2025
Barbara Schmitz: Verletzbarkeit
Aufzeichnung des Vortrags bei Wissen fürs Leben.
Dürfen wir noch hoffen? Oder gar zuversichtlich sein?
Stefan Krafft glaubt schon. Wer den Kopf aus dem täglichen Dauerfeuer schlechter Nachrichten erhebt und jeden neuen Tag als Geschenk begreift, geht anders durchs Leben.
Die Menschen sind viel netter zueinander, als man denkt. Reichtum und Erfolg sind schon ok, aber wer in positive soziale Bindungen investiert, lebt viel zufriedener. Das sagt der World Happiness Report 2025. Zum achten Mal in Folge sind die Finnen die glücklichsten Menschen der Welt, obwohl sich ihr Land unmittelbar vom Aggressor Russland bedroht sieht. Die USA indes, die ihr Präsident Donald Trump ja wieder „great again“ machen will, befinden sich am absteigenden Ast.
Andreas Krafft hat noch mehr Widersprüche im Gepäck. Seit 16 Jahren befasst sich Krafft mit dem Thema Hoffnung. Er lehrt an den Universitäten St. Gallen, Zürich und Berlin und arbeitet mit Jugendlichen. Seit mehr als zehn Jahren leitet er das internationale Forschungsnetzwerk des Hoffnungsbarometers: Er fragt die Menschen nach ihrem Blick auf die Zukunft und nach ihren Hoffnungen.
Weltweit wurden 2024 mehr als 10.000 Menschen in 17 Ländern erfasst. Das Ergebnis ernüchtert. Zwei Drittel glauben nicht daran, dass die Welt sich positiv verändern wird. Schlimmer noch: 80 Prozent der Befragten zeichneten dystopische Bilder, wenn sie die Welt in 20 Jahren beschreiben sollten: „Sie wird ein Unort sein, erfüllt von Krisen und Katastrophen.“
Bis heute hat sich die Stimmung begreiflicherweise nicht verbessert. Dabei geht es den Menschen am Bodensee grundsätzlich gut – auf ihr persönliches Leben blicken sie grundsätzlich optimistisch. Doch belastet sie die globale Unsicherheit durch Kriege, die politischen Krisen in Europa und den USA und die wirtschaftlichen Hiobsbotschaften im Minutentakt. Negative Nachrichten dominieren in den Medien. Da fühlen sich viele Menschen bedroht und perspektivlos.
Auf persönlicher Ebene fragen sich viele junge Menschen, ob sie überhaupt eine Familie gründen sollen, ob sich eine höhere Ausbildung noch lohnt und wofür sie sich engagieren sollen. „Je bedrohlicher die Welt erscheint, desto stärker schalten viele Menschen auf den sogenannten Überlebensmodus um und desto weniger setzen sie sich für mehr Solidarität und Gemeinschaft ein, was aber dringend notwendig wäre“, sagt Krafft.
Er ist überzeugt, dass man die Zukunft auch anders denken kann. Wer jeden Tag als ein Geschenk betrachtet, wird mit diesem Geschenk auch anders umgehen und die Zukunft anders gestalten. Denn Kraffts Team hat erhoben, dass es am gemeinsamen Ziel nicht gebricht: Die Befragten wünschen sich unisono eine harmonischere Gesellschaft, die auf Nachhaltigkeit, Zusammenarbeit und eine gleichmäßige Verteilung des Wohlstands achtet.
Hungrig nach Philosophie, Soziologie, Psychologie, Religion – kurz: Wissen fürs Leben? Alle Termine der Veranstaltungsreihe finden Sie hier:
Wissen fürs LebenAlle Vorteile als AK-Mitglied direkt in die Inbox – jeden Montag neu!
Jetzt abonnieren:
Erleben Sie die Menschen hinter dem Schaffarei Festival 2025 – danke an alle, die dieses magische Wochenende ermöglicht haben.
Die Zeit ist reif! hieß es vom 4. bis 6. September 2025 beim Schaffarei Festival im AK Quartier in Feldkirch.
Vernissage im Museum des Wandels mit Ruth Laner. Erfahre mehr über ihren Weg!
Datum: 10.7.2025
Wie stark die Wohnkosten belasten – und was Menschen in Vorarlberg dazu sagen.
Datum: 07.07.2025
Wissen fürs Leben
Telefon +43 (0)50 258 1624
E-Mail wissen@ak-vorarlberg.at
Anmeldungen sind ausschließlich über das Online-Formular der Veranstaltung möglich.
Die meisten unserer Vorträge finden Sie auf unserem Youtube-Kanal.
© 2026 AK Vorarlberg | Widnau 4, 6800 Feldkirch | +43 (0) 50 258