Die große AK Wohnumfrage: Wohnkosten bleiben hohe Belastung
© AK Vorarlberg
09.06.2026

AK Wohnumfrage 2026: Hohe Wohnkosten haben System und bleiben enorme Belastung – Vorarlberger Wohnpolitik braucht Ausbaustrategie für gemeinnützigen Wohnbau und mehr Treffsicherheit

Die aktuelle AK Wohnumfrage, an der im Frühjahr 2025 über 2.400 Vorarlberger:innen teilgenommen haben, zeigt deutlich: Das Bedürfnis, über die eigene Wohnsituation zu sprechen, ist groß – und die Belastung durch Wohnkosten bleibt für viele Haushalte hoch. Das machen über 650 offene Kommentare deutlich. Die Wohnkosten in Vorarlberg bleiben auf Rekordniveau. Trotz höherer Einkommen steigen die Belastung und die Unzufriedenheit bei bestimmten Gruppen. Besonders betroffen sind Haushalte mit geringem Einkommen und in privater Miete.

Die Detailergebnisse der Umfrage (PDF)

AK-Wohnumfrage-2026-Ergebnisse.pdf (3,0 MB)

Wohnkostenbelastung verbleibt auf Rekordhoch 

Wohnkostenbelastung steigt weiter auf 39 Prozent des Haushalts-einkommens [1] – und Personen in privater Miete müssen bereits 44 Prozent des Einkommens aufwenden

Bei der Umfrage 2025 gaben die Teilnehmer:innen an, im Durchschnitt knapp ein Drittel (33,1 Prozent) ihres Haushaltseinkommens für die Wohnkosten aufwenden zu müssen (2018 waren es 28 Prozent und im Jahr 2023 32 Prozent, 2024 32,8 Prozent). Laut der aktuellen Umfrage verbleibt der Anteil auch heuer auf dem Höchstwert – über ein Drittel des Einkommens (39 Prozent) wird im Durchschnitt für Wohnkosten aufgebracht. Bei den Mieter:innen in privater Miete trifft das auf ganze 44 Prozent zu, bei den Mieter:innen im Gemeinnützigen Wohnbau auf 37 Prozent. Sie liegen damit knapp über den Eigentümer:innen, welche im Schnitt 31 Prozent für das Wohnen ausgeben. Das sind alarmierende Zahlen. Kein Wunder: Die Preise für Eigentum und Mieten sind in den vergangenen Jahren explodiert und haben sich trotz Rezession und gestiegenen Zinsen nur teilweise stabilisiert. Die Löhne konnten damit trotz Zuwächsen nicht Schritt halten (siehe Abbildung). Die geopolitische Lage lässt erwarten, dass die Preise und damit Mieten wieder anziehen werden.

Entwicklung der Preise für Eigentum, Miete, Inflation und Einkommen

Grafik zeigt, dass die Schere zwischen Einkommen und Wohnkosten immer weiter aufgeht


Die langfristige Entwicklung bis 2024 zeigt, dass die Schere zwischen Einkommen und Wohnkosten immer weiter aufgeht, Preise für Eigentum haben sich seit 2015 sogar mehr als verdoppelt. Dazu kommt, dass die Inflation in Österreich nach wie vor hoch ist und über der des Euroraumes liegt (3,1 Prozent im März [2]). In Anbetracht der geopolitischen Lage wird ein weiterer Anstieg der Inflation prognostiziert. Weiters machen sich die nun gesunkenen Kreditzinsen nur langsam bemerkbar und durch den hohen Anteil an variabel verzinsten Krediten sind die Kreditrückzahlungen angestiegen. Zudem sind bei drohender Inflation Zinsanstiege zu erwarten. Die Einkommen haben zwar in den vergangenen Jahren nachgezogen, was aber nicht automatisch bedeutet, dass die Wohnkostenbelastung sinkt. Gründe genug für die Arbeiterkammer Vorarlberg, um mit der fünften AK Wohnumfrage den Fokus auf die Wohnkostenbelastung der Vorarlberger:innen zu legen. 

Weiter steigendes Interesse an Gemeinnützigen Wohnungen

In der Umfrage geben mehr als ein Drittel der Teilnehmer:innen an, gerne in eine Gemeinnützige Wohnung zu ziehen, nur etwa 3 Prozent stehen bereits auf der Liste. Das deckt sich mit den Ergebnissen der Vorjahre: Bei der Verfügbarkeit der Gemeinnützigen Wohnungen scheint es keine Dynamik im Land zu geben. Interessant ist aber, dass dieses Interesse bis tief in die Mittelschicht zu reichen scheint. Knapp 11 Prozent wohnen bereits in einer Gemeinnützigen Wohnung, Interesse besteht bei bis zur Hälfte der Teilnehmer:innen.

Etwa ein Viertel gibt an, mit der Hausverwaltung unzufrieden zu sein. 35 Prozent haben keine Hausverwaltung, erwartungsgemäß wohnen diese Personen überwiegend im Eigenheim. Nur mehr etwa 27 Prozent der Teilnehmer:innen planen die Anschaffung eines Eigenheimes in den nächsten fünf Jahren – in den vergangenen Umfragen waren das noch mehr als ein Drittel. Den Umzug in eine günstigere Wohnung planen fast 36 Prozent und 16 Prozent wollen bzw. müssen in eine kleinere Wohnung ziehen.

Wohnkostenbelastung - Für Menschen mit geringem Einkommen und Haushalte in privater Miete besonders belastend

Die direkt subjektiv wahrgenommene Belastung der Umfrage-Teilnehmer:innen, nicht zwangsläufig durch die aktuelle Teuerung bedingt, variiert je nach Wohnsituation stark. Die Abbildung zeigt unter anderem, dass über 50 Prozent der Mieter:innen in privater Miete sich stark belastet fühlen und 42 Prozent eine gewisse Belastung wahrnehmen. Der Anteil der Personen, welche sich nicht belastet fühlen, ist hier sogar zurückgegangen. Auch 20 bis 27 Prozent der Eigentümer:innen spüren eine starke Belastung durch die Wohnkosten. Das deckt sich auch mit der Wahrnehmung zur Angemessenheit der Wohnkosten: Mehr als 80 Prozent, die in privater Miete wohnen, finden die Wohnkosten zu hoch. Etwa 40 Prozent der Eigentümer:innen finden die Wohnkosten angemessen.

Stärkste Belastung durch Wohnkosten bei privater Miete

Grafik zeigt die starke Belastung durch Wohnkosten. Laut aktueller AK Umfrage – konservativ gerechnet –geben bereits 45 Prozent mehr als 40 Prozent des Einkommens für Wohnen aus



Die Literatur klassifiziert Haushalte, die mehr als 40 Prozent des Haushaltseinkommens für Wohnkosten aufwenden, als belastet. Laut aktueller AK Umfrage – konservativ gerechnet – geben bereits 45 Prozent (2024: 38 Prozent) mehr als 40 Prozent des Einkommens für Wohnen aus und gelten somit als belastet [3].

Der Anteil der Betroffenen (= Haushalte mit Wohnkostenanteil über 40 Prozent des Haushaltseinkommens) ist bei den Mieter:innen am höchsten (57 Prozent), wie die Abbildung veranschaulicht. Bei den Eigentümer:innen sind es 32 bis 39 Prozent, das sind deutlich mehr als im letzten Jahr (etwa 29 Prozent) und im Jahr 2023. Fast 45 Prozent der Eigentümer:innen haben gemischt oder vollständig variabel verzinste Kredite. Hier machen sich die gesunkenen Zinsen bemerkbar, welche die Rückzahlungen bei variablen und gemischten Zinsen senken. Es zeigt, wie stark variable Zinsen auf die Kreditrückzahlungen und damit auf deren Anteil an den Wohnkosten am Haushaltseinkommen wirken. Bei steigenden Zinsen und damit in den Umfragen 2023 und 2024 war genau das gegenteilige Phänomen sichtbar: Die steigenden Zinsen haben die Wohnkostenbelastung der Eigentümer:innen mit laufenden (variablen und gemischt verzinsten Krediten) stark nach oben getrieben. Je höher der Anteil der Wohnkosten am Einkommen, desto weniger bleibt für andere Ausgaben. Mit mehr als 40 Prozent Wohnkostenanteil muss häufig – sofern vorhanden – bereits auf Erspartes zurückgegriffen werden, um Grundbedürfnisse erfüllen zu können. Die Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft sind dabei nicht zu unterschätzen: Der Konsum wird massiv gedrückt. Der relative Anteil allein ist dabei allerdings nicht isoliert zu betrachten, es hängt auch von der absoluten Höhe des Einkommens ab. 
 

Abnehmende Belastung mit steigendem Einkommen

Grafik, die verdeutlicht, dass Haushalte mit niedrigem Einkommen bei den Ausgaben für Wohnen enorm belastet sind


Die Abbildung verdeutlicht, dass Haushalte mit niedrigem Einkommen bei den Ausgaben für Wohnen enorm belastet sind. Die Grafik zeigt zudem die Verteilung der Haushaltseinkommen und durchschnittlichen Wohnkosten pro Einkommensklasse. 3,4 Prozent (2024: 4 Prozent) der Umfrage-Teilnehmer:innen verdienen weniger als € 1.400,– und mussten 2024 [4]  davon durchschnittlich 54,1 Prozent für Wohnkosten aufwenden. Bei Einkommen zwischen € 1.401,– und € 1.800,– sind 57,9 Prozent aufzuwenden, bei € 1.800 bis € 2.500 knapp 48 Prozent. Sogar Umfrage-Teilnehmer:innen mit einem Einkommen bis € 3.000 geben im Durchschnitt mehr als 45 Prozent für Wohnkosten aus. Fast 47 Prozent aller Personen (und gleichzeitig die fünf unteren Einkommensklassen) haben einen Wohnkostenanteil von 49 Prozent, 2024 waren das noch 42 Prozent, 2025 noch 45 Prozent.

Kommentare zeigen Handlungsbedarf

Mehr als 140 Personen haben uns in den offenen Kommentaren ihre persönliche Situation geschildert. Diese qualitativen Informationen sind sehr viel wert. Zudem bestätigen sie, was die Daten zeigen: 

Kommentare im Originalzitat und Kontext im Detail
(Kommentare sind kursiv und in Anführungszeichen original und unverändert)

„Mieten sind zu hoch und nicht an die Gehälter in Österreich angepasst ( fast unbezahlbar), man sollte nur ein Kind haben (in bestem Fall), keine Katzen, nicht rauchen…, nur zahlen bis es geht nicht mehr ist erlaubt…“

„Nach über 20 Jahren in einer Gemeinnützigen Wohnung immer am Zittern, ob noch einmal 3 Jahre verlängert wird. Wenn keine Verlängerung des Mietvertrages mehr möglich sein wird, wissen wir nicht wie wir die derzeitigen Mietpreise für Privatwohnungen bezahlen sollen.“

„Man sucht sich eine Wohnung so, dass man sie zahlen kann und es sollte nicht dem Vermieter erlaub sein, unter der 3-jährigen Frist einfach eine Mieterhöhung zu machen und das war bei mir schon 2x der Fall. Befristeter Mietvertrag! ….“

„Betriebskosten für Wohnanlage steigen im 2-stelligen Bereich jährlich. Teilweise nicht nachvollziehbare Preissteigerungen durch Dienstleister und Handwerksfirmen. Auch Hausverwalter langen zu (jährlich 6% mehr Verwaltungskosten)“

„Miete stieg in den letzten 4 Jahren stärker an als das Einkommen. Um Budgethaushalt in Ordnung zu halten, bedarf es laufend Einsparungen in anderen Bereichen (Urlaub, Therapiekosten, Freizeit allg).“

„Alleinerziehende Mutter. Laut Gesetz verdiene ich zu viel für Wohnbeihilfe. Zu viel, um zu sterben – zu wenig, um zu überleben. Weiß an machen Monaten nicht, wie ich alles bezahlen soll.“

„Die jährliche Indexanpassung-Mietzins macht mir zu schaffen, als alleinerziehende Mutter ist es auch schwer, wenn Kinderbeihilfen, Unterhalt und dergleichen gekürzt werden.“

„Hab Geld gespart als Altersabsicherung. Darum gibts dann keine Mietbeihilfe. Leb allein, komme bald in Pension. Bin mal neugierig, wie es wird mit 1300 € Pension, wenn die Wohnung 1050 €ohne Strom usw. kostet. Meine Ersparnisse müssen mich retten.“  

„Verdienst zu hoch für eine Unterstützungsleistung/Beihilfe. Verdienst zu niedrig, da monatlich kaum was übrigbleibt. Die Mittelschicht fällt komplett durch den Raster… egal ob Miete oder Eigentum mit Finanzierung… es ist alles zu teuer geworden.“

„Es ist traurig, dass man sich trotz gutem Lohn keine passende 3-4 Zimmer Wohnung mehr leisten kann. Und man dann aber zu viel verdient, um Wohnbauförderung zu bekommen. (Oder mit Abschlägen).“

„Zum Wohnen/Leben in Miete reicht das Geld vollkommen aus. Der Traum einmal Eigentum zu besitzen ist aber sehr wahrscheinlich nicht umsetzbar. Bei den aktuellen Lebenskosten ist es kaum möglich genug zu sparen.“

 „Mit 2 Kinder ist es zu klein geworden, aber eine größere wird nur an Kinderlose vergeben.“

„Auf der Suche nach einem Eigenheim, unbezahlbar! Sobald ein Elternteil in Karenz geht, werden die Sorgen größer. 4 Zimmerwohnung mit Garten unter 2000€ Miete fast unmöglich.“

„Es steht die Sanierung des Hauses an, die Sanierungskosten sind horrend, unsere Situation wird sich durch den dafür notwendigen Kredit sehr verschlechtern, leider ist die Sanierung  jedoch unumgänglich.“


Factbox

AK Wohnumfrage 2026 – Zahlen, die nicht zu leugnen sind

  • 39 Prozent des Haushaltseinkommens fließen durchschnittlich in Wohnkosten
  • 47 Prozent bei Haushalten mit niedrigem Einkommen – ein dramatischer Anstieg gegenüber 2023 (40,4 Prozent)
  • 44 Prozent Wohnkostenanteil im privaten Mietsegment
  • Seit 2015 haben sich Eigentumspreise mehr als verdoppelt
  • 16 Prozent müssen oder wollen in kleinere Wohnungen ziehen
  • 36 Prozent plant einen Umzug in eine günstigere Wohnung
  • Nurmehr ein Viertel plant Anschaffung eines Eigenheims, in den vergangenen Umfragen waren das noch mehr als ein Drittel.

AK kritisiert Verwendung der Wohnbauförderungsbeiträge
Die zweckentfremdete Verwendung der Wohnbauförderungsbeiträge ist Politikversagen mit Ansage. Die AK kritisiert das fehlende Engagement der Landesregierung scharf:

  • 333,4 Millionen Euro an Wohnbauförderungsbeiträgen wurden von Arbeitnehmer:innen von 2018 bis 2023 bezahlt
  • Davon kamen nur 6,9 Millionen Euro wieder als Förderung zurück
  • Das heißt: Über 97 Prozent der Beiträge flossen in andere Budgettöpfe

Mehr Anfragen in der AK Wohnberatung
Auch in der Beratung spitzt sich die Lage zu. Die Zahl der Wohnberatungen ist in der Arbeiterkammer ist ist den letzten Jahren massiv gestiegen:

  • 13.044 Anfragen zum Thema Wohnen im Jahr 2025
  • Immer mehr Menschen wissen nicht mehr, wie sie ihre Wohnsituation bewältigen sollen


Zentrale Forderungen der AK im Überblick

  • Arbeiterkammer fordert gesetzlich verankerte Ausbaustrategie für gemeinnützigen Wohnbau
  • Zweckbindung der Wohnbauförderungsbeiträge und Rückflüsse: Die Beiträge der Arbeitnehmer:innen und die Rückflüsse aus Darlehen samt den Zinserträgen müssen in leistbares Wohnen investiert werden.
  • Mehr gemeinnütziger Wohnbau: Vor allem Mietwohnungen mit und ohne Kaufoption müssen deutlich ausgeweitet werden.
  • Bedarfserhebung und Prognose für gemeinnützigen Wohnbau: Der Bedarf übersteigt das Angebot erheblich.
  • Bessere Rahmenbedingungen beim langfristigen Grunderwerb: Gemeinnützige Bauvereinigungen sollten Gemeinden und Bodenfonds beim Grunderwerb gleichgestellt werden.
  • Transparente Baukostendatenbank: Nur mit evidenzbasierten Kostengrenzen kann die Wohnbauförderung treffsicher wirken.
  • Bundesmittel für den Wohnbau und die Sanierung nutzen und optimal einsetzen: Die Mittel sollten als Zuschüsse zur Schaffung leistbaren Wohnraums in vollem Umfang ins Land geholt werden.
  • Sanierungsförderung ausbauen statt kürzen: Förderungen für thermische Sanierungen und Heizungstausch im Privatbereich müssen gesichert werden.
  • Einheitliches Mietrecht für alle Mietverhältnisse: Das derzeitige Nebeneinander verschiedener Regelungen ist unübersichtlich und ungerecht.
  • Keine befristeten Mietverträge mehr im gewerblichen Bereich: Planungssicherheit und faire Mietbedingungen sind zentrale Anliegen.



Fußnoten

[1] Definition: Abgefragt wurde das verfügbare Haushaltseinkommen netto: „Wie hoch ist Ihr monatliches (gemeinsames) Haushaltseinkommen (netto)“; also vor allfälligen Abzügen wie Miete, Kreditraten usw. aber inkl. aller Sozialleistungen, Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld usw.
[2] VPI März 2026; Basis 2020 & Veränderung zum Vorjahr; Quelle: Statistik Austria
[3] Da im Rahmen der Umfrage Einkommensklassen abgefragt wurden, wurden zur Berechnung die oberen Grenzen der Einkommensklassen verwendet, was bedeutet, dass das tatsächliche Einkommen gleich hoch oder geringer ist. Es handelt sich somit um eine konservative Schätzung der 40%-Grenze.
[4] 2026: Zu wenige Teilnehmer:innen mit Einkommen unter € 1.400,– um eine sinnvolle Darstellung des Wohnkostenanteils zu ermöglichen.

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