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Wochengeld

Das Wochengeld ist ein Ersatz für Ihr sonstiges Einkommen, denn während des genannten Zeitraums herrscht absolutes Beschäftigungsverbot. Als Arbeitnehmerinnen und freie Dienstnehmerinnen bekommen Sie diese Geldleistung für folgenden Zeitraum:

  • für die letzten acht Wochen vor der voraussichtlichen Entbindung (Schutzfrist)
  • für den Tag der Entbindung
  • für die ersten acht Wochen nach der Entbindung  

Was ist, wenn das Baby früher kommt? 

Wenn das Kind vor dem errechneten Termin auf die Welt kommt, verlängert sich der Bezug des Wochengeldes nach der Entbindung um die Zeit, die das Baby zu früh geboren ist. Für den gesamten Zeitraum vor und nach der Geburt gebührt Ihnen ein Wochengeld von mindestens 16 Wochen.

Individuelles Beschäftigungsverbot

Manchmal brauchen werdende Mütter besondere Schonung, weil sonst Leben oder Gesundheit von Mutter und Kind gefährdet sind. Arbeitsinspektorat, Amtsärztin oder Amtsarzt können in solchen Fällen vorzeitig jegliche Berufstätigkeit untersagen (= individuelles Beschäftigungsverbot). Damit Sie finanziell abgesichert sind, erhalten Sie auch während des individuellen Beschäftigungsverbots Wochengeld. Nach der Geburt bekommen Sie das Wochengeld für weitere acht Wochen.

Frühgeburten, Mehrlingsgeburten und Kaiserschnittentbindungen

Nach einer Frühgeburt, Mehrlingsgeburt oder Kaiserschnittentbindung bekommen Sie das Wochengeld mindestens zwölf Wochen lang nach der Geburt. Falls Sie vor dem errechneten Geburtstermin entbunden werden, verlängert sich der Wochengeldbezug nach der Geburt auf höchstens sechzehn Wochen.                   

Wochengeld beantragen

Das Wochengeld wird von der Gebietskrankenkasse bezahlt. Bitte vergessen Sie nicht, es zu Beginn des Beschäftigungsverbotes bei der GKK zu beantragen!

Wie hoch ist das Wochengeld?

Die Höhe des Wochengeldes errechnet sich nach dem durchschnittlichen Nettoverdienst der letzten drei vollen Kalendermonate vor Beginn der Schutzfrist. Dazu kommt noch ein Zuschlag für Sonderzahlungen. 

Wenn Sie Weiterbildungsgeld beziehen... 

Wenn Sie gerade in Bildungskarenz sind, wird das Wochengeld vom Arbeitsverdienst der letzten drei Monate vor dem Weiterbildungsgeldbezug berechnet.       

Wenn Sie Kinderbetreuungsgeld bekommen...

Anspruch auf Wochengeld besteht, wenn die Schutzfrist für das nachfolgende Kind noch während des Bezugs von Kinderbetreuungsgeld beginnt. 

Wochengeldhöhe bei den vier Pauschalmodellen (gilt bei Wochenhilfebeginn bis 28.2.2017): Beginnt die Wochenhilfe während des Kinderbetreuungsgeldbezuges, beträgt das Wochengeld bei allen vier Pauschalmodellen 26,15 Euro täglich.

Wochengeldhöhe beim neuen Kinderbetreuungsgeldkonto (gilt bei Wochenhilfebeginn ab 1.3.2017): Beginnt die Wochenhilfe während des Kinderbetreuungsgeldbezuges, beträgt das Wochengeld 100 % des davor bezogenen Kinderbetreuungsgeldes.

Wochengeldhöhe beim einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld:
Wochengeldanspruch besteht, wenn die Schutzfrist noch während des Bezuges von einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld beginnt. Das Wochengeld ist dann gleich hoch wie der Tagsatz des davor bezogenen einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes.

Achtung!
Kein Anspruch auf Wochengeld besteht, wenn die Schutzfrist nach dem Ende des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes beginnt und die Erwerbstätigkeit noch nicht wieder aufgenommen wurde. Auch dann nicht, wenn die arbeitsrechtliche Karenzdauer noch aufrecht ist.

Die Regelung gilt für Frauen, bei denen die Schutzfirst ab dem 1. März 2017 begonnen hat. In der Regel beginnt die Schutzfrist 8 Wochen vor dem Geburtstermin.

Wenn Sie Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe beziehen... 

Kam es zu Beginn der Mutterschutzfrist wegen der Anrechnung des Partnereinkommens  zu einer Verminderung der Notstandshilfe und fand der Übertritt vom Arbeitslosengeld zur Notstandshilfe innerhalb der letzten drei vollen Kalendermonate vor Beginn der Schutzfrist statt, wird das Wochengeld nach zwei Methoden ermittelt, wobei der günstigere Betrag das Wochengeld ergibt.

Methode 1: Der Betrag der Notstandshilfe, der zu Beginn der Schutzfrist (Wochengeld) ausbezahlt wurde,  wird um 80 % erhöht.

Methode 2: Fand der Wechsel vom Arbeitslosengeld auf die verminderte Notstandshilfe innerhalb der letzten drei Kalendermonate vor dem Beginn der Mutterschutzfrist statt, wird das Wochengeld in der Höhe des (einfachen) Arbeitslosengeldes zur Auszahlung gebracht, wenn dieses höher als die um 80% erhöhte Notstandshilfe ist. 

Anspruch auf Wochengeld haben auch geringfügig Beschäftigte, die selbstversichert sind. In diesem Fall beträgt das tägliche Wochengeld 9,12 Euro (2018).                

Ebenso besteht Anspruch auf Wochengeld, wenn die Schwangerschaft während einer Pflichtversicherung (Arbeitsverhältnis, freies Dienstverhältnis, Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung) eintritt, die mindestens 3 Monate ununterbrochen gedauert hat und nunmehr bereits beendet ist. Achtung: Das Arbeitsverhältnis bzw. freie Dienstverhältnis darf in diesem Fall nicht durch Kündigung seitens der Dienstnehmerin, einvernehmliche Lösung, unberechtigten vorzeitigen Austritt oder verschuldete Entlassung geendet haben.

Neu: Wochengeld und Überstunden

Das Wochengeld wird aus dem Verdienst der letzten drei Kalendermonate vor dem Schutzfristbeginn bemessen. In dieser Zeit dürfen schwangere Frauen aber keine Überstunden mehr machen. Dies hat bisher zu Einkommensverlusten beim Wochengeld geführt. Der OGH hat kürzlich entschieden, dass regelmäßig geleistete Überstunden sowie Sonn- und Feiertagsentgelte vor dem Eintritt der Schwangerschaft für die Berechnung des Wochengeldes von der Sozialversicherung zu berücksichtigen sind.

Tipp

Wenn Sie vor der Schwangerschaft regelmäßige Überstunden oder Sonn- und Feiertagsarbeit geleistet haben, können Sie bei Ihrer Krankenversicherung auch rückwirkend eine Neuberechnung verlangen. Eine rückwirkende Berechnung ist für Versicherungsfälle (= Wochenhilfebeginn) bis einschließlich 2016 möglich.  

Rückwirkende Neuberechnung: So geht's!

Sie haben in den letzten zwei Jahren Wochengeld bezogen und wollen sich die Höhe neu berechnen lassen? Das geht ganz einfach:

  1. Verlangen Sie von Ihrem Arbeitgeber eine korrigierte Arbeits- und Entgeltbestätigung, bei der die Überstunden berücksichtigt sind.
  2. Legen Sie diese neue Bestätigung Ihrer Sozialversicherung zur Nachverrechnung vor! 

Kinderbetreuungsgeld

Welche Varianten gibt es, wer ist anspruchsberechtigt, wieviel darf ich dazuverdienen. Infos rund ums Kinderbetreuungsgeld.

Meldefristen

Wann Mütter und Väter ihre Karenz dem Arbeitgeber melden müssen, was bei Versäumen der Frist passiert und wie Sie die Karenz verlängern können.

Familienbeihilfe

Sie haben Anspruch für Ihre Kinder, wenn Sie Ihren Lebensmittelpunkt in Österreich haben und mit dem Kind in einem gemeinsamen Haushalt leben.

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