Vier Kinder stützen sich auf ihre Ellbogen © GeKaSkr, depositphotos
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Kinderbetreuungsatlas der AK

Der Kinderbetreuungsatlas der AK (KBA) wurde seit seiner Einführung im Jahr 2017 mehr als 80.000 Mal aufgerufen. „Damit gehört dieses Online-Tool zu den wichtigsten Informationsquellen in Sachen Kinderbetreuung“, freut sich Sarah Isele aus der Bildungsabteilung der AK Vorarlberg. Einzigartig in Österreich ist dabei nicht nur die Zusammenarbeit mit der Statistik-Stelle des Landes Vorarlberg, sondern auch mit dem Fachbereich für Elementarpädagogik. „Wir erhalten alle Informationen zu Veränderungen im Angebot und können somit die Daten des Atlasses fast tagesaktuell halten“, betont Isele die Wichtigkeit dieser bereits bestens eingespielten Kooperation. Aber auch die Einrichtungen selbst wirken vorbildhaft mit, ein übersichtliches Bild zum Angebot zeichnen zu können. Alle Einrichtungen haben die Möglichkeit, den Projektbetreibern des KB-Atlasses Änderungen zu organisatorischen aber auch inhaltlichen Aspekten mitzuteilen, womit die Einbindung aller Partner gewährleistet ist. „Nach anfänglicher Skepsis haben selbst viele Städte und Gemeinden mittlerweile die Relevanz dieser Informationen erkannt“, erläutert Isele, für den die Zusammenarbeit aller relevanten Akteure in Sachen Frühe Bildung unumgänglich ist, wenn zukunftsfähiges geschaffen werden soll.

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Heißes Eisen Kinderbildung

„Das Thema Kinderbetreuung oder besser Kinderbildung ist ein heißes Eisen, dieses Thema steht im politischen Dauer-Diskurs“, ist Sarah Isele überzeugt, dass das in Ausarbeitung befindliche Kinderbildungs und -betreuungsgesetz erst mit einem zusätzlichen Bildungsplan für die Elementarpädagogik tatsächlich „ein großer Wurf“ werden kann. „Wir brauchen nicht nur klare Ziele, ausgesprochene Absichten oder Marketingstrategien, was wir dringend benötigen sind verbindliche, zeitlich und inhaltliche definierte Umsetzungsschritte“ sagt Isele, die darauf hinweist, dass im Jahr 2035 mehr als 60.000 Kindern, die bis dahin in Vorarlberg geboren werden, die Ergebnisse des Wegs zum chancenreichsten Lebensraum vor Augen liegen, beziehungsweise die Zukunft vorgeben werden. Ein heute geborenes Kind wird dann mit 14 Jahren nämlich vor einer der wichtigsten Bildungs- und Berufsplanentscheidung stehen. 


Analysen und Hintergrundinformationen

Kinderbetreuungsatlas 2022 © AK Vorarlberg

Die wichtigsten Kennzahlen, Statistiken und Basisdaten finden Sie in der aktuellen Dokumentation zum Kinderbetreuungsatlas.

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Stöbern Sie durch das Angebot der Kinderbetreuung in Vorarlberg
http://kba.ak-vorarlberg.at

AK-Studie

Frühe Bildung in Vorarlberg – Chancengerechtigkeit durch Bildung von Anfang an“

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Chancengerechtigkeit von Anfang an

In der im Juli dieses Jahres erschienenen Studie der AK Vorarlberg „Frühe Bildung in Vorarlberg – Chancengerechtigkeit durch Bildung von Anfang an“ wurden nicht nur die Problemfelder aufgezeigt, sondern auch konkrete Empfehlungen für Maßnahmen ausgesprochen, für deren Umsetzung es höchste Zeit ist.

Im letzten und diesem Jahr hat das Thema aus bekannten Gründen eine neue Brisanz erfahren, die nachhaltig zu notwendigen Veränderungen führen wird und muss. Und nicht nur aus Betreuungssicht. Denn Studien belegen auch klar, dass die Qualität der frühkindlichen Bildung, so wollen wir Betreuung künftig nennen, einen nachweislichen Effekt auf die Persönlichkeitseigenschaften bis ins Jugendalter hat. Deshalb hat die AK Vorarlberg in einer neuen Studie die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die elementarpädagogischen Einrichtungen untersucht. Die Ergebnisse stehen im Bericht „Am Wichtigsten sind die Kinder und dass es ihnen gut geht“ zur Verfügung. „Der nun vorliegende Forschungsbericht soll einen Beitrag zur Dokumentation und Analyse einer ganzen Bandbreite von Themenfeldern leisten und damit auch einen Lern- und Wissenstransfer ermöglichen, der allen Einrichtungen elementarer Bildung zugutekommt“, freut sich Sarah Isele, dass auch für dieses Projekt wiederum die Sozialwissenschafterin, Eva Häfele gewonnen werden konnte. 

Die frühe Bildung, und somit auch der Besuch einer Kindertageseinrichtung, ist mit Blick auf viele Fähigkeiten, auch nichtkognitive wie Durchsetzungsfähigkeit, Gewissenhaftigkeit oder Offenheit für Neues, besonders wichtig. Denn meistens bilden sich solche Fähigkeiten bereits früh im Lebensverlauf heraus und erleichtern das spätere Erlernen weiterer Fähigkeiten. Aus ökonomischer Sicht ist der Erwerb nichtkognitiver Fähigkeiten unter anderem für den späteren Bildungs- und Arbeitsmarkterfolg bedeutend. 

„Wir möchten Kinderbildung nicht nur auf die Betreuungszeiten und -angebote reduziert sehen“, verweist Sarah Isele auf die Wichtigkeit des Themas für die AK Vorarlberg.

 

Betreuungsquoten steigen

Die aktuellen Kinderbetreuungsquoten liegen in Vorarlberg bei 30,9 Prozent bei den 2-Jährigen und 96 Prozent bei den 3 -bis 5-jährigen Kindern. Bei den „Kleinen“ hat sich der Wert in den letzten 10 Jahren fast verdoppelt.

Laut einer aktuellen Auswertung des Kinderbetreuungsatlasses der AK Vorarlberg gab es im letzten Betreuungsjahr in Vorarlberg 468 institutionelle Betreuungseinrichtungen, davon sind 255 Kindergärten, 165 allgemeine Kinderbetreuungseinrichtungen und 48 Spielgruppen. „Für die Auswertung unseres Online-Tools greifen wir sowohl auf die Daten, die uns die Einrichtungen bekannt geben, als auch auf die Auswertung der Kindertagesheimstatistik zurück“, erläutert Isele die Grundlagen der Analyse.

Vereinbarkeitsindikator für Familien (VIF)

Besonders bedeutsam ist für die AK-Vorarlberg ist die Entwicklung der Einrichtungen, deren Betreuungsangebote eine ganztägige Beschäftigung der Eltern ermöglichen. Diese Werte bilden sich im sogenannten VIF, das ist der Vereinbarkeitsindikator für Familien, ab. Dieser Indikator wurde 2008 von der Arbeiterkammer gemeinsam mit der Statistik Austria entwickelt und wird jährlich in der Kindertagesheimstatistik ausgewiesen. 
 

Die VIF-Kriterien sind:

  • Mindestens 45 Stunden wöchentliche Öffnungszeit, von Montag bis Freitag
  • Vier Tage pro Woche muss die Einrichtung mindestens 9,5 Stunden täglich geöffnet sein, damit bei einer Vollbeschäftigung auch der Weg von Zuhause zur Betreuungseinrichtung sowie weiter zur Arbeit und retour möglich ist.
  • Mittagessen zumindest Montag bis Donnerstag
  • Die Betreuungseinrichtung darf pro Jahr höchstens 25 Betriebstage geschlossen haben

    Anmerkung: Ausgewertet wurden für den KB-Atlas der AK Vorarlberg alle Kindergärten und Kinderbetreuungseinrichtungen. Spielgruppen erfüllen aufgrund ihrer Organisationsform die Kriterien des VIF nicht.

In Vorarlberg besuchten im vergangen Berichtszeitraum 44,8 Prozent der 3-5-jährigen Kinder Einrichtungen, die diesen Kriterien entsprechen. Der bundesweite Durchschnitt beträgt hier 38 Prozent (Anm.: Ohne Wien; mit Wien: 49,3 %). „Wien wird im bundesschnitt in unserer Auswertung nicht berücksichtigt, nachdem dort aufgrund des besonderen Augenmerks der Politik auf die frühkindliche Bildung so gut wie alle Kinder in VIF-konformen Einrichtungen betreut werden“. 


Tabelle

Betreute Kinder in VIF-konformen Einrichtungen - ohne Wien

Bundesland0 bis 5 Jahre0 bis 2 Jahre3 bis 5 Jahre
Burgenland56,0 %44,3 %60,0 %
Salzburg52,9 %47,3 %54,3 %
Steiermark48,4 %43,5 %49,4 %
Vorarlberg49,4 %63,9 %44,8 %
Tirol41,0 %49,2 %38,8 %
Österreich39,5 %45,3 %38,0 %
Kärnten44,3 %72,8 %36,3 %
Niederösterreich34,1 %44,4 %31,4 %
Oberösterreich25,8 %24,1 %26,2 %

„Dieser Wert täuscht ein wenig, denn die VIF-konformen Einrichtungen konzentrieren sich in Vorarlberg auf die Städte und großen Gemeinden“, verweist Sarah Isele auf eine AK-Auswertung, die die Tagesheimstatistik nicht bietet. „Wir erheben auch, wie viele Einrichtungen tatsächlich der Lebenssituation ganztagsbeschäftigter Eltern entsprechen und hier zeigt sich, dass in Vorarlberg nur ein Viertel der Kindergärten in der Betreuung mit einer Vollzeitbeschäftigung beider Eltern oder einer Alleinerzieherin vereinbar sind“, sieht Isele großen Aufholbedarf insbesondere in den ländlichen Gebieten aber dennoch eine positive Entwicklung seit 2016, denn da waren es gerade einmal 15 Prozent. 

In 26 Vorarlberger Gemeinden gibt es zumindest einen Kindergarten, der die VIF-Kriterien erfüllt. Alleine dieser Wert zeigt wie wichtig es ist, gemeindeübergreifende Betreuungskonzepte zu entwickeln. (Anm.: insgesamt sind es 68 KG; 94 Gemeinden haben einen KG)

Zu viele Schließtage

Aber woran scheitern die Einrichtungen, wenn es um die Erfüllung der Kriterien geht? „Das größte Manko sind die Betriebszeiten. Jeder zweite Kindergarten bietet an keinem Tag die erforderliche Betreuungszeit“, erläutert Isele und weist darauf hin, dass nur 90 Kindergärten zumindest vier Tage in der Woche 9,5 Stunden geöffnet haben.  

Eine weitere Herausforderung bedeuten die Schließtage. Mehr als ein Drittel der Kindergärten schließt an mehr als 25 Tagen, ein Fünftel gar an mehr als 50 Tagen jährlich. „Gegenüber unserer ersten Auswertung vor fünf Jahren ist das bereits ein großer Fortschritt, aber noch weit von dem entfernt, was wir uns für die Familien wünschen“, verweist Isele auch auf eine repräsentative Elternbefragung aus dem Jahr 2019. 

„Die Städte sind eigentlich gut aufgestellt, hier ist die Entwicklung sehr positiv. Was aber notwendig ist, sind verbindliche Ganztagsangebote für alle Familien, die nicht davon abhängig sind, dass nachmittags mindestens fünf Kinder betreut werden“, zeichnet Isele die Realität aus der Analyse der Öffnungszeiten und Nachfragen in Einrichtungen. 

Im Sommer geschlossene Kindergärten gehören in Österreich und auch Vorarlberg hoffentlich bald der Vergangenheit an. „Traurig genug, dass ein Virus für eine längst verdiente Mehrbeachtung der frühkindlichen Bildung sorgen muss“, hofft Isele auf eine rasche strategische Entwicklung der ersten sechs Bildungsjahre. Viele Studien belegen, dass die ersten Bildungsjahre entscheidend für den gesamten Bildungsverlauf eines Menschen sind und so Isele, „gute Frühbildung auch die Defizite sozialer Herkunft auszugleichen vermag“. Dafür sind laut Isele gesamtheitliche Konzepte für die Frühbildung notwendig, die über die Diskussion der Betreuungszeiten hinausgehen müssen. Ein solches Gesamtkonzept muss als Priorität betrachtet werden und beinhaltet den Bedarf für Betreuung über die inhaltliche Ausgestaltung der frühen Bildung bis hin zu den Bedürfnissen der Kinder, „denn die sollen ja im chancenreichsten Lebensraum aufwachsen dürfen“. 

Und der Blick auf die demografische Entwicklung zeigt, dass auch für die nächsten Jahrzehnte die Geburtenentwicklung auf dem Niveau die letzten Jahre bleiben wird, appelliert Isele nachdrücklich auf eine Gesamtstrategie des Bundes und des Landes für Kinderbildung.

Grafik

Öffnungszeiten nach Beginn

Wieviele Einrichtungen öffnen bereits vor 7 Uhr? Gibt es Spielgruppen in meinem Bezirk ab 7 Uhr? Einen Überblick finden Sie in der unten stehenden Grafik.

Mit den Pfeiltasten unter der Grafik wechseln Sie zwischen alle Einrichtungen, Kindergärten, Kleinkindbetreuung und Spielgruppen. Im Kopf der Grafik wechseln Sie zwischen den Bezirken.

Grafik

Öffnungszeiten nach Ende

Wieviele Einrichtungen haben bis 18 Uhr geöffnet? Wieviele schließen bereits vor 12 Uhr?

Mit den Pfeiltasten unter der Grafik wechseln Sie zwischen alle Einrichtungen, Kindergärten, Kleinkindbetreuung und Spielgruppen. Im Kopf der Grafik wechseln Sie zwischen den Bezirken.

Grafik

Öffnungstage und -stunden

Die Mehrheit der Betreuungseinrichtungen hat 5 Tage die Woche geöffnet, 2 haben sogar 6 Tage pro Woche geöffnet mit durchschittlich 11 Stunden pro Tag.

 

Was kann der AK-Atlas?

Der Kinderbetreuungs-Atlas der AK zeigt übersichtlich das Gesamtangebot zur Kinderbetreuung in Vorarlberg.  

Auswahlmöglichkeiten

  • Typ der Einrichtung
  • Bezirk und Ort
  • Betreuungsalter
  • Gewünschte Betreuungstage und -zeiten
  • Mittagessen
  • VIF-Kriterien – Gesamt und Einzelkriterien 

Weitere interessante Analysen, Grafiken und Tabellen aus dem AK-Betreuungsatlas sowie eine aktuelle Dokumentation zur Analyse des Betreuungsangebots gibt es auf der Homepage der AK Vorarlberg. https://vbg.arbeiterkammer.at/kba

 

Forderungen der AK Vorarlberg 

(mit Verweis auf die AK-Studie: Frühe Bildung in Vorarlberg – Chancengerechtigkeit durch Bildung von Anfang an“):

AK-Studie "Frühe Bildung"


  • Elementarpädagogik: Bildungsauftrag statt Versorgungsauftrag
  • Qualitätsorientierter Bundes-Rahmenplan für Elementarpädagogik
  •  Ausbildungsoffensive für die Elementarpädagogik
  • Mehr Bundesmittel für die Länder und damit Gemeinden
  • Gesamtstrategie für das Land Vorarlberg
  • Elementarer Bildungsplan für Vorarlberg auf Grundlage eines zukunftweisenden Kinderbildungsgesetzes
  • Recht auf frühkindliche Förderung ab 2. Lebensjahr
  • Kostenlose Kinderbetreuung für alle 
  • Bedarfsplanung statt Bedarfserhebung
  • Fokus auf Qualität der Betreuung
  • Ausbau VIF-konformer Betreuung – speziell in ländlichen Gebieten
  •  Ausbau betrieblicher Kinderbildung und -betreuung
  •  Verlässliche Kinderbetreuung während der Ferienzeiten
  • Aufhebung der Betreuungssprengel; Wahlfreiheit über einen Betreuungsplatz außerhalb der Gemeinde

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Kinderbetreuungsatlas 2022 © AK Vorarlberg

Die wichtigsten Kennzahlen, Statistiken und Basisdaten finden Sie in der aktuellen Dokumentation zum Kinderbetreuungsatlas.

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Stöbern Sie durch das Angebot der Kinderbetreuung in Vorarlberg
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AK-Studie

Frühe Bildung in Vorarlberg – Chancengerechtigkeit durch Bildung von Anfang an“

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