Lgoo Digital Campus Vorarlberg © AK Vbg.
Digital Campus Vorarlberg © AK Vbg.

Digital Campus Vorarlberg - Neues Zentrum für digitale Berufe und Weiterbildung

In einer österreichweit beispielhaften Aktion haben sich das Land sowie die Wirtschafts- und Arbeiterkammer dazu entschlossen, mit dem Digital Campus Vorarlberg auf die Veränderungen des Lernens und Arbeitens im 21. Jahrhundert zu begegnen. „Niemals zuvor haben sich die Schlüsselfaktoren des menschlichen Lebens, Arbeiten und Lernen, schneller verändert als jetzt. Die Digitalisierung stellt unseren Wirtschaftsstandort vor enorme Chancen und Herausforderungen. Diese zu nützen und zu bewältigen, bedarf hoher Investitionen in die Bildung unserer Mitarbeiter. Wir tun das und bündeln über den Digital Campus Vorarlberg unsere bestehenden Bildungsangebote und entwickeln in enger Abstimmung mit der Wirtschaft neue, am Markt benötigte Produkte“, erklärte Landeshauptmann Mag. Markus Wallner bei der Vorstellung dieses neuen Bildungsangebotes für digitale Berufe und Weiterbildung. 

Für die drei Initiatoren - das Land Vorarlberg, die Wirtschaftskammer und die Arbeiterkammer - steht außer Streit, dass die Digitalisierung es notwendig macht, mehr digitale Kompetenz direkt in die Unternehmen zu bringen. Landeshauptmann Wallner: „Wir möchten den digitalen Wandel aktiv gestalten. Deshalb ist es auch zu diesem starken, in Österreich bislang einzigartigen Schulterschluss gekommen.“ 

Berufsbegleitendend studieren in Vorarlberg 

Ziel des Digital Campus – der ein wichtiger konkreter Umsetzungsschritt der vom Land initiierten Digitalen Agenda darstellt –  ist die koordinierte und zielgerichtete Gestaltung des digitalen Wandels in der Wirtschaft und der Gesellschaft. Dazu haben die Vorarlberger Sozialpartner zusammen mit dem Land ein starkes Zeichen gesetzt. Der Campus startet im Frühjahr, Anmeldungen zu einzelnen Angeboten sind bereits jetzt möglich. Das Zentrum bündelt innovative Bildungsmaßnahmen in einer eigenen Institution und bringt damit geballt digitale Kompetenz in die Unternehmen. Dazu werden die innovativsten Bildungsprogramme für Unternehmer, Führungskräfte, Facharbeiter, Studenten und Schüler analysiert und in Form von Partnerschaften mit bestehenden Bildungsträgern ins Land geholt. 

Fünf Angebotsbereiche am Digital Campus Vorarlberg:

 

  1. Coding Campus – in einem fünfmonatigen Intensivkurs werden Neulinge und Quereinsteiger zu Software-Entwicklern ausgebildet. Diese Ausbildung deckt den akuten Bedarf an Nachwuchskräften in der schnell wachsenden digitalen Industrie, über ein Praktikum steigen die Nachwuchs-Coder direkt in den Betrieb ein.
     
  2. Digital Masterclasses – in acht Modulen mit über 30 Seminaren haben Unternehmer und Arbeitnehmer die Chance, sich digitale Kompetenz in ihr Unternehmen zu holen.
     
  3. Talent Management – Dieses Angebot richtet sich an Unternehmen, die digitale kompetent sein wollen. Damit verbunden sind ein exklusiver Zugang zu Kompetenzberatung, Impuls- und Netzwerkveranstaltungen und zu Vorarlbergs wohl einziger digitalen E-Learning-Plattform mit Aus- und Weiterbildungsangeboten.
     
  4. Digital Studies – In fünf Bachelor- und drei Masterstudienlehrgängen (Technik, IT, Wirtschaft, Management, Gesundheit und Soziales) kann berufsbegleitend ein akademischer Abschluss erworben werden. Das Angebot ist auf die Herausforderungen der Vereinbarkeit von Berufsleben, Familie und Weiterbildung abgestimmt. Modern, unkompliziert, hochwertig und praxisorientiert und vor allem – vor Ort in Vorarlberg.
     
  5. Digital School – Dieser Bereich richtet sich an pädagogisches Fachpersonal. Lehrer sollen hier gezielt ausgebildet werden, um ihren Schülern ein praktisches Handwerkszeug für die digitale Welt mitgeben zu können.

Am Digital Campus Vorarlberg wird auf verschiedene Lernmethoden gesetzt. Digitale Inhalte, Präsenzveranstaltungen, Lerngruppen – die maßgeschneiderten Bildungsangebote und praxisorientierten Vermittlungsmethoden passen auch in das Leben von berufstätigen Menschen. Der Digital Campus Vorarlberg basiert auf einer engen Partnerschaft mit dem WIFI, dem BFI sowie der Hamburger Fernhochschule, der Fachhochschule Wien und der Alpen Adria Universität. Weitere Bildungspartner, wie beispielsweise die FH Vorarlberg, werden laufend gesucht und in die Angebotspalette des Campus eingebunden. 

Platz für viele Talente

Arbeiterkammerpräsident Hubert Hämmerle: „Wir müssen in die Qualifikation der Arbeitnehmer investieren. Sie sind der Schlüssel zu Innovation und tragen die Veränderungen in der Arbeitswelt mit, wenn sie das notwenige Rüstzeug dazu erhalten. Wir stellen ihnen am Digital Campus Vorarlberg ein niederschwelliges Angebot zur Verfügung und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung und Schaffung guter Arbeitsplätze in Vorarlberg.“ Die Vorarlberger Arbeiterkammer wird dazu, wie in ihrem Zukunftsprogramm beschlossen, in den nächsten Jahren erhebliche Budgetmittel aufwänden, die direkt den Mitgliedern zugutekommen. Wie Präsident Hämmerle erklärte, zählt dazu neben den Investitionen in den Campus unter anderem die Schaffung einer Arbeitsstiftung für digitale Kompetenz zusammen mit dem AMS und die Bereitstellung von Stipendien für Aus- und Weiterbildungen am Digital Campus Vorarlberg.  

Innovationskraft der Unternehmen stärken 

Für Wirtschaftskammerpräsident Hans Peter Metzler sind es vor allem die kleineren und mittleren Produktions- und Dienstleistungsbetriebe, die vor besonders großen Herausforderungen stehen. „In diesem Segment benötigen wir sehr viele kreative, unternehmerisch denkende Mitarbeiter, für die das Verstehen von Algorithmen künftig ebenso zu den Selbstverständlichkeiten zählt, wie heute das Erlernen einer Fremdsprache. Wenn wir nicht nur über die Gefahren der Digitalisierung lamentieren, sondern deren Chancen nutzen, wird unsere Region auch künftig eine wirtschaftliche Führungsrolle im europäischen Umfeld einnehmen.“ Für die Wirtschaftskammer war es deshalb klar, dass sie bei dieser Vorarlberger Initiative von Anfang an maßgeblich beteiligt ist. Metzler: „Das ist ein erster, ganz wesentlicher Schritt. Wir werden uns aber auch in die von WKÖ Präsident Mahrer angekündigte bundesweite Initiative einbringen. Wichtig ist mir, dass wir als Vorarlberger Sozialpartner hier ungeachtet interessenspolitisch motivierter Gegensätze gemeinsam der Herausforderung der Digitalisierung begegnen.“

 

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