Keine Kapitulation vor den Bauträgern

AK will neue Wohnbauförderung: 

Auf völliges Unverständnis stößt bei der Vorarlberger Arbeiterkammer die Absicht des Landes, die zulässigen Baukostenhöchstgrenzen der Wohnbauförderung auf Zuruf der Bauträger in Höhe des Baukostenindexes von 14,9 Prozent zu erhöhen. Eine so hohe Anhebung wäre ein völlig falsches Signal und leiste absolut keinen Beitrag zur Förderung leistbaren Wohnens.  

Das Nachbarland Tirol geht diesbezüglich einen anderen Weg und hat trotz ebenfalls steigender Baupreise im Vergleichszeitraum Juli 2019 bis Juli 2021 die zulässigen Gesamtbaukosten um nur 7,57 Prozent angehoben und ist damit deutlich unter der Steigerung des österreichweiten Baukostenindexes geblieben. Eine ähnlich mutige Entscheidung würde man sich seitens der AK Vorarlberg auch vom zuständigen Landesrat erwarten, erklärt Dir. Rainer Keckeis.  

Seiner Ansicht nach ist die bestehende Wohnbauförderung sowohl hinsichtlich ihrer Verteilungswirkung als auch der damit verbundenen Absicht – die Schaffung von Wohnungseigentum für Arbeitnehmer günstiger zu machen ­– in den letzten Jahren weitgehend unwirksam geworden. Keckeis: „Das ist leider nicht zufällig passiert, sondern das Ergebnis der Landeswohnbaupolitik, die ausschließlich die Anliegen der Bauwirtschaft vertritt.“ Mit dem Ergebnis, dass heute nur noch jedes vierte Eigenheim mit einer Wohnbauförderung errichtet wird. Dabei zahlen alle Arbeitnehmer ein Prozent ihres Bruttoeinkommens (Dienstnehmer und Dienstgeberanteil 0,5 Prozent) für die Finanzierung der Wohnbauförderung.  

Für AK Direktor Rainer Keckeis ist das Förderinstrumentarium in der derzeitigen Form überholt und benachteiligt die kleinen Einkommensbezieher, weil sie sowieso nicht mehr in den Genuss kommen, Wohnungseigentum erwerben zu können. Er fordert eine massive Aufwertung des gemeinnützigen Wohnbaus sowie die Bindung von Baugenehmigungen bei Wohnanlagen an die Auflage, einen Teil der Wohnungen zu den Konditionen des gemeinnützigen Wohnbaus zur Verfügung stellen zu müssen. „Darüber hinaus müssen auch die Möglichkeiten der Raumplanung stärker in die Bemühungen eingebunden werden, Wohnraum zu leistbaren Preisen für die arbeitenden Menschen zu schaffen“, fordert Keckeis. Dazu zählt seiner Ansicht nach auch die Vorgabe höherer Baunutzungsziffern, die ein wesentlicher Kostendämpfungsfaktor sein können.

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