Eine reduzierte Schwarz-Weiß-Illustration einer Person in Absolventenrobe, die freudig am oberen Ende einer hellblauen Treppe steht. Sie hält ein Diplom in der einen Hand und wirft ihren Doktorhut in die Luft.
Wer sich weiterbildet, steigert die beruflichen Chancen. Doch wie lässt sich der Schritt vom Job in eine Bildungsauszeit organisieren? © AK Vorarlberg
13.10.2026
Bildung

Wie funktioniert die neue Weiterbildungszeit?

Arbeit,BFI,Bildung,Digital Campus Vorarlberg,KW9

Wer sich weiterbildet, steigert die beruflichen Chancen. Doch wie lässt sich der Schritt vom Job in eine Bildungsauszeit organisieren? Seit Juni 2026 gibt es dafür die sogenannte Weiter­bildungszeit. Sie löst die ­bisherige Bildungskarenz ab.

Die Arbeitswelt dreht sich so schnell wie noch nie, Wissen veraltet im KI-Zeitalter in rasendem Tempo. Wer am Ball bleiben möchte, kommt um stetige Qualifizierung kaum herum. Die neue Weiterbildungszeit als Nachfolgemodell der Bildungskarenz ist eine Möglichkeit dafür. 

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Die Voraussetzungen

Wer die Weiterbildungszeit oder -teilzeit in Anspruch nehmen möchte, muss unmittelbar davor mindestens zwölf ­Monate ununterbrochen im selben ­Betrieb voll- oder teilzeitbeschäftigt ­gewesen sein. Wichtig: Ein nahtloser Übergang aus der Elternkarenz ist rechtlich nicht mehr vorgesehen (es gilt eine Sperrfrist von 26 Wochen).

Rechtlicher Rahmen & Finanzen

Während der Weiterbildungszeit besteht kein besonderer Kündigungsschutz. Wer selbst kündigt, verliert die AMS-­Beihilfe sofort; kündigt der Betrieb, läuft die Beihilfe bis zum vereinbarten Ende weiter. Finanziell erfolgt die Unterstützung über eine einkommensab­hängige Weiterbildungsbeihilfe in Form eines Stufenmodells.

bfi Vorarlberg

Der bfi Bildungscampus in Feldkirch und Dornbirn bietet ein breites Spektrum an Aus- und Weiterbildungen vom Pflichtschulabschluss bis zum Master.

Die wichtigsten Merkmale der Weiterbildungszeit

  • Zwei Formen: Das Modell unterteilt sich in die klassische Weiterbildungszeit (vollständige Freistellung für 2 bis 12 Monate) und die Weiterbildungsteilzeit (Reduktion der Arbeitszeit um 25 bis 50 Prozent für 
    4 bis 24 Monate).
  • Kein Rechtsanspruch: Es gibt ­keinen automatischen Anspruch. Die ­Bildungsauszeit setzt eine schriftliche Vereinbarung mit dem:der Arbeitgeber:in voraus. Diese wird erst mit dem Tag der Zuerkennung der Weiterbildungsbeihilfe wirksam. Außerdem braucht es eine Genehmigung durch das AMS.
  • Anpassung des Arbeitsentgeltes: Bei vollständiger Freistellung zahlt der:die Arbeitgeber:in keinen Lohn mehr, bei Reduktion nur in der Höhe des ­vereinbarten Beschäftigungsausmaßes.
  • Gedeckelter Fördertopf: Das AMS arbeitet mit einem begrenzten ­Budget. Ist der Fördertopf für das laufende Jahr ausgeschöpft, gibt es keine Beihilfe mehr.
  • Relevante Ausbildungen: Gefördert werden überbetrieblich verwertbare, arbeitsmarktrelevante Ausbildungen. Reine Freizeit- oder Hobbykurse werden – wie bisher schon – nicht genehmigt.
  • Arbeitgeber:innen-Beteiligung: Bei ­höherem Einkommen (ab der halben Höchstbeitragsgrundlage – 2026 sind es 3.465 Euro) muss sich der Betrieb mit 15 Prozent an der Weiterbildungs­beihilfe beteiligen. Liegt das Einkommen darunter, dann muss zuvor eine auf die Weiter­bildungszeit ausgerichtete Bildungs­beratung beim Berufs­InfoZentrum (BIZ) gemacht werden.
  • Höhe der Weiterbildungsbeihilfe: Sie beträgt im Jahr 2026 mindestens 41,49 Euro täglich und ist einkommensabhängig (Stufenmodell). Bei der Weiterbildungsteilzeit entspricht die Höhe der Beihilfe dem Ausmaß der Arbeitszeit­reduktion.

Was wird nicht gefördert? 

  • Interne Schulungen: Kurse direkt beim eigenen Arbeitgeber oder reine Produktschulungen
  • Info-Events: Tagungen, Konferenzen, Kongresse oder Messen
  • Freizeit & Hobby: alles ohne klaren Bezug zum Berufs­leben (z. B. Sport- oder Kräuterkurse)
  • Selbstlernkurse: reine Video-Webinare ohne feste Zeiten, Fernlehre oder Auslandssemester
  • Pflichtfortbildungen: vom Gesetz vorgeschriebene betriebliche Einschulungen
  • Studium: Studien können nur gefördert werden, wenn man an einer österreichischen Universität inskribiert ist.

Digital Campus Vorarlberg

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