Vier Jugendliche arbeiten in einem Klassenzimmer zusammen an Tischen. Im Hintergrund hängen Plakate mit den Titeln „K1-Klassenvertrag“, „K2 Klassenvertrag“ und „K3 Klassenvertrag“, beschrieben mit Regeln für ein gutes Miteinander wie Respekt, Akzeptanz und Geduld.
Im Planspiel Demokratie bauen Schüler:innen einen fiktiven Staat auf – und lernen den Wert der Demokratie kennen und schätzen. © AK Vorarlberg
10.09.2026

Politische Beteiligung: AK Planspiel steigert Begeisterung für Demokratie

Wie bringt man Jugendlichen den Wert der Demokratie nahe, ohne dass es zum trockenen Sachunterricht wird? Immer mehr Vorarlberger Schulen nutzen das interaktive „Planspiel Demokratie“ der AK für ihren Unterricht – mit messbarem Erfolg. Eine Befragung unter Schüler:innen zeigt: Nach dem Workshop stieg die Überzeugung von der parlamentarischen Demokratie als beste Regierungsform von 27 auf 40 Prozent an. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage baut die AK das kostenlose Angebot für das Schuljahr 2026/27 von bisher 17 auf 28 Spiele aus. Die Termine sind ab sofort buchbar.

Im „Planspiel Demokratie“ schlüpfen die Schüler:innen in die Rolle der Bürger:innen des fiktiven Staates „Akanien“. Ihre Aufgabe: auf den Trümmern eines zerstörten Staates gemeinsam eine faire Demokratie aufzubauen. Dafür werden sie in verschiedene gesellschaftliche Gruppen eingeteilt – jeweils mit eigenem Hintergrund und eigenen Interessen. Ein gutes Leben für alle erreichen sie aber nur, wenn sie zusammenarbeiten. Im Spiel erleben die Schüler:innen hautnah, wie demokratische Entscheidungsprozesse funktionieren – und wie herausfordernd es sein kann, Grundprinzipien wie Meinungsfreiheit, Mitbestimmung, Gewaltentrennung, Pressefreiheit sowie freie und geheime Wahlen durchzusetzen. Partizipation, Engagement und Diskussion stehen dabei im Mittelpunkt.

Große Begeisterung und hoher Lerneffekt

Im vergangenen Schuljahr 2025/26 hat die AK Vorarlberg die Teilnehmer:innen im Anschluss an das Planspiel befragt. Die Rückmeldungen – sowohl von Schüler:innen als auch von Lehrpersonen – fielen durchweg positiv aus. Gelobt wurde vor allem die pädagogische und inhaltliche Qualität des Angebots.

89 Prozent der befragten Schüler:innen gefiel das Planspiel gut oder sehr gut, alle gaben an, etwas über Demokratie gelernt zu haben. Auch die Einstellung zur parlamentarischen Demokratie verschob sich messbar: Hielten sie vorher 27 Prozent für die beste Regierungsform, waren es hinterher 40 Prozent.

AK Expertin Elena Kielwein: „Bedeutender Beitrag zur Demokratiebildung“

Portrait von Elena Kielwein mit braunen, lockigen haarlangen Haaren, Brille mit schwarzem Gestell und weißem Hemd, die lächelnd in die Kamera blickt.
Elena Kielwein © AK Vorarlberg

„Die Befragung zeigt, dass sich die positive Einstellung gegenüber der parlamentarischen Demokratie im Durchschnitt merklich intensiviert und die Schüler:innen demokratische Prozesse besser verstehen können“, fasst AK Bildungsexpertin Elena Kielwein zusammen. Nach dem Planspiel bewerten mehr Schüler:innen die parlamentarische Demokratie als „beste Regierungsform“ (40 Prozent gegenüber 27 Prozent). „Die AK leistet somit einen bedeutenden Beitrag zur Demokratiebildung. Das Planspiel fördert zudem das Bewusstsein für soziale Ungleichheit und ist eine Ermutigung zur aktiven Teilhabe an unserer Gesellschaft.“

AK Präsident Bernhard Heinzle: „Jungen Vorarlberger:innen Demokratie näherbringen“

Porträt von Bernhard Heinzle mit kurzen, ergrauenden Kraushaaren, blauem Hemd und dunklem Sakko, der direkt in die Kamera blickt.
AK Präsident Bernhard Heinzle © Lukas Hämmerle

„Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit – sie lebt vom Mitmachen“, betont AK Präsident Bernhard Heinzle. „Als Sozialpartner tragen wir Verantwortung für unser demokratisches System. Mit dem Planspiel schaffen wir für junge Menschen die Möglichkeit, um demokratische Prozesse nicht nur theoretisch zu büffeln, sondern einen Tag lang selbst zu gestalten. Dass dieses Angebot an den Schulen so gut ankommt, freut uns riesig.“

Kostenloses Angebot – Jetzt anmelden

Das „Planspiel Demokratie“ ist eine Kooperation zwischen der AK Vorarlberg und der AK Tirol, welche das Projekt konzipiert hat und auch die Workshopleiter:innen stellt. Es richtet sich an Schulklassen von der 8. bis zur 13. Schulstufe und dauert fünf Stunden inklusive Pausen. Für die teilnehmenden Schulen ist das Angebot kostenlos. Die Anmeldung für die Planspiele im Schuljahr 2026/27 ist ab sofort auf der AK Website möglich.

Stimmen aus der Praxis

Feedback der Schüler:innen

  • „Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, sich am demokratischen Prozess zu beteiligen, und wie einfach Staaten in den Autoritarismus abrutschen können.“
  • „Dass es nicht selbstverständlich ist, in einer Demokratie zu leben.“
  • „Ich habe gelernt, dass es wichtig ist, Demokratie zu schützen.“
  • „Zusammenarbeit und Kompromisse sind die Lösung.“
  • „Ich habe gelernt, dass jede Stimme zählt.“
  • „Ich habe gelernt, dass gute Kommunikation und Zusammenarbeit das Wichtigste für eine Demokratie sind. Man muss auf die Bedürfnisse aller achten!“
  • „Ich habe gelernt, wie Wahlen funktionieren und dass Wählen wichtig ist.“

Feedback der Lehrpersonen

  • „Vielen Dank an die AK, dass wir am Pilotprojekt teilnehmen konnten. Meine Klasse war vom Planspiel ganz begeistert.“
  • „Als Lehrperson empfand ich die Verknüpfung von Faktenwissen mit kreativen Spielmethoden und Lösungsansätzen als besonders lehrreich. Es war offensichtlich, dass auf diese Weise neues Wissen spielerisch erarbeitet und gleichzeitig kritisches Denken gefördert wurde.“
  • „Nochmals vielen Dank für diese spannende und lehrreiche Erfahrung. Ich bin überzeugt, dass solche Projekte einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung leisten.“
Hier können Sie Ihre Klasse zum Planspiel Demokratie anmelden


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