Vorarlberger Gleichstellungsbericht 2026

Zahlen & Fakten zur Gleichstellung in Vorarlberg

Fünf Jahre lang hat Vorarlberg auf neue Daten zur Gleichstellung gewartet. Die AK Vorarlberg hat Druck gemacht, nun liegen die Fakten auf dem Tisch.

Die Ergebnisse des Gleichstellungsberichts 2026 zeigen ein eindeutiges Bild: Vorarlbergs Frauen sind hervorragend ausgebildet – stehen bei Einkommen, Care-Arbeit und Karrieremöglichkeiten aber weiterhin vor strukturellen und gesellschaftlichen Hürden. Hier die wichtigsten Indikatoren und welche politischen Schritte jetzt notwendig sind.

Zentrale Ergebnisse

Die wichtigsten Ergebnisse des Gleichstellungsberichts 2026

Der von L&R Sozialforschung im Auftrag der AK Vorarlberg, der Landesregierung und des ÖGB erstellte Bericht beleuchtet die Lebens- und Arbeitsrealität von Frauen in Vorarlberg.

Schlusslicht beim Gender Pay Gap

Vorarlberg weist im bundesweiten Vergleich nach wie vor den größten Einkommensnachteil für Frauen auf.

  • Brutto-Einkommensunterschied: Frauen verdienen im Median insgesamt 44 % weniger als Männer, bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung liegt der Gender Pay Gap bei 20 %.
  • Ungleichheit ab dem Berufsstart: Bereits in den Top-10-Lehrberufen liegt der Einkommensnachteil für Berufseinsteigerinnen bei rund 15 %.

Unbezahlte Sorgearbeit & Teilzeit-Falle

Teilzeitarbeit ist in Vorarlberg weiblich – und selten eine rein freiwillige Entscheidung:

  • Höchste Teilzeitquote: 58 % aller erwerbstätigen Frauen (und 82 % der Mütter mit Kindern unter 15 Jahren) arbeiten in Teilzeit. Bei Männern liegt die Teilzeitquote bei lediglich 12 % (bzw. 6 % bei Vätern).
  • Kompletter Zweitjob: Frauen in Vorarlberg leisten täglich im Schnitt 4 Stunden und 17 Minuten unbezahlte Haus- und Sorgearbeit. Männer übernehmen mit 2 Stunden und 18 Minuten knapp die Hälfte.
  • Verheerende Spätfolgen: Die lange Erwerbsunterbrechung und Teilzeit führen zu einer eklatanten Pensionslücke – Frauen beziehen im Alter im Schnitt 45 % weniger Pension als Männer.

Kinderbetreuung:  Angebot vs. veraltete Rollenbilder

Der Ausbau von Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen schreitet voran, stößt aber an eine gesellschaftliche Grenze:

  • Nur 15 % der 3- bis 5-jährigen Kinder besuchen in Vorarlberg eine ganztägige Einrichtung (Österreichschnitt: 55 %).
  • Qualitative Befragungen zeigen: Neben fehlenden Ganztagsangeboten halten sich veraltete Rollenbilder in Vorarlberg besonders hartnäckig.

Bericht herunterladen

Gleichstellungsbericht 2026 (PDF) herunterladen


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