21.7.2026
Bildung
Den Wandel wagen: Heike Pourian über Wahrnehmung, Körper und eine lebenswerte Zukunft
Bildung,Gesellschaft,Klimawandel,Nachhaltigkeit,Veranstaltungen,Wissen fürs Leben
Vortrag und Workshop der AK Reihe „Wissen fürs Leben“ laden dazu ein, gesellschaftlichen Wandel neu zu denken – und körperlich zu erfahren. Heike Pourian verbindet Tanz, Wahrnehmung und Kulturkritik zu einem ungewöhnlichen Zugang für eine enkeltaugliche Welt.
Heike Pourian ist Kulturpädagogin und Tänzerin. Sie ist Mutter zweier erwachsener Kinder und hat das Buch „Eine berührbare Welt“ geschrieben.
In der Reihe "Wissen fürs Leben" lädt die AK namhafte ReferentInnen aus Philosophie, Psychologie, Natur-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften zu Vorträgen nach Feldkirch ein, die auf unserem Youtube-Kanal erhalten bleiben. Am 29. Oktober 2026 spricht Heike Pourian darüber, was es heißt, den Wandel zu wagen. Am 30 Oktober bietet sie in der AK einen Workshop an.
Vortrag und Workshop
„Als Menschheit stehen wir im Moment an einem Punkt, an dem die Sehnsucht nach einem tiefgreifenden Wandel spürbar wird“, schreibt sie. „Wir wissen aber noch nicht so recht, wie dieser Wandel zu bewerkstelligen ist. Eigentlich muss ein Wunder geschehen.“ Am 29. Oktober 2026 wird sie in der AK Reihe „Wissen fürs Leben“ den großen Paradigmenwechsel beschreiben. Anderntags wird die Tanzpädagogin in einem dreistündigen Workshop den Wandel und den Raum zwischen dem ausgedienten Alten und dem noch unbekannten neuen Land körperlich erfahrbar machen.
Heike Pourian: „Es ist unabdingbar geworden, dass wir uns mit jeder Faser unseres Seins dem Wandel widmen." © Tatjana Bach, Pourian
Tänzerische Erfahrungen
In ihren Jugendjahren in Oberbayern festigte ihre Zeit als Pfadfinderin die Liebe zum Draußensein, zum Zusammenleben in Gruppen und den gemeinschaftlichen Umgang mit Verantwortung. Heike Pourian tanzt mit Leidenschaft. Die Ausdrucksform der „Contact Improvisation“ hat sie bis zur Universität begleitet, wo sie heute als Dozentin unterrichtet. Heike Pourian ist überzeugt davon, dass die spielerische tänzerische Erfahrung einen inneren und letztlich auch einen äußeren Wandel bewegen kann.
Sie hat den Verein „contact bewegen“ mitbegründet und ist seit 2018 Mitglied bei Akademie für angewandtes gutes Leben, die sich selbstermächtigenden Bildungsprozessen für Nachhaltigkeit widmet. In der Wegwarte in Norddeutschland errichtet sie seit kurzem ihr eigenes Bildungszentrum.
Das Alte trägt nicht mehr
Ihr überaus persönliches Buch „Wenn wir wieder wahrnehmen“ zieht weite Kreise. Wass treibt sie an? „Wir müssen anerkennen: Wie sich im Moment das gestaltet, das wir Leben nennen, dient nicht dem Leben. Wenn sich nicht etwas Wesentliches verändert an unserer Kultur, dann wird die Menschheit als kurze Episode in die Geschichte des Lebens auf diesem Planeten eingehen. Ein evolutionärer Irrtum, eine Sackgasse, die in absehbarer Zeit ein Ende finden wird, weil wir mit unserer Lebensweise sowohl anderes Leben vergiften und auslöschen, als auch in logischer Folge unser eigenes. Ohne anderes Leben können wir nicht sein."
Unser Überleben hängt davon ab
Heike Pourian erzählt von ihren Erfahrungen im improvisatorischen Tanz. Ihr Buch "Wenn wir wieder wahrnehmen" erklärt ihre grundsätzlich prozesshafte, künstlerische Haltung dem Leben gegenüber und ermuntert die Leser:innen, sich anstecken zu lassen vom Mut zu mehr Sinnlichkeit. Nicht, weil das Spaß macht, sondern weil das Überleben der Menschheit davon abhängen könnte. Tiefer wahrzunehmen hat eine politische Dimension und kann uns den Weg weisen in eine lebenswerte und enkeltaugliche Welt.
Heike Pourian: „Es ist unabdingbar geworden, dass wir uns mit jeder Faser unseres Seins dem Wandel widmen. Unsere Kultur macht es uns allerdings sehr schwer, beides überhaupt zu spüren: die Fasern und das Sein. Wir haben den Kontakt zu unseren Körpern verloren und damit zu unseren Sinnesempfindungen. Und wir haben verlernt, einfach nur da zu sein. Wieder wahrnehmen zu lernen kann uns den Weg zu wirklicher Veränderung weisen. Es ist radikal und sehr politisch.“
In ihrem Buch „Wenn wir wieder wahrnehmen“ plädiert Heike Pourian dafür, dass wir Menschen unserem überbewerteten Verstand eine feine Wahrnehmungsfähigkeit und Sinnlichkeit zur Seite stellen. So kann wieder in Balance geraten, was längst in einer Schieflage steckt. Wie können Denken und Spüren in ein produktives Wechselspiel miteinander kommen und wie können wir aus so einer Haltung und Fähigkeit heraus die Welt lebensförderlich gestalten? Darum wird es in ihrem Vortrag und Workshop am 29. und 30. Oktober im Saal der AK in Feldkirch gehen.
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