AK startet Petition für 1700 Euro Mindestlohn

VorarlbergerInnen finden: Ein „Danke“ reicht für die Heldinnen und Helden des Alltags nicht – AK-Umfrage ergibt 90 Prozent für höhere Netto-Löhne

Dankeschön und Schulterklopfen sind zu wenig: Die AK hat deshalb eine Online-Petition ins Leben gerufen. Sie fordert darin die Dienstgeber im Handel, den Gesundheits- und Sozialberufen auf – allen voran das Land Vorarlberg, geleistete Vollzeitarbeit mit mindestens 1700 Euro netto wertzuschätzen.  

Sie haben die Regale der Supermärkte befüllt, Kunden bedient, an der Kassa gesessen, Waren ausgeliefert, Kranke, Senioren und Bedürftige betreut: Ohne diese Heldinnen und Helden des Alltags hätten wir die Corona-Krise niemals bis hierher auch nur annähernd so gut überstanden. Das sieht nicht nur die AK Vorarlberg so. 

An der großen Online-Umfrage der AK, die unter www.ak-vorarlberg.at/umfrage-mindestlohn noch läuft, haben sich bislang mehr als 5500 Menschen beteiligt. 3340 vollständige Antwortsätze ergeben eine 90-prozentige Zustimmung zu einem Mindestlohn von 1700 Euro netto. Das entspricht einem Vollzeit-Stundenlohn von zehn Euro. Tatsächlich aber gehen 22.400 Frauen und Männer im Einzelhandel, Gesundheits- und Sozialwesen und in den Pflegeheimen mit weniger Gehalt nachhause. Das ist ungerecht und muss sich ändern. 94 Prozent der Befragten fordern konkrete Maßnahmen. 

Wer den Worten von Bundeskanzler Sebastian Kurz anlässlich des 75. Geburtstags der Republik Glauben schenkt, darf von der Politik eine grundlegende Veränderung erwarten. Kurz betonte: „Wir haben in der aktuellen Krise wieder gesehen, dass die Menschen die unsere Gesellschaft am Laufen halten nicht immer auch die sind, die den größten Bonus ausbezahlt bekommen. Egal ob Pflegepersonal, Sicherheitskräfte, Supermarktmitarbeiter. Wer hart arbeitet, der soll auch künftig mehr zum Leben haben. Das ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, aber in Zeiten wie diesen auch notwendig, um den Inlandskonsum wieder anzukurbeln.“ 

Damit es nicht bei Lippenbekenntnissen bleibt, ergreift die AK Vorarlberg die Initiative. „Wir verdanken den Heldinnen und Helden so viel“, sagt AK-Präsident Hubert Hämmerle, „dass eine einmalige Prämie zu kurz greift.“ Die AK Vorarlberg fordert daher die Dienstgeber im Handel, den Gesundheits- und Sozialberufen und die Vorarlberger Landesregierung auf, einen ersten Schritt hin zu einer konkreten und nachhaltigen Verbesserung zu gehen und den sogenannten „systemrelevanten Berufsgruppen“ Vollzeitarbeit mit einem Gehalt von mindestens 1700 Euro netto im Monat  zu entlohnen. Um den Ankündigungen, Versprechen und Wünschen auch Taten folgen zu lassen, könnte das Land Vorarlberg in seiner Rolle als einer der größten Arbeitgeber in Vorarlberg ein Zeichen setzen und ein Vorbild für die Privatwirtschaft sein, schlägt die AK vor. 

Das ist keineswegs utopisch. Das Team der AK hat sich die Anzahl der Betroffenen und die Kosten gut angeschaut. Würden etwa alle Bediensteten in den Vorarlberger Landeskrankenanstalten wenigstens 1700 Euro monatlich netto verdienen, kostete es das Land rund drei Millionen Euro mehr pro Jahr. So viel kostet das Sammeln von achtlos weggeworfenem Abfall in Vorarlberg jedes Jahr. 

Frauen und Männer, die auch der Ansicht sind, dass die Heldinnen und Helden des Alltags einen Mindestlohn von zehn Euro netto pro Stunde – das sind 1700 Euro monatlich – verdienen, unterstützen die Petition: 

fairpayvorarlberg.at
https://www.openpetition.eu/at/petition/online/fairpay-fuer-corona-heldinnen

Unsere Dankbarkeit gegenüber den Menschen, die das Land am Laufen hielten, darf sich nicht in einem Aufflackern erschöpfen. Sichtbar wurde über diese sieben Wochen hinweg, dass hier ein lange schon bestehendes Unrecht beseitigt werden muss. Ein Staat, der über Nacht Milliardenpakete für die Wirtschaft schnüren kann, hat auch die Kraft dazu.

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