Kinderbetreuungsgeld

Anspruchs­voraus­setzungen

  • Anspruch und Bezug von Familienbeihilfe für das Kind
  • Mittelpunkt der Lebensinteressen in Österreich
  • Rechtmäßiger Aufenthalt in Österreich
  • Auf Dauer angelegter gemeinsamer Haushalt mit dem Kind und idente Hauptwohnsitzmeldungen
  • Durchführung der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen
    (5 Untersuchungen während der Schwangerschaft und 5 Untersuchungen des Kindes)
  • Einhaltung der Zuverdienstgrenze
    (Wird sie überschritten, wird der Überschreitungsbetrag zurückgefordert - Einschleifregelung)
  • Bei getrennt lebenden Eltern zusätzlich Obsorgeberechtigung für das Kind und Bezug der Familienbeihilfe durch den antragstellenden Elternteil

Es gibt 2 Kinder­betreuungs­geld-Varianten

1. Das Kinderbetreuungsgeld-Konto

Dieses pauschale Kinderbetreuungsgeld (KBG) erhalten Eltern unabhängig von einer vor der Geburt des Kindes ausgeübten Erwerbstätigkeit.

Bezugshöhe und Bezugsdauer
Ganz egal, wie lange Kinderbetreuungsgeld bezogen wird: allen anspruchsberechtigten Eltern, steht ein gleich hoher Gesamtbetrag zur Verfügung. Dieser beträgt 12.366,20 Euro (wenn nur ein Elternteil das KBG bezieht) oder 15.449,28 Euro (wenn sich beide Elternteile den KBG-Bezug aufteilen). Zu beachten sind weiterhin Zuverdienstgrenzen.

Wer nimmt
KBG-Konto in Anspruch?
KBG Gesamt-
betrag
mögliche KBG
Bezugsdauer *)
 KBG - Tagsatz
Betrag pro Tag **)
(je nach gewählter Bezugsdauer)
1 Elternteil 12.366,20 Eurovon 365 Tage
(12 Monate)
...
bis 851 Tage
 (28 Monate)
 
max. 33,88 Euro
...
mind. 14,53 Euro
2 Elternteile 15.449,28 Eurovon 456 Tage
(15 Monate)
...
bis 1.063 Tage
(35 Monate)

max. 33,88 Euro
...
mind. 14,53 Euro

  *) Die Bezugsdauer kann innerhalb dieses Rahmens selbst gewählt werden. 

**) Je kürzer das KBG bezogen wird, umso höher ist der täglich abrufbare Betrag (Tagsatz).
Die Anspruchsdauer beginnt mit dem Tag der Geburt des Kindes. Besteht Anspruch auf Wochengeld, ruht die Auszahlung des KBG für diese Zeit. Ist das Wochengeld niedriger als das KBG, wird die Differenz ausbezahlt.

Achtung

Wer das KBG kürzer als 365 Tage beziehen möchte, kann das machen. Der Tagsatz wird deshalb aber nicht höher, sondern der Rest des Geldes verfällt.


Teilung des KBG zwischen den Elternteilen

Wer sich dafür entscheidet, dass beide Elternteile KBG beziehen, sollte beachten, dass 20 Prozent der Bezugsdauer für je einen Elternteil reserviert sind und nicht auf die Partnerin/den Partner übertragen werden können. Die restliche Zeit kann frei zwischen beiden Elternteilen aufgeteilt werden.
Beispiel:
Beispiel KBG-Bezugsdauer
20 % Partneranteil
kürzeste Bezugsvariante:      456 Tage
 91 Tage
=    3 Monate
längste Bezugsvariante:   1.063 Tage
212 Tage
=     7 Monate
Die Eltern können sich beim Bezug des KBG 2 Mal abwechseln (= Aufteilung auf 3 Blöcke). Die Mindestbezugsdauer beträgt dabei 61 Tage pro Block. Nimmt ein Elternteil überhaupt nur 61 Tage in Anspruch, verfallen die darüber hinausgehenden Tage des nicht übertragbaren Anteils (in der kürzesten Variante also zumindest 30 Tage).

Aus Anlass des erstmaligen Wechsels des KBG-Bezuges, können beide Elternteile bis zu 31 Tage gleichzeitig KBG beziehen. Die Anspruchsdauer verkürzt sich dann um diese Tage.

Änderung der Bezugsdauer
Die mit dem Antrag festgelegte Bezugsdauer kann bei jedem Kind 1 Mal geändert werden. Der Änderungsantrag ist spätestens 91 Tage vor Ablauf der ursprünglich beantragten Bezugsdauer möglich. Die Österreichische Gesundheitskasse berechnet dann einen neuen Tagesbetrag. Die Eltern werden so gestellt, als hätten sie von Anfang an diese geänderte Variante mit dieser Dauer und diesem Tagesbetrag gewählt. Durch die Änderung kann sich ein Nachzahlungsanspruch oder aber auch eine Rückzahlungspflicht ergeben.

ACHTUNG: Da die Änderung gewissen Beschränkungen unterliegt, erkundigen Sie sich daher rechtzeitig bei Ihrem zuständigen Krankenversicherungsträger.

Wichtig

Karenz und Kinderbetreuungsgeld sind unabhängig voneinander. Mit dem KBG-Konto kann das KBG aber ohne finanzielle Verluste an die arbeitsrechtliche Karenzdauer (maximal bis zum vollendeten 2. Lebensjahr des Kindes) angepasst werden.


2. Einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld

Das einkommensabhängige (ea) Kinderbetreuungsgeld hat die primäre Funktion, jenen Eltern, die sich nur für kurze Zeit aus dem Berufsleben zurückziehen wollen und über ein höheres Einkommen verfügen, die Möglichkeit zu geben, in dieser Zeit einen Einkommensersatz zu erhalten. 

Zusätzliche Anspruchsvoraussetzung
Neben den bereits am Anfang des Artikels genannten Anspruchsvoraussetzungen wird das ea KBG nur Personen gewährt, die in den 182 Tagen vor Beginn des Beschäftigungsverbotes (Schutzfrist) beziehungsweise bei Vätern unmittelbar vor der Geburt des Kindes 

  1. eine pensions- und krankenversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit in Österreich tatsächlich und ununterbrochen ausgeübt haben UND

  2. keine Geldleistung aus der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld, Weiterbildungsgeld) bezogen haben UND
     
  3. das Arbeitsverhältnis bei Geburt des Kindes aufrecht ist.
    Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit von nicht mehr als 14 Tagen wirken sich nicht negativ auf den Anspruch aus. Auch bezahlter Urlaub oder Krankenstand unter Entgeltfortzahlung des Arbeitgebers gelten nicht als Unterbrechung.

Bezugshöhe und Bezugsdauer

80 Prozent des Wochengeldes
maximal 66 Euro täglich (ca. 2.000 Euro monatlich)

Immer erfolgt eine Günstigkeitsberechnung mit dem Steuerbescheid aus dem Kalenderjahr vor der Geburt des Kindes. Liegt der ermittelte Tagesbetrag unter 33,88 Euro, besteht die Möglichkeit beim Sozialversicherungsträger eine Sonderleistung in Höhe von 33,88 Euro zu beantragen.

(Mehrlinge: Zum Einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld gebührt kein Zuschlag!)

Aus der tageweisen Berechnung ergibt sich folgende Bezugsdauer: 

Bezug des ea KBGAnspruchsdauer
1 Elternteilmaximal bis zum 365. Tag ab Geburt des Kindes
(= vollendetes 1. Lebensjahr)
2 Elternteilemaximal bis zum 426. Tag ab Geburt des Kindes
(= vollendetes 14. Lebensmonat)
Teilung des KBG zwischen den Elternteilen
Jedem Elternteil ist eine Anspruchsdauer von 61 Tagen unübertragbar vorbehalten. Es besteht die Möglichkeit, dass beide Eltern gleichzeitig bis zu 31 Tage KBG beziehen. Der Anspruch verkürzt sich allerdings um die gemeinsamen Bezugstage.

Sonderleistung 
Entscheiden sich Eltern dafür gemeinsam das ea KBG zu nutzen und erfüllt ein Elternteil die oben genannten Anspruchsvoraussetzungen nicht, oder liegt sein ermittelter Tagesbetrag unter 33,88 Euro, kann dieser Elternteil auf eine Sonderleistung umsteigen, die der Dauer des ea KBG entspricht (426 Tage ab Geburt). Der andere Elternteil kann trotz dieses Umstieges das ea KBG beziehen, wenn er die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt. 

Änderung der Bezugsdauer
Beide Elternteile sind an das beantragte System des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgelds gebunden.

Partnerschafts­bonus

Egal für welche Bezugsvariante Sie sich entscheiden, er steht Paaren zu, die sich die Bezugsdauer des KBG mindestens 40:60 aufteilen. Das bedeutet, dass jeder Elternteil das KBG zumindest 124 Tage (etwa 4 Monate) bezogen haben muss. Ist das der Fall, stehen jedem Elternteil 500 Euro Bonus zu (gesamt also 1.000 Euro). 

Achtung

Die Tage mit vollem Wochengeldbezug werden nicht in die Aufteilung einbezogen.

Wie beantrage ich KBG?

Der Antrag ist bei dem für Sie zuständigen Krankenversicherungtsträger zu stellen (meistens Österreichische Gesundheitskasse). Bei der Meldung müssen Sie sich auch entscheiden, welche Variante Sie bevorzugen.

Achtung

Beide Eltern sind gemeinsam an das gewählte Modell (Kinderbetreuungsgeld-Konto oder einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld) gebunden und können eine Änderung des gewählten Modelles nur innerhalb von 14 Tagen ab Antragstellung durchführen.

Was wenn noch ein Baby kommt?

Wenn Sie noch ein Kind bekommen, während Sie für ein anderes KBG beziehen, endet das KBG für das ältere Kind mit dem Tag vor der Geburt des neugeborenen Kindes.

Beginn der Schutzfrist für ein weiteres Kind:Höhe des Wochengeldes
innerhalb des KBG-Bezugesgleich hoch wie das KBG
nach Ende des KBG-Bezuges
(und Erwerbstätigkeit wurde noch nicht wieder aufgenommen)
kein Anspruch -
auch dann nicht, wenn Sie noch in Karenz sind.

Kranken- und Pensions­versicherung

Krankenversicherung

Während der gesamten Zeit des Bezugs von Kinderbetreuungsgeld besteht grundsätzlich eine Krankenversicherung für den Bezieher/die Bezieherin und das Kind. Hiezu ist kein gesonderter Antrag nötig. 

Pensionsversicherung

  • Die ersten 48 Monate nach der Geburt eines Kindes (Kindererziehungszeiten) gelten als Versicherungszeiten in der Pensionsversicherung.
  • Bei Mehrlingsgeburten werden 60 Monate nach der Geburt angerechnet.
  • Bei mehreren Kindern werden nur die Monate bis zur Geburt des nachfolgenden Kindes (eventuell auch weiniger als 48 Monate) als Pensionsversicherungsmonate gerechnet.

Hinweis

Die ersten 4 Jahre nach der Geburt ihres Kindes werden als Beitragszeiten in der Pensionsversicherung gewertet, unabhängig davon, wie lange Sie Kinderbetreuungsgeld beziehen. Bei einer neuerlichen Geburt vor Ablauf dieser Frist enden die Kindererziehung­szeiten für das erste Kind. 

Hinweis

Bei Umstieg vom  einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld auf die Sonderleistung gelten für die Sonderleistung die Regelungen bzw. Rechtsfolgen des Kinderbetreuungsgeldkontos!

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Hinweis

Die ersten 4 Jahre nach der Geburt ihres Kindes werden als Beitragszeiten in der Pensionsversicherung gewertet, unabhängig davon, wie lange Sie Kinderbetreuungsgeld beziehen. Bei einer neuerlichen Geburt vor Ablauf dieser Frist enden die Kindererziehung­szeiten für das erste Kind. 

Hinweis

Bei Umstieg vom  einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld auf die Sonderleistung gelten für die Sonderleistung die Regelungen bzw. Rechtsfolgen des Kinderbetreuungsgeldkontos!