Elf Pionierinnen aus Vorarlberg, deren Leistung mehr Anerkennung verdient.
Vorarlbergs Frauen haben Geschichte geschrieben und schreiben sie weiter – doch viele ihrer beeindruckenden Leistungen sind kaum bekannt. Würden Sichtbarkeit und Anerkennung allein über ihren Erfolg entscheiden, müsste jeder ihre Namen kennen. Ihre Errungenschaften haben Grenzen überschritten, Widerstände überwunden und Veränderungen sowie Verbesserungen bewirkt. Es ist höchste Zeit, diese Frauen sichtbarer zu machen.
Im Herbst 2024 vertrat Jana Berchtold (Jahrgang 1999) als UN-Jugenddelegierte die Interessen junger Menschen bei den Vereinten Nationen. Die Politikwissenschaftsstudentin nahm am Zukunftsgipfel zur UN-Generalversammlung teil und sprach vor dem 3. Komitee der 79. UN-Generalversammlung.
Elisabeth Kuster
Elisabeth Kuster, gelernte Installateurin, ist die erste Frau, die im Montafon zur Bürgermeisterin gewählt wurde. In St. Gallenkirch überzeugte sie mit ihrem Fokus auf ein lebenswertes Miteinander für alle Generationen, zukunftsfähige Perspektiven für Tourismus, Handwerk und Landwirtschaft sowie eine starke, selbstbewusste Regionalität – und gewann die Mehrheit der Stimmen.
Angelika Simma-Wallinger
Angelika Simma-Wallinger (Jahrgang 1974) ist eine erfahrene Journalistin und Medienmanagerin. Über 15 Jahre war sie als Radiojournalistin und Moderatorin bei Ö3 tätig, später in leitender Funktion. 2015 wechselte sie zur Caritas und übernahm die österreichweite Kommunikationsleitung. Von 2019 bis 2022 unterrichtete sie an der FH Vorarlberg. Seit 2023 ist sie Chefredakteurin des ORF Vorarlberg.
Anita Frühwirth
Anita Frühwirth entdeckte mit neun Jahren ihre Leidenschaft für die Zither und gründete später ihre eigene Stubenmusikgruppe. Seit 2003 ist sie Vorsitzende des Vorarlberger Volksliedwerks und engagiert sich mit großer Hingabe für den Erhalt und die Förderung der regionalen Volksmusik – besonders in der Arbeit mit Jugendlichen.
Katharina Hertnagel
Katharina Hertnagel, bekannt als „Kitty“, stammt aus Sulzberg und setzt sich engagiert für Frauenrechte und Bildung ein. Ihr Einsatz zeigt, wie wichtig es ist, gesellschaftliche Themen aktiv anzugehen und positive Veränderungen zu bewirken.
Hildegard Breiner
Hildegard Breiner (Jahrgang 1936) ist eine Pionierin der Anti-Atomkraft-Bewegung in Österreich und engagierte sich gegen Zwentendorf und Wackersdorf. 1996 initiierte sie die „SonnenSchein-Kampagne“, mit der in 30 Gemeinden Solaranlagen entstanden. Als Vizepräsidentin des Naturschutzbundes gilt die Vorarlbergerin als „Grande Dame der alternativen Energien“.
Herta Maria Witzemann
Herta Maria Witzemann (1918–1999) machte sich nach dem Zweiten Weltkrieg als Innenarchitektin und Möbeldesignerin einen Namen. Ihre innovativen Entwürfe für Marken wie Knoll-International und Thonet prägten die Ästhetik der Nachkriegszeit. Für ihre wegweisende Arbeit wurde sie auf der Triennale in Mailand mit der Silbermedaille ausgezeichnet.
Elfriede Blaickner
Elfriede Blaickner (1904–2001) war die erste Frau in einer Vorarlberger Stadtvertretung und eine Pionierin im Landtag. Mit ihrem Einsatz für Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit prägte sie die politische Landschaft Vorarlbergs bis 1974 maßgeblich.
Maria Stromberger
Maria Stromberger (1898–1957) riskierte als Krankenschwester im KZ Auschwitz täglich ihr Leben, um Häftlingen zu helfen. Während sie in Polen als Heldin geehrt wird, blieb ihre Courage in Österreich lange Zeit weitgehend unbeachtet.
Anna Hensler
Anna Hensler (1887–1952) veröffentlichte mit nur 14 Jahren ihre erste Erzählung. Ihr Roman Frankreichs Lilien wurde 1905 mit 36.000 verkauften Exemplaren zum Bestseller. Gemeinsam mit ihrer Schwester Hedwig sammelte sie Vorarlberger Sagen und Legenden und bewahrte damit ein wertvolles kulturelles Erbe.
Regina Lampert
Erst mit 75 Jahren begann Regina Lampert (1854–1942), ihre Jugenderinnerungen zu Papier zu bringen. Ihr 1.500-seitiges Manuskript, das erst 1996 veröffentlicht wurde, bietet einzigartige Einblicke in das ländliche Leben Vorarlbergs im 19. Jahrhundert und ist heute ein wertvolles kulturhistorisches Dokument.
Diese bemerkenswerten Frauen haben mit Mut, Intelligenz und Beharrlichkeit nicht nur Vorarlbergs Geschichte geprägt, sondern sind auch heute noch eine Inspiration für kommende Generationen. Es ist an der Zeit, ihre Namen und Leistungen wieder ins Gedächtnis zu rufen.
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