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Arbeitszeit

In vielen Arbeitsverträgen finden sich Bestimmungen und Klauseln, in denen die Verpflichtung zur Leistung von Mehr-oder Überstunden vorgesehen ist. Vielfach behalten sich ArbeitgeberInnen vor, die Arbeitszeiteinteilung festzulegen oder nachträglich zu ändern.

Solche Regelungen sind zulässig, aber an Voraussetzungen gebunden. Sie sind zur Mehr- bzw Überstundenarbeit nur dann verpflichtet, wenn keine „berücksichtigungswürdigen“ Interessen entgegenstehen. Solche speziellen Interessen wären z.B. Kinderbetreuungspflichten, Ausbildungen, oder auch ganz einfach spezielle Erholungsbedürfnisse. Es ist daher bei der Frage, ob Sie verpflichtet sind, Mehr- oder Überstunden zu leisten, immer im Einzelfall abzuwägen, ob Ihre Interessen oder die Ihres Arbeitgebers höher zu werten sind.

TIPP

Verhandeln Sie immer sachlich und legen Sie Ihre persönlichen Interessen klar.

Überstunden und Mehrstunden

Überstunden sind grundsätzlich alle Stunden, die über einen Achtstundentag oder über eine 40-Stundenwoche hinausgehen. Es gibt Ausnahmen, beispielsweise bei Gleitzeitvereinbarungen oder auch dann, wenn der Kollektivvertrag abweichende Regelungen vorsieht. Überstunden sind mit 50-%igem Zuschlag zu vergüten, egal ob durch Geld oder Freizeit. Viele Kollektivverträge sehen höhere Zuschläge vor allem für Nacht-, Sonn- und Feiertagsüberstunden vor. Lesen Sie nach – ein Kollektivvertrag muss bei Ihnen im Betrieb aufliegen!

Mehrarbeit gibt es bei Teilzeitarbeit, also wenn weniger als 40 Stunden wöchentlich gearbeitet wird, und bei ArbeitnehmerInnen mit einer verkürzten Normalarbeitszeit aufgrund eines Kollektivvertrages, zB 38,5 Std im Handel. Die jeweilige Differenz zur gesetzlichen Normalarbeitszeit - 8 Stunden/Tag oder 40 Stunden/Woche - heißt Mehrarbeit.  

Für Mehrarbeit erhalten Sie einen Zuschlag von 25 %; haben Sie Zeitausgleich vereinbart, bekommen Sie dann den Zuschlag, wenn Sie nicht innerhalb eines Kalendervierteljahres Zeitausgleich erhalten haben. Die Vereinbarung eines anderen 3-Monatszeitraumes ist zulässig. Achtung: Der Kollektivvertrag kann abweichende Regelungen vorsehen (zB bzgl. der Zuschlagshöhe)! 

TIPP

Zeichnen Sie Ihre Arbeitszeiten auf! Nutzen Sie dazu den AK Arbeitszeitkalender oder speichern Sie Ihre Zeiten mit unserem digitalen AK Zeitspeicher, den Sie auch übers Handy nutzen können.

HINWEIS
Handschriftliche Arbeitszeitaufzeichnungen (täglich erstellt!) sind glaubwürdiger und eignen sich vor Gericht besser als Beweismittel. Nutzen Sie dafür den Vordruck Arbeitszeitaufzeichnung!

All-in-Verträge

Alles inklusive gibt es auch bei Arbeitsverträgen: All-In-Klauseln und Überstundenpauschalen sind gesetzlich erlaubt, für Sie aber selten günstig!

Überstunden

Das Einmaleins der Überstunden: Wie viele sind erlaubt? Dürfen Sie auch einmal Nein sagen? Wie viel Geld steht Ihnen zu? Was gilt beim Zeitausgleich?

Normalarbeitszeit

Acht Stunden pro Tag, 40 Stunden pro Woche – wie sie eingeteilt werden können, welche Ausnahmen bestehen und wann Ihnen Pausen zustehen.

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