Urlaubsersatzleistung

Wenn ein Arbeitsverhältnis beendet wird, muss der Arbeitgeber offenen Urlaub auszahlen (Urlaubsersatzleistung).

Offener Urlaub aus dem laufenden Urlaubsjahr ist aliquot (anteilig) auszuzahlen; bereits konsumierte Urlaubstage sind abzuziehen. Offener, nicht verjährter Urlaub aus Vorjahren ist zur Gänze auszuzahlen.

Das passiert, wenn mehr als der aliquote Urlaub konsumiert wurde?

Endet das Arbeitsverhältnis und hat ein Arbeitnehmer mehr als den aliquoten Urlaub konsumiert, muss er das Urlaubsentgelt, das er für den zuviel verbrauchten Urlaub erhalten hat nur dann zurückzahlen, wenn das Arbeitsverhältnis durch unberechtigten Austritt oder verschuldete Entlassung beendet wurde.

Die Höhe der Urlaubsersatzleistung

hängt von der Anzahl der offenen Urlaubstage sowie der Höhe des Einkommens ab.

Offener Urlaub in Werktagen =

30 Werktage (Gesamtanspruch für 1 Jahr) : 365 Kalendertage x im Urlaubsjahr zurückgelegte Kalendertage minus bereits konsumierte Urlaubstage.

Berechnung der Urlaubsersatzleistung

Urlaubsersatzleistung =

Monatsentgelt + 1/12 Urlaubszuschuss + 1/12 Weihnachtsremuneration : 26 (bei Berechnung in Werktagen) x Anzahl der oben berechneten offenen Urlaubstage.


Mit Monatsentgelt ist hier das regelmäßige Entgelt gemeint. Es enthält neben dem Monatslohn/-gehalt unter anderem auch regelmäßig geleistete Überstunden sowie Leistungsentgelte (z.B. Akkordlohn, Prämie) nach dem Durchschnitt der letzten 13 voll gearbeiteten Wochen.

TIPP

Für Arbeitnehmer, die dem Bauarbeiter-Urlaubsgesetz unterliegen, gelten dessen Bestimmungen. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Betriebsrat, bei der Gewerkschaft Bau-Holz (bei Mitgliedschaft) oder den AK-RechtsexpertInnen.