26.11.2018

Teilzeit arbeitenden Frauen droht Altersarmut!

„Nicht jede atypische Beschäftigung ist gleichzeitig prekär. Entscheidend ist, ob der Lohn für den Lebensunterhalt und die soziale Absicherung ausreicht. Wir dürfen durchaus den Anspruch erheben, dass „Schaffa“ im Ländle die Menschen zufrieden machen sollte“, sagte AK-Präsident Hubert Hämmerle bei der Präsentation der neuen AK-Studie zur Prekarität und Erwachsenenarmut in Vorarlberg. Schließlich sei das ja auch das Credo, das wir täglich von Politik und Wirtschaft hören. „Wenn Vorarlberg im Jahre 2035 der chancenreichste Lebensraum für Kinder sein soll, kommen die Ergebnisse, Forderungen und Empfehlungen aus dieser Studie gerade zum richtigen Zeitpunkt.“ Insgesamt ist die Prekarität in den letzten zehn Jahren generell gewachsen. Das gilt vor allem für Frauen in Teilzeit. 

Pressekonferenz 26.11.2018 (0,2 MB)

Studie: Prekarität und Erwerbsarmut im Fokus (1,0 MB)

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„Wenn prekäre Jobs zunehmen, bedeutet das auch, dass Arbeits- und Lebensverhältnisse unsicherer werden. Deshalb stellen wir die Weiterentwicklung der Arbeitswelt und ihrer Rahmenbedingungen im Sinne der Beschäftigten auch in den Fokus unserer Arbeit“, so der AK-Präsident. Die Autorin der Studie, Dr.in Eva Häfele, hat bereits im Jahr 2008 im Auftrag der AK die Situation prekärer Arbeitsverhältnisse analysiert. Zehn Jahre später steht jetzt ein umfangreiches Update zur Verfügung, das die Entwicklung prekärer Beschäftigungs­verhältnisse und der Erwerbsarmut aufzeigt.

Prekarität weitet sich aus

Die Prekarität in Form atypischer Beschäftigungen ist in ihren unterschiedlichen Ausprägungen generell gewachsen. Dies gilt vor allem für die Beschäftigung von Frauen in Teilzeit. Deren Zahl ist innerhalb der letzten zehn Jahre am meisten gewachsen – nämlich um 6,1 auf 51,3 Prozent“, erklärt die Studienautorin. Das ist österreichweit der höchste Wert. Häfele: „Teilzeitbeschäftigung ist zwar eine atypische Beschäftigungsform, per se aber noch keine prekäre. Sie kann aber zu individueller Erwerbsarmut führen, wenn ein geringes Stundenausmaß und ein geringer Verdienst zusammenkommen. Hier macht sich bemerkbar, dass in letzter Zeit viele geringfügig beschäftigte Frauen in eine Teilzeit­beschäftigung mit geringem Stundenausmaß gewechselt haben.

Altersarmut vorprogrammiert

Die Zahlen für Vorarlberg zeigen, dass Teilzeitbeschäftigung noch immer eine frauenspezifische Beschäftigungsform ist, die meist in Niedriglohnbranchen zu finden ist. In Vorarlberg arbeiten rund 50.000 Menschen in Teilzeit, davon sind 43.400 weiblich. Besonders angestiegen ist die Quote bei Frauen im Alter von 35 bis 54 Jahre. „Dieser Anstieg ist auch deshalb besorgniserregend, weil so bei vielen Frauen der nahtlose Übergang von der Erwerbsarmut in die Altersarmut vorprogrammiert ist“, zeigt sich AK-Präsident Hämmerle besorgt. 

Risikogruppen

Die Risikogruppen für Prekarität und Erwerbsarmut haben sich in den letzten zehn Jahren nicht verändert. „Neben Teilzeit arbeitenden Frauen haben Beschäftigte in Niedriglohnbranchen sowie Geringqualifizierte mit maximal Pflichtschulabschluss das größte Risiko, immer wieder arbeitslos zu werden bzw. in eine dauerhafte Erwerbslosigkeit zu geraten“, erläutert Dr.in Häfele. Sie ist auch überzeugt, dass in diesem Zusammenhang der zweite Arbeitsmarkt ein unverzichtbares Instrument darstellt, um dem gegensteuern zu können.