Vier Kinder stützen sich auf ihre Ellbogen © GeKaSkr, depositphotos
Vier Kinder auf Ellbogen gestützt © GeKaSkr, depositphotos

Kinderbetreuungsatlas

Im Februar 2017 hat die AK Vorarlberg den österreichweit einzigartigen Online-Atlas für Kinderbetreuung ins Netz gestellt. In eineinhalb Jahren haben Interessierte 17.000 mal darauf zugegriffen. Das freut vor allem den Leiter des Bildungsbereichs der AK, Gerhard Ouschan: „Vorarlberg hat ausgezeichnete Einrichtungen mit spannenden Angeboten, und viele Gemeinden haben den Atlas der AK auch dafür genutzt, ihre Angebote noch besser zu machen.“ 

690 Einrichtungen online

Aktuell sind 690 Einrichtungen erfasst. Der AK-Atlas umfaßt neu auch Tageseltern und Schülerbetreuung. Die Datenbank wird ständig erweitert. So können bereits mit Erscheinen der November-„AKtion“ die neuesten Analysen des Betreuungsangebotes in Vorarlberg abgerufen werden. Künftig wird sofort sichtbar, wenn neue Einrichtungen ihren Betrieb aufnehmen. „Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Betreuungsatlasses ist die gute Zusammenarbeit mit den Fachstellen des Landes.“

Nicht selten greifen Menschen auf den Kinderbetreuungsatlas zu, die beabsichtigen, aus beruflichen Gründen nach Vorarlberg zu ziehen. Ouschan: „Eine inhaltliche Wertung des Angebots oder Empfehlungen für Einrichtungen finden sie dort nicht, wir geben aber gerne Unterstützung, wenn es darum geht, die richtigen Kontakte zu knüpfen.“

Für bessere Ferienbetreuung

Gegenüber der Erstanalyse im Februar 2017 hat sich viel in der Kinderbetreuung verbessert. Aus einer aktuellen Umfrage weiß die AK aber auch, dass noch sehr viel unternommen werden muss, um Familien in ihrer Situation besser zu unterstützen. 62 Prozent der Eltern mit Kindern bis sieben Jahre wünschen sich eine Verbesserung der Betreuungsangebote während der Ferien. Mit steigender Kinderzahl erhöht sich dieser Wert bis auf 73 Prozent. 
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und im Konkreten auch von Beruf und Kinderbetreuung ist nach wie vor eine wesentliche Herausforderung nicht nur für Familien, sondern auch ganz besonders für die Politik. 34,2 Prozent  der betreuten Kinder sind in Einrichtungen, die alle Kriterien des Vereinbarkeits­indikators für Familie und Beruf (VIF) erfüllen. Dieser Wert hat sich gegenüber der letzten Analyse aus dem Jahr 2016 kaum verändert. „Dieser Indikator macht Einrichtungen sichtbar, die mit einer Vollzeitbeschäftigung vereinbar sind.“ Mehr als die Hälfte der Kindergärten scheitert hier bereits an der Hürde der Schließtage, die jährlich nicht mehr als 25 betragen sollte. 

Die AK wollte von den Eltern auch wissen, ob die Kosten für Kinderbetreuung für ihre jeweilige Familiensituation belastend sind. Die Hälfte der Haushalte ist durch diese Ausgaben sehr belastet (14 Prozent) oder belastet (36 Prozent). Bei den Alleinerziehenden sind es respektable 76 Prozent.  „Mehr als ein Fünftel der Haushalte in Vorarlberg mit Kindern bis sieben Jahre sind alleinerziehend. Eine bemerkenswerte Größe, die auch für weitere Strategien in der Entwicklung der Kinder­betreuungs­angebote entsprechend berücksichtigt werden muss.“ Fast zwei Drittel der Alleinerziehenden sind berufstätig, davon mehr als die Hälfte in Vollzeit-Jobs.  „Das ist eine besondere Herausforderung für die Betroffenen und bedarf flexibler Angebote, damit die Zeit, die für das Familienleben bleibt, möglichst ohne Stress genutzt werden kann.“

Tabelle

Betreute Kinder in VIF-konformen Einrichtungen

Bundesland0 bis 5 Jahre0 bis 2 Jahre3 bis 5 Jahre
Wien93,6 %92,0 %94,4 %
Österreich47,3 %60,1 %43,6 %
Steiermark46,1 %45,0 %46,3 %
Kärnten38,1 %71,7 %30,1 %
Salzburg36,3 %40,2 %35,4 %
Tirol35,5 %49,1 %31,5 %
Vorarlberg34,2 %55,7 %28,0 %
Oberösterreich25,2 %25,4 %25,1 %
Niederösterreich22,2 %31,2 %20,0 %
Burgenland19,3 %17,1 %20,0 %

Kontakt

Bildungsabteilung
Widnau 2-4, 6800 Feldkirch
Telefon +43 (0) 50 258 4100
E-Mail bildung@ak-vorarlberg.at

Tipp

Stöbern Sie durch das Angebot der Kinderbetreuung in Vorarlberg
http://kba.ak-vorarlberg.at

Gute Ferienbetreuung ist den Eltern ein besonderes Anliegen.

Gerhard Ouschan

Leiter des AK-Bildungsbereichs

Grafik

Grafik mit Kennzahlen © Grafik

VIF-Kriterien

Die VIF-Kriterien 

  • Mindestens 45 Stunden wöchentliche Öffnungszeit, von Montag bis Freitag
  • Vier Tage pro Woche muss die Einrichtung mindestens 9,5 Stunden täglich geöffnet haben.
  • Mittagessen muss zumindest von Montag bis Donnerstag angeboten werden.
  • Höchstens 25 Betriebstage pro Jahr geschlossen.

Hinweis

Probleme regional viel besser lösbar

Vor allem kleine Gemeinden sollten nicht alles alleine stemmen müssen. Verbände würden helfen. 

„Die Städte sind gut aufgestellt, hier ist die Entwicklung gut. Was aber notwendig ist, sind verbindliche Ganztags­angebote, die nicht davon abhängig sind, dass nachmittags mindestens fünf Kinder betreut werden“, betont Ouschan. Bereits im Frühjahr 2017 hat die AK Vorarlberg bei der Veröffentlichung des Kinderbetreuungsatlasses den Verantwortlichen für Kinderbetreuung – Land und Kommunen – empfohlen, die Zukunft der Kinderbetreuung regionaler zu denken und zu lenken. 

Je kleiner die Gemeinden, desto schwerer tun sie sich mit brauchbaren Angeboten für eine Vollzeitbeschäftigung. Deshalb empfiehlt Ouschan, dass Regionen den Betreuungsbedarf ihrer Familien in einem Gesamtkonzept berücksichtigen. „Es geht nicht darum, als Bürgermeister alles stemmen zu müssen, sondern Angebote für die Einwohner der Gemeinde offerieren zu können. Egal, ob dies im Ort ist oder im regionalen Umfeld. Deshalb gilt es, die regionalen Gegebenheiten zu nützen. Dazu gehört auch der Dialog mit Firmen, die größtes Interesse haben müssten, sich an solchen Konzeptionen zu beteiligen.“ So können Gesamtkonzeptionen für eine Region entworfen werden, die neben Öffnungszeiten auch Aspekte wie einen gesunden Mittagstisch mitberücksichtigen.

Auch kleine Einrichtungen könnten davon profitieren. „Regionale Verbünde könnten hier einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass sich das Betreuungspersonal insbesondere von privat geführten Einrichtungen voll und ganz auf die Arbeit mit den Kindern konzentrieren kann und in der Bürokratie und bei der Erfüllung von Vorgaben durch Fördergeber Unterstützung erhält.“ „Wir hoffen nach wie vor, dass sich bald eine Region als Vorbild auf den Weg macht und Kinderbetreuung als Zukunftsaktie sieht. Nicht nur wegen eines Standortvorteils, der gute Kinderbetreuung zweifelsohne ist, sondern wegen des Wertvollsten, was wir haben – unserer Kinder“, unterstreicht Gerhard Ouschan. 

Grafik

Öffnungszeiten nach Beginn

Wieviele Einrichtungen öffnen bereits vor 7 Uhr? Gibt es Spielgruppen in meinem Bezirk ab 7 Uhr? Einen Überblick finden Sie in der unten stehenden Grafik.

Mit den Pfeiltasten unter der Grafik wechseln Sie zwischen alle Einrichtungen, Kindergärten, Kleinkindbetreuung und Spielgruppen. Im Kopf der Grafik wechseln Sie zwischen den Bezirken.

Grafik

Öffnungszeiten nach Ende

Wieviele Einrichtungen haben bis 18 Uhr geöffnet? Wieviele schließen bereits vor 12 Uhr?

Mit den Pfeiltasten unter der Grafik wechseln Sie zwischen alle Einrichtungen, Kindergärten, Kleinkindbetreuung und Spielgruppen. Im Kopf der Grafik wechseln Sie zwischen den Bezirken.

Grafik

Öffnungstage und -stunden

Die Mehrheit der Betreuungseinrichtungen hat 5 Tage die Woche geöffnet, 3 haben sogar 6 Tage pro Woche geöffnet mit durchschittlich 9 Stunden pro Tag.