Ariadne von ScWofür also lohnt es sich zu leben? Ariadne von Schirachs Antwort lautet: „Für das Leben! Für alles, was wir gemeinsam tun und erfahren, für Risiko und Leidenschaft und Hingabe. Für die Schönheit, für die Tapferkeit und für die Liebe.“hirach unterrichtet Philosophie und chinesisches Denken an der Berliner Universität der Künste, der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und der Donau-Universität Krems.
Wofür also lohnt es sich zu leben? Ariadne von Schirachs Antwort lautet: „Für das Leben! Für alles, was wir gemeinsam tun und erfahren, für Risiko und Leidenschaft und Hingabe. Für die Schönheit, für die Tapferkeit und für die Liebe.“ © Elisabeth Giovanoli, Schirach
21.7.2026
Bildung

Lebenskunst statt Selbstoptimierung: Ariadne von Schirach stellt die wichtigen Fragen unserer Zeit

Bildung,Gesellschaft,Klimawandel,Nachhaltigkeit,Veranstaltungen,Wissen fürs Leben

Mit ihrer Philosophie der Lebenskunst stellt die Philosophin und Bestseller-Autorin in der AK Reihe „Wissen fürs Leben“ die entscheidenden Fragen unserer Zeit – jenseits von Leistungsdruck und Selbstoptimierung.

Ariadne von Schirach unterrichtet Philosophie und chinesisches Denken an der Berliner Universität der Künste, der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und der Donau-Universität Krems. Sie schreibt viel beachtete Bücher und legt – mitunter genussvoll – den Finger stets treffsicher in die frischeste Wunde unserer Gesellschaft.

Wissen fürs Leben

In der Reihe "Wissen fürs Leben" lädt die AK namhafte ReferentInnen aus Philosophie, Psychologie, Natur-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften zu Vorträgen nach Feldkirch ein, die auf unserem Youtube-Kanal erhalten bleiben. Am 15. Dezember 2026 spricht Ariadne von Schirach darüber, was wir in Zeiten der Krise von der antiken Lebenskunst lernen können

Sie trägt einen berühmten Namen. Ariadne von Schirach ist die Tochter des Schriftstellers Richard von Schirach, der als Sinologe u. a. die Autobiographie des letzten chinesischen Kaisers Pu Yi übersetzt und herausgebracht hat. Sie ist aber auch die Enkelin des NS-Reichsjugendführers und Gauleiter von Wien Baldur von Schirach und der Schriftstellerin Henriette von Schirach. Ihr Großvater wurde als Kriegsverbrecher in Nürnberg verurteilt und saß in Spandau in Haft, ihre Großmutter war zeitweise Hitlers Sekretärin. Beide haben ihre nationalsozialistischen Überzeugungen nie aufgegeben.

Ariadne von Schirach ist die Schwester des mehrausgezeichneten Bestsellerautors Benedict Wells und die Cousine des Strafverteidigers und Schriftstellers Ferdinand von Schirach, dessen Bücher „Verbrechen“, „Schuld“, „Strafe“, der Fall Collini und zahlreiche andere ein Millionen-Publikum erreichen. 

Neue Lebenskunst

Ein Name wie dieser kann eine gewaltige Hypothek sein. Nicht ohne Grund hat Benedict Wells seinen Namen geändert. Ariadne von Schirach tat das nicht. Sie lebt mit ihrem Namen selbstbewusst und geht ihren ganz eigenen Weg. Der mündet in einer neuen Lebenskunst, die sie in ihrem Buch „Du sollst nicht funktionieren“ mit den Menschen teilt. Denn es ist wahrlich an der Zeit, nach dem guten Leben zu fragen. 

Wofür lohnt es sich zu leben?

Wofür lohnt es sich zu leben? Für die ewige Jugend, der wir aussichtslos hinterher hecheln? Für den Reichtum, wie auch immer er zustande gekommen sein mag? Für Beziehungen, die streng dem Nutzen-Aspekt gehorchen? Ariadne von Schirach empfiehlt dem Menschen in ihrem Buch zwei wesentliche Ratgeber: Den Tod, der bei der Erzählerin auf dem Sofa sitzt und Fragen stellt wie: „Woran willst du dich erinnern, wenn wir uns wiedersehen?“ Und ein Kind. „Eines, das schon sprechen kann und Fragen stellt und merkt, wenn die Antwort nicht der Wahrheit entspricht“, schreibt Ariadne von Schirach. „Der Tod erinnert uns an unsere Sehnsucht und das Kind erinnert uns an unseren Anstand.“

Mit sich selbst im Gespräch

Diese Lebenskunst setzt freilich voraus, dass wir mit uns selbst ins Gespräch kommen, uns wirklich zuhören. Und dafür brauchen wir Ruhe. Erst dann werden die wichtigen Fragen laut: Wie wollen wir leben? Was halten wir für wichtig? Ariadne von Schirach hält nichts davon, so schwerwiegende Fragen rasch den Experten zu überlassen. Denn „es ist notwendig, daran zu glauben, dass jeder und jede Einzelne alles besitzt, um der Experte ihres und seines Lebens zu werden, und darüber hinaus noch einen guten Instinkt hat für alles, was das Gemeinwohl und die Gesellschaft angeht.“ 

Für das Leben!

Wofür also lohnt es sich zu leben? Ariadne von Schirachs Antwort lautet: „Für das Leben! Für alles, was wir gemeinsam tun und erfahren, für Risiko und Leidenschaft und Hingabe. Für die Schönheit, für die Tapferkeit und für die Liebe.“

Ariadne von Schirach wird am Dienstag, 15. Dezember, das Vortragsjahr 2026 von „Wissen fürs Leben“ beenden. So, wie sie ist: lebensfroh und verwegen. Und elegant einen Ariadnefaden auslegen, den wir so dringend bräuchten, um aus dem Labyrinth unserer Verirrungen herauszufinden.

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