2.10.2025
Konsum
Vom Vorurteil zur Chance: Warum Vorarlberg mehr gemeinnützigen Wohnbau braucht
KW9,Konsum,Mieten,Politik,Sozialstaat,Vorarlberg,Wohnen
Gemeinnütziger Wohnbau schafft leistbaren Wohnraum für alle. Trotzdem ist sein Anteil in Vorarlberg so gering wie fast nirgendwo sonst. Warum ist das so? Und wieso lohnt es sich für uns alle, das endlich zu ändern?
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Das sind doch nur Sozialwohnungen … Die sind billig, aber schlecht gebaut … Da wohnen nur Leute mit Problemen – solche Vorurteile hört man über den gemeinnützigen Wohnbau immer wieder. Doch sie sind falsch und verhindern genau das, was es in Vorarlberg dringend braucht: mehr leistbaren Wohnraum.
Gemeinnütziger Wohnbau zählt zu den wirksamsten Mitteln, um in finanziell angespannten Wohnungsmärkten ein preisgünstiges Wohnangebot zu schaffen, und das für breite Bevölkerungsschichten. Von jungen Familien bis zum Seniorenpärchen. Von der Hochschulabsolventin, die gerade ins Berufsleben einsteigt, bis zum Busfahrer, der kurz vor der Pension steht.
Neben der finanziellen Entlastung für die Menschen bietet der gemeinnützige Wohnbau auch viele weitere Vorteile: Statt »Problemvierteln« entstehen in Wirklichkeit sozial durchmischte, lebendige Wohnquartiere. Angebote wie Gemeinschaftsräume, Spielplätze und Freiflächen ermöglichen Begegnungen und stärken das Miteinander. Der gemeinnützige Wohnbau erfüllt heute zudem höchste Standards bei Energieeffizienz und Ausstattung. Verdichtetes, energieeffizientes Bauen schont Flächen und senkt die Betriebskosten.
Gemeinwohl statt Gewinnmaximierung
Der vielleicht größte Vorteil des gemeinnützigen Wohnbaus? Den gemeinnützigen Bauträgern geht es nicht um maximalen Gewinn – sie orientieren sich an den tatsächlichen Kosten. Das Ergebnis: deutlich günstigere Mieten bei gleichzeitig höherer Wohnqualität. Überschüsse werden reinvestiert, um neue Wohnungen zu schaffen, statt in die Taschen von Investor:innen zu fließen. So wird Wohnraum dauerhaft für viele leistbar.
In Vorarlberg leben laut Statistik Austria nur zehn Prozent der Haushalte in gemeinnützigen Mietwohnungen. Ausgerechnet in Vorarlberg, wo Wohnen immer teurer wird, hinkt der gemeinnützige Sektor hinterher. Vier Anbieter errichten jährlich 500 bis 550 neue Wohnungen – viel zu wenig, um den Bedarf zu decken. Zum Jahresende 2024 waren in Vorarlberg 6.126 Anträge auf eine gemeinnützige Wohnung offen. Ein klares Zeichen für den enormen Bedarf.
Rückhalt in der Bevölkerung
Die AK Wohnumfrage 2025 hat gezeigt, dass das Interesse in Vorarlberg mittlerweile bis weit in die Mittelschicht reicht, die verzweifelt nach bezahlbarem Wohnraum sucht. Mehr als 30 Prozent der Umfrageteilnehmer:innen haben Interesse an gemeinnützigen Mietwohnungen. Viele lassen sich gar nicht mehr vormerken, weil sie die Hoffnung angesichts des fehlenden Angebots bereits aufgegeben haben.
Die Entwicklung der Wohnsituation in Vorarlberg zeigt, dass es im Land höchste Zeit ist für eine Forcierung des Sektors: Gemeinnütziger Wohnbau ist für leistbares Wohnen die Lösung. Vorurteile halten den Ausbau auf und lösen kein einziges Wohnungsproblem. Wer aufhört, in Klischees zu denken, und anfängt, in Chancen zu investieren, schafft leistbaren, qualitativ hochwertigen und nachhaltigen Wohnraum. Die AK Vorarlberg steht dabei fest an der Seite der Arbeitnehmer:innen – und appelliert an die Landespolitik: Treiben wir den Ausbau des gemeinnützigen Wohnbaus endlich voran!
Was die AK Vorarlberg fordert
- Deutlich mehr gemeinnützige Mietwohnungen, um leistbaren Wohnraum langfristig zu sichern und soziale Wohnbauprojekte gezielt zu fördern
- Zweckgebundene Verwendung von Wohnbauförderung und Rückflüssen, damit Fördermittel dem gemeinnützigen Wohnbau zugutekommen
- Gesetzliche, finanzielle und organisatorische Verbesserungen, damit gemeinnützige Bauträger leichter Grundstücke erwerben können
- Ausschöpfung von Bundesmitteln, um bestehende Förderprogramme optimal zu nutzen und zusätzliche finanzielle Ressourcen zu aktivieren
- Ausbau von Sanierungsförderungen, damit bestehende Wohngebäude effizient modernisiert und langfristig erhalten werden können
- Unbefristete Mietverhältnisse im gemeinnützigen Wohnungssektor
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