Eine Frau mit blauen Haaren und einer Brille sitzt auf einer Bank und blickt in die Kamera.
© beavera, Adobe Stock
3.7.2026
Arbeit

Ghörig anders: So gelingt der (Arbeits-)Kulturwechsel auf Augenhöhe

Arbeit,Arbeitskultur,Begegnung,Gesellschaft,KW9,Migration,Vorarlberg

Wer aufbricht, um in Vorarlberg neue Wurzeln zu schlagen, steht vor vielen Fragen. Ein guter Start in der neuen Arbeitswelt ist entscheidend dafür, ob man im »Ländle« – wie es hier heißt – nur eine Beschäftigung findet. Oder wirklich ein Zuhause.

In ein anderes Land zu ziehen, das war einst ein völliger Aufbruch ins Ungewisse. Im digitalen Zeitalter reichen ein paar Klicks, um sich vorab ein Bild zu machen. Doch die beste Vorbereitung stößt auch heute noch an ihre Grenzen, sobald man auf das echte Leben trifft. Wenn der Umzugswagen vor der neuen Haustür parkt, wird alles real. 

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Als Ankommende:r bringt man vieles mit: Qualifikationen, Erwartungen, den Wunsch nach einer sicheren Zukunft. In den ersten Wochen gleicht der Alltag oft einer Aneinanderreihung von neuen Eindrücken, vom Dialekt, der sich so gar nicht nach der deutschen Stimme des Chatbots anhört, mit dem man sich vielleicht schon die ersten Sätze in der neuen Sprache beigebracht hat, bis hin zu den vielen kleinen kulturellen Eigenheiten 
hier (das nennen wir: ghörig!). 

Migration prägt Vorarlberg seit jeher, sie ist eine messbare Realität. Das Land verzeichnet eine hohe Mobilität – sowohl was das Kommen als auch was das Gehen betrifft. Die AK steht seit Jahrzehnten an der Seite jener, die hier ankommen. Bereits 1967 gründete sie das erste Gastarbeiterreferat Österreichs, um den Menschen in der neuen Arbeitswelt eine Orientierung zu bieten.

Barrieren abbauen, Qualifikation nutzen

Die Herausforderungen in der Arbeitsmigration sind im 21. Jahrhundert spezifischer geworden. Wer heute nach Vorarlberg zieht, bringt oft eine fundierte Ausbildung, Diplome und jahrelange Berufserfahrung mit. Doch die Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen ist immer noch ein Hindernis, was angesichts des Fachkräftebedarfs wie ein massiver Widerspruch wirkt.

Während Vorarlberg von der Industrie bis zur Pflege händeringend nach Fachkräften sucht, sind gut ausgebildete Menschen in Österreich viel zu oft einem zähen bürokratischen Hürdenlauf ausgesetzt. Genau hier bietet sich die Chance für jenen Bürokratieabbau, der sonst so lautstark gefordert wird: Die Politik sollte dringend die Anerkennungsverfahren vereinfachen. Wenn Ingenieur:innen, Handwerker:innen oder Pflegekräfte monatelang auf ihre formalen Papiere warten und weit unter ihrem Wert arbeiten müssen, ist das nicht nur persönlich bitter – es schadet dem Wirtschaftsstandort.

AK unterstützt

Die Arbeiterkammer unterstützt Arbeitnehmer:innen, die in Vorarlberg neu anfangen, direkt im Job und wirkt für sie zudem als Lotsin. Die AK Expert:innen für Arbeitsrecht prüfen Arbeitsverträge auf korrekte Einstufungen, sichern die rechtliche Basis und vermitteln Betroffene an die Anlaufstelle für Personen mit im Ausland erworbenen Qualifikationen (AST) – damit Qualifikationen anerkannt und fair entlohnt werden.

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Eine Schwarz-Weiß-Aufnahme einer Frau, die an einem Tisch sitzt und spricht. Sie blickt nach links und unterstreicht ihre Worte mit einer Handbewegung. Vor ihr auf dem Tisch liegen Dokumente, ein Stift, eine Broschüre sowie ein Glas Wasser und eine Flasche. Sie trägt einen hellen, langärmeligen Pullover. Im Hintergrund befindet sich eine Fensterfront mit Blick ins Grüne.
3.7.2026

Arbeit

„Hut ab, was ihr geschafft habt“

Vor 60 Jahren schlossen Österreich und das ehemalige Jugo-slawien ein Anwerbeabkommen. Es prägt das Land bis heute – wirtschaftlich, gesellschaftlich, persönlich. Jagoda Gerenčir, Vorsitzende des AK Ausschusses für Interkulturelle Angelegen-heiten, kennt diese Geschichte nicht nur aus den Akten.

Ein lächelndes Paar hält Händchen und blickt sich liebevoll an, während es in einer alpinen Landschaft spazieren geht. Links steht eine Frau mit hochgesteckten blonden Haaren, einem Haarband und einer markanten türkisfarbenen Strickjacke mit rosa-weißen Häkelmustern. Rechts steht ein Mann mit dunklen, lockigen Haaren, einem schwarzen T-Shirt und einem offenen, dunkelgrünen Hemd. Im Hintergrund erstreckt sich ein ruhiger See, hinter dem dicht bewaldete Berghänge und schroffe, wolkenverhangene Gebirgszüge aufragen. Am linken und rechten Bildrand rahmen grüne Sträucher und Bäume die Szene ein.
3.7.2026

Arbeit

Home is where your heart is

Seit dreizehn Jahren lebt und arbeitet Ankur Jaiswal in Bludenz, der Heimatstadt seiner Frau Stefanie. Doch stimmt es auch für ihn, dass Heimat dort ist, wo das Herz zuhause ist?

Eine historische Schwarz-Weiß-Aufnahme aus dem Inneren einer Fabrik. Eine lange Reihe von Arbeitern steht hintereinander an ihren jeweiligen Arbeitsstationen, die durch trennende Platten voneinander abgeteilt sind. Die Männer blicken alle in Richtung der Kamera. Im Vordergrund ist das Gesicht eines Mannes mit Schnurrbart angeschnitten zu sehen. Entlang der Decke und Wände verlaufen komplexe mechanische Vorrichtungen, Riemen und Maschinenteile. Der Boden besteht aus Holzdielen.
3.7.2026

Soziales

Der »goldene Käfig« der Fabrikanten

Wie der betriebliche Wohnungsbau die Vorarlberger Textilindustrie prägte – und warum die Abhängigkeit von damals auch heute wieder ein Risiko birgt.

Aktuelle Ausgabe

Cover-Motiv der Ausgabe Nr. 5 des AK Magazins zum Thema „Zuhause“. Zu sehen ist eine urige, detailreiche Heimwerkstatt mit Holzwänden, die von hellen Neonröhren erleuchtet wird. Auf und vor der Werkbank reihen sich Autoreifen, Werkzeuge, Kanister und historische Werbeschilder (u.a. Continental Reifen und Osram) aneinander. Über dem Bild liegt der große, gelbe Titel-Schriftzug „KW9“.

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