Mit Impulsprogramm gegen Rekordarbeitslosigkeit

AK für offensive Arbeitsmarktpolitik 

Die Vorarlberger Arbeiterkammer berät mit dem Land Vorarlberg und dem AMS über dringend notwendige Maßnahmen zur Bekämpfung der derzeitigen Rekordarbeitslosigkeit. Dabei steht, wie AK Präsident Hubert Hämmerle betont, die Sorge um die Berufsaussichten von Jugendlichen im Focus. Er könnte sich vorstellen, dass es ähnlich dem ehemaligen Erfolgsmodell des „Blum-Bonus“ einen Anreiz für Betriebe gibt, die sich im Gegensatz bereit erklären, zumindest gleich viele oder sogar mehr Jugendliche wie im Vorjahr auszubilden. 

Fix ist bereits, dass das Land Vorarlberg im Bereich der Individualförderung über Kurskostenübernahmen und der Lehrlingsförderung das AMS finanziell unterstützt. Derzeit wird auch daran gearbeitet, die bestehende Stiftung „Schaffa im Ländle“ zu erweitern. Das derzeit verständlicherweise sehr zögerliche Engagement der heimischen Betriebe, im Rahmen der Implacementstiftungen Plätze zur Verfügung zu stellen, soll durch die Senkung des Unternehmensbeitrags oder höherer Ausbildungsförderungen verbessert werden. Zudem startet bereits im Herbst eine sozialökonomische Personalüberlassung.

Die von der Arbeiterkammer organisierte Aktion „Du kannst was“, bei der fachlich qualifizierte, angelernte Arbeitskräfte zu einem Lehrabschluss kommen, steht künftig auch vom AMS betreuten Personen offen. Diese Aktion kommt derzeit in drei Berufsgruppen – Köche, Handelsangestellte und Metallgewerbe – zustande und soll nun laufend um neue Berufsbilder ergänzt werden, kündigt AK Präsident Hubert Hämmerle an. 

Digitales Pionierjahr

Die AK Vorarlberg führt im kommenden Jahr einen Pilotversuch für ein freiwilliges Orientierungsjahr für Jugendliche – ähnlich dem freiwilligen sozialen Jahr – in technischen Berufen mit Digitalisierungsschwerpunkten durch. Diese Aktion wird bundesweit nur in Oberösterreich und Vorarlberg angeboten, soll nach dem ersten Jahr evaluiert werden und in der Folge auf ganz Österreich ausgerollt werden. Die Teilnehmer erhalten eine mehrwöchige Grundausbildung in Fragen der Digitalisierung und sind dann für weitere acht Monate in einem Betrieb in einem Praktikum. Während der theoretischen Ausbildung erhalten sie ein Stipendium, danach einen Praktikantenlohn mit voller sozialversicherungsrechtlicher Absicherung. „Dieses digitale Pionierjahr könnte bei entsprechendem Interesse in Vorarlberg als Maßnahme für arbeitssuchende Jugendliche auf 100 Plätze aufgestockt werden“, erklärt AK Präsident Hubert Hämmerle an. Ziel der Aktion ist es, Jugendliche verstärkt zu Berufsausbildungen im Bereich Technik und Digitalisierung zu motivieren. 

Arbeitsmöglichkeiten schaffen, statt Arbeitslosigkeit verwalten

 Auch für den sogenannten zweiten Arbeitsmarkt ortet die AK Vorarlberg dringenden Handlungsbedarf. „Langzeitarbeitslose Menschen über 55 haben es immer schon schwer gehabt, einen Arbeitsplatz zu finden. Seit der Coronakrise ist es für diese Menschen noch unwahrscheinlicher, dass sie den Weg zurück ins Berufsleben finden“, ist Präsident Hämmerle überzeugt. Er möchte deshalb, dass für diese Gruppe am zweiten Arbeitsmarkt Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen werden, die auf Dauer bzw. bis zur Pensionierung, angelegt sind. „Die betroffenen Menschen nur von der Arbeitslosigkeit in Schulungskurse, in Transitarbeitsplätze und danach wieder in die Arbeitslosigkeit zu fördern, ist ökonomisch falsch und zeugt von wenig Wertschätzung für deren Situation. Viele dieser arbeitssuchenden, älteren Menschen sind gut ausgebildet, haben jahrelange Berufserfahrung und sind arbeitswillig. Für sie brauchen wir besonders jetzt nach Corona eine nachhaltige Perspektive.“

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