I. Vorgeschichte

Das Hauptkennzeichen und zugleich der Hauptunterschied der Vorarlberger Arbeitnehmerbewegung zu anderen Industrieregionen der österreichischen Länder lag im 19. Jahrhundert in ihrer fast vollständigen weltanschaulichen Ausrichtung und Organisiertheit nach christlich-katholischen Prinzipien. Daher nahm auch der Klerus in der Vorarlberger Arbeitnehmerbewegung eine dominierende Stellung ein; ihr bedeutendster Vertreter war Prälat Dr. Karl Drexel. Man muß sich die Frage stellen, ob es denn in Vorarlberg im 19. Jahrhundert überhaupt sozialpolitische Initiativen und Aktivitäten für die Arbeitnehmerschaft gab und von wem sie ausgingen. Für die 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die Antwort ziemlich einfach und klar. Für die Arbeit Erwachsener gab es damals noch kaum Sozialgesetze. Doch hatten einzelne Geistliche und vor allem Kreishauptmann Johann Ritter von Ebner die Schädlichkeit der Kinderarbeit erkannt, die dieser zwar nicht aufheben konnte, aber immerhin durch seine Autorität und Verordnungen zu humanisieren trachtete.

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Gasthaus zum Hof Archivbild © E.Burtscher, Feldkirch

„Für die Arbeit Erwachsener gab es damals noch kaum Sozialgesetze.“

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