Illustration eines Laptops aus dem eine angel ein Briefkuvert fischt, Störerkreis mit Rufezeichen
Dubiose Anbieter wollen Konsument:innen mit Fake-Rechnungen das Geld aus den Taschen ziehen. © AK Vorarlberg
09.07.2026

Vorarlbergerin verliert über 400 Euro: AK warnt vor Abzocke durch Bongochat und Novavitalia

In Vorarlberg macht gerade eine neue Betrugsmasche die Runde: Betreiber von Internetseiten verschicken Rechnungen für angebliche Dienstleistungen. Mehrere Hundert Euro verlangen sie für vermeintliche Abonnements oder KI-Ernährungstipps. „Betroffene sollten auf keinen Fall einfach zahlen“, warnt AK Konsumentenschutz-Expert Dr. Franz Valandro.

Beim Blick in ihr E-Mail-Postfach traut Frau K. ihren Augen kaum: Mehr als 400 Euro verlangt der Betreiber der Internetseite www.bongochat.de für ein angebliches Abonnement von ihr. Was die Vorarlbergerin noch mehr erschüttert als die horrende Summe: Sie hat noch nie von Bongochat gehört und keine Dienstleistung der Firma in Anspruch genommen. Als Frau K. deshalb nicht zahlt, erhält sie kurz darauf eine weitere Zahlungsaufforderung, inklusive Mahngebühr und Inkasso-Drohung, sollte sie nicht innerhalb weniger Tage zahlen. Der Druck wirkt: Aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen bezahlt Frau K. die Rechnung und meldet sich erst danach beim Konsumentenschutz der AK Vorarlberg.

Trotz .de-Endung keine seriöse deutsche Website

Portrait von AK Konsumentenschützer Franz Valandro
Dr. Franz Valandro © AK Vorarlberg

„Die rund 400 Euro, die Frau K. in ihrer Panik zahlte, flossen direkt nach Hongkong“, erklärt AK Konsumentenschützer Dr. Franz Valandro. „Denn auch wenn die Domain auf ,de’ endet, handelt es sich keinesfalls um eine seriöse deutsche Firma. Man kann von überall auf der Welt aus jede beliebige Domain kaufen. Dubiose Anbieter kaufen beispielsweise ,de’-Domains, um so wie eine seriöse Internetseite zu wirken und ihre Opfer damit zum Zahlen zu bringen.“

Frau K.s Geld ist wohl verloren. „Internationale Banküberweisungen können nämlich nicht einfach storniert werden“, mahnt Dr. Valandro.

Mailadressen wurden vermutlich gehackt

Die Mailadressen der Betroffenen wurden wahrscheinlich in der Vergangenheit gehackt und verkauft, vermutet Valandro. „Schließlich melden sich derzeit sehr viele Konsument:innen bei uns wegen Rechnungen von Bongochat oder Novavitalia. Sie alle hatten zuvor noch nie von diesen Firmen gehört, keine Dienstleistungen in Anspruch genommen und auch keine Daten hinterlassen.“

Der Rat des AK Experten: „Man sollte auf keinen Fall vorschnell zahlen – auch nicht, wenn Mahnungen eingehen oder die Betreiber der Seiten mit Inkasso drohen.“

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