag sind auf Basis des niedrigsten Angestelltengehaltes zu berechnen.
  • Die Entlohnung für den Feiertag muss spätestens mit der Abrechnung zum 31. Jänner 2021 erfolgen.

Wird mir der verlorene Feiertag ersetzt?

Für die Arbeit am 8. Dezember steht Ihnen neben der Bezahlung des Feiertagsentgelts und der tatsächlich geleisteten Stunden auch noch Ersatzfreizeit zu – und zwar in folgendem Ausmaß:

  1. Arbeiten Sie bis zu fünf Stunden, bekommen Sie fünf Stunden Zeitausgleich.
  2. Arbeiten Sie mehr als fünf Stunden, bekommen Sie zehn Stunden Zeitausgleich.

Wann Sie sich diesen Zeitausgleich nehmen, müssen Sie sich mit der/dem Vorgesetzten ausmachen. Sie müssen ihn bis spätestens 31. März 2021 in Anspruch genommen haben.

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