IV negiert die wirklichen Sorgen der Menschen

„So gereizt die Industriellenvereinigung auf das Standort-Rating der AK reagiert, so sehr haben die Zahlen offenbar den Nerv getroffen“, stellt AK-Präsident Hubert Hämmerle fest. Alle zwei Jahre wird die AK von nun an den Standort Vorarlberg aus Arbeitnehmersicht betrachten. Wenn die IV dazu Verständnisfragen hat, bietet die AK jederzeit fachliche Auskunft an.

Reflexartig warf die IV der Arbeiterkammer „Populismus“ vor. Man schüre eine Neiddebatte und könnte Umsatz und Gewinn nicht unterscheiden. Dabei legt die AK mit dem Standort-Rating nur den Finger auf jene Bereiche, wo die Menschen der Schuh drückt: Auf die zu hohen Wohnkosten, teils prekäre Arbeitsverhältnisse, mangelnde Kinderbetreuung u. a. Das alles geht an den Vertretern der Industriellenvereinigung vorbei. Lediglich die Kritik an der Lohnpolitik will die IV einfach nicht verstehen.  

Dabei ist es wirklich nicht sonderlich schwer: In Anbetracht der herausragenden Stundenproduktivität des Wirtschaftsstandorts Vorarlberg von durchschnittlich 52 Euro realem Bruttoregionalprodukt pro Stunde, haben sich die Beschäftigten einfach einen fairen Anteil am Wachstum verdient. Das Bruttoregionalprodukt wächst seit 2010 bis heute so stark wie in keinem anderen Bundesland und die erzeugte Wertschöpfung pro Erwerbstätigen ist nirgends so hoch wie in Vorarlberg. Dennoch liegt das Arbeitnehmerentgelt nur knapp über dem Österreichdurchschnitt und weit hinter Wien. 

Ein gesetzlich verankerter Mindestlohn von 1800 Euro brutto bei Vollzeit in allen Branchen ist keine Luxus-Forderung, sondern bitter notwendig. Laut Referenzbudget der staatlich anerkannten Schuldenberatung benötigt eine alleinlebende Person bereits rund 1400 Euro netto monatlich zum Überleben. Der Anteil der von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohten Bevölkerung liegt mit circa 21 Prozent noch immer über dem Österreichdurchschnitt, das ist für ein so wohlhabendes Land nicht akzeptierbar.

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