Ausstellung "Die rote Linie": Bis zum 17. April im Foyer der Arbeiterkammer in Feldkirch. © Jürgen Gorbach, AK Vorarlberg
Ausstellung "Die rote Linie": Bis zum 17. April im Foyer der Arbeiterkammer in Feldkirch. © Jürgen Gorbach, AK Vorarlberg
24. Februar 2022
Soziales

Die rote Linie: Ausstellung gegen Gewalt an Frauen

Frau,Gesellschaft,Solidarität

Im Foyer der AK Vorarlberg wird vom 24. Februar bis zu 17. April 2022 die Wanderausstellung „Die rote Linie“ zu sehen sein. Nachdrücklich, aber mit viel Feingefühl, beschäftigt sich die Ausstellung mit sexualisierter Gewalt an Frauen. Und sie zeigt Auswege auf.

Die Idee zum inhaltlichen Konzept hatte Lisa-Maria Metzler vom Institut für Sozialdienste (ifs). In der Frauenberatungsstelle bei sexueller Gewalt haben sie und ihre Kolleginnen täglich mit Betroffenen zu tun. Sie erhalten Einblicke in Abgründe, die inmitten unserer Gesellschaft klaffen – und leider oft erst dann wahrgenommen werden, wenn es zu spät ist.

Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter

Das neue Jahr ist noch keine zwei Monate alt. Doch gab es in 2022 bereits vier mutmaßliche Femizide in Österreich sowie sieben Mordversuche bzw. schwere Gewalt gegen Frauen. 31 Frauen starben vergangenes Jahr gewaltsam. 30 davon durch die Tat des (Ex-)Partners, eines Bekannten oder eines Familienmitglieds.

75 Prozent aller Frauen in Österreich haben sexuelle Belästigung erlebt.

ÖIF, 2011

Das ist freilich nur die Spitze des Eisberges. „Gewalt gegen Frauen beginnt nicht mit Mord“, sagt die Politikwissschaftlerin Natascha Strobl. „Sie beginnt mit vermeintlich ‘harmlosen’ Witzen, mit Unterdrückung und Belästigung. Nicht jeder Mann, der auf der Straße einer Frau hinterherruft, wird zum Mörder. Aber beidem liegt dieselbe Frauenverachtung zugrunde.“

Umso wichtiger ist es, auf das Thema aufmerksam machen. Die Ausstellung der Frauenberatungsstelle des ifs möchte sensibilisieren, enttabuisieren, entstigmatisieren und Vorurteile beseitigen. Für die Umsetzung der Wanderausstellung arbeite das ifs eng mit dem Frauenmuseum Hittisau zusammen.

#FÜRDICH: Literatur gegen Gewalt an Frauen in der AK Bibliothek

Wir haben in unserem Bestand Bücher und Filme für dich herausgesucht, die Gewalt gegen Frauen thematisieren, das Problembewusstsein schärfen und Mut machen, sich aktiv gegen Gewalt zu positionieren.

Die rote Linie: Eine Ausstellung, die Mut machen will

„Niemand soll geknickt aus der Ausstellung herausgehen“, sagt Ulrike Furtenbach, Leiterin der ifs Gewaltschutzstelle. Deshalb liegt der Fokus vor allem auch auf Frauen, die sexualisierte Gewalt bereits öffentlich thematisieren oder sich dagegen engagieren. So zum Beispiel die österreichische Rapperin Yasmo.

„Es gibt Möglichkeiten zur Gegenwehr. Darum ist es uns ganz wichtig, auch aufzuzeigen, welche Auswege es gibt.“ Denn trotz der mittlerweile zahlreichen Hilfsangebote fällt es Betroffenen häufig immer noch schwer, sich Unterstützung zu suchen.

Über ein Drittel der betroffenen Frauen erlebt Gewalt am Arbeitsplatz.

ÖIF, 2011

Als Anlaufstelle für Betroffene bietet die ifs Frauenberatungsstelle bei sexueller Gewalt einen geschützten Raum. Die Beraterinnen hören zu und zeigen Möglichkeiten auf. Alles kann, nichts muss. Die Beratung ist absolut vertraulich und kostenlos. „Die Frau steht bei uns im Mittelpunkt“, betont Furtenbach. „Sollte sie sich dazu entscheiden, rechtliche Schritte einzuleiten, stehen wir ihr auch während des Prozesses zur Seite.“

Hilfsangebote bei sexualisierter Gewalt

Frauenhelpline gegen Gewalt: 0800 222 555
ifs Frauenberatungsstelle bei sexueller Gewalt: +43 5 1755-536

Über die Wanderausstellung „Die rote Linie“

Wann: 24. Februar bis 17. April 2022
Wo: Foyer der AK Vorarlberg, Widnau 2-4, Feldkirch

Anfragen für Führungen
an die ifs Frauenberatungsstelle bei sexueller Gewalt
Telefon: 05-1755-536
E-Mail: frauenberatungsstelle@ifs.at

Ein Projekt von ifs Frauenberatungsstelle bei sexueller Gewalt / ifs Opferschutz und Frauenmuseum Hittisau, mit Unterstützung der Arbeiterkammer Vorarlberg.

30 Prozent aller Frauen in Österreich haben sexualisierte Gewalt erlitten.

ÖIF, 2011

Kuratorin: Stefania Pitscheider Soraperra, FMH
Inhaltliches Konzept: Lisa-Maria Metzler, ifs
Fachliche Supervision: Ulrike Furtenbach, ifs & Elisabeth Gruber, FMH
Film: Nikola Furtenbach und Jan Koller

Wir empfehlen den Besuch der Ausstellung ab 16 Jahren.

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