Zwei nebeneinanderstehende Fotos zeigen dieselbe Frau mit Brille und dunklem, streng zurückgebundenem Haar in zwei unterschiedlichen Rollen.  Linkes Bild: Sie sitzt lächelnd an einem hellen Schreibtisch im Büro, trägt ein einfaches schwarzes T-Shirt sowie Jeans und hat die Hand an einer Computer-Maus. Durch ein Fenster im Hintergrund ist vage ein rotes Einsatzfahrzeug zu erkennen.  Rechtes Bild: Sie steht im selben Look, aber in voller Feuerwehr-Einsatzkleidung (schwarz-gelb gestreifte Brandschutzjacke) vor roten Spinden in einer Garderobe. In den Händen hält sie einen Feuerwehrhelm mit Visier; über ihr im Spind sind weitere Helme aufgereiht.
Katharina Karnekar brennt für die Feuerwehr. Nicht umsonst hat sich die passionierte Feuerwehrfrau aus Tosters vor über zehn Jahren auch noch für eine Stelle beim Landesfeuerwehrverband beworben. © Martin Schachenhofer
3.7.2026
Arbeit

Feuer und Flamme für die Feuerwehr

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Katharina Karnekar brennt für die Feuerwehr. Nicht umsonst hat sich die passionierte Feuerwehrfrau aus Tosters vor über zehn Jahren auch noch für eine Stelle beim Landesfeuerwehrverband beworben. Dort arbeitet die zweifache Mutter bis heute leidenschaftlich gerne – wenn es nicht gerade woanders brennt.

Langsam füllt sich der große Besprech­ungsraum im Hauptsitz des Landesfeuerwehrverbandes in der ­Florianistraße 1 in Feldkirch. Es ist Viertel vor zehn, und wie jeden Montagvormittag wird hier gleich die Wochenbesprechung mit dem ganzen Team stattfinden. Zwanzig Personen arbeiten in der Verbandszentrale aller Vorarlberger Orts- und Betriebsfeuerwehren. Ihre Aufgaben: die landesweite Aus- und Weiterbildung, die Vertretung feuerwehrspezifischer Interessen, Servicedienstleistungen für die Feuerwehren im Land und die Beratung von Behörden. Katharina arbeitet hier in der Verwaltung – und hat damit einen Job, der vielfältiger kaum sein könnte.

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Katharina, die Verwaltungsangestellte

Als Katharina 2016 ihre neue Stelle antrat, kam sie direkt aus dem Büro des Feldkircher Bürgermeisters. In ihrem neuen Job war sie zunächst für den Empfang und einige Verwaltungsaufgaben zuständig. Heute kümmert sie sich um das gesamte Veranstaltungsmanagement und den Jahresbericht, ist Ansprechpartnerin für Ehrungen und für Zivildienstleistende, hält ab und an Kurse und ist verantwortlich für die Personalverrechnung und die Öffentlichkeitsarbeit. Dazu gehört zu einem großen Teil auch die Gestaltung von Unterrichtsmaterialien, wie zum Beispiel von Schulungspostern und Ähnlichem. »Nebenbei« kümmert sich Katharina auch um den Social Media-Auftritt des Verbandes und betreut die Website.

Vollgas in Teilzeit

Seit Katharina 2018 das erste Mal Mama geworden ist, arbeitet sie in Teilzeit, anfangs geringfügig. Inzwischen sind ihre Kinder acht und fünf Jahre alt und Katharina arbeitet jeden Vormittag. Heute ist sie seit Viertel vor acht im Büro, die Mails hat sie bereits abgearbeitet und die Fotos der letzten Veranstaltungen in den sozialen Medien gepostet. Nach der Besprechung wird sie sich noch um ein Schulungsplakat kümmern, das gestaltet werden muss, und schreibt den Newsletter fertig, der circa alle zwei Monate an die ganzen Feuerwehren im Land rausgeht. »Der Montag ist immer zu kurz«, lacht sie. Doch vorbei ist der Tag nach der Arbeit für Katharina noch lange nicht. Denn zuhause warten am Nachmittag noch eine ganze Reihe anderer Aufgaben. »Mir ist es wichtig, dass ich da bin, wenn Klara und Laurenz heimkommen«, sagt sie. Nach der Schule und dem Kindergarten wird gemeinsam gegessen, Katharina hilft bei den Hausaufgaben und unternimmt am Nachmittag meistens auch noch etwas mit den Kindern, und dann ist es auch schon wieder Zeit fürs Abendessen. Während ihr Mann Fabian, ebenfalls Feuerwehrmitglied aus Leidenschaft, die Kinder bald danach ins Bett bringt, macht sich Katharina schon etwas früher auf den Weg in Richtung Feuerwehrhaus. Er wird später nachkommen und die Oma übernimmt zuhause das Kommando.

Katharina, die Feuerwehrfrau

Wie jeden Montag steht für die Feuerwehr Feldkirch-Tosters um 20 Uhr die wöchentliche Probe an. Als Zugkommandantin gehört Katharina zu den Führungskräften ihrer Wache, darum trifft sie sich schon eine halbe Stunde früher, um mit den anderen Führungskräften unter anderem den genauen Ablauf zu besprechen. Heute soll ein Brandeinsatz geprobt werden – »Schon wieder«, lacht sie und wird gleich wieder ernst: »Aber im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen, ohne Diskussionen, ohne langes Überlegen – und das funktioniert eben nur, wenn man dieselben Abläufe immer und immer wieder probt.«


Eine Draufsicht auf mehrere beige Gewebe-Feuerwehrschläuche, die auf einem Betonboden liegen. Auf der rechten Seite sind zwei Schläuche mit großen, metallischen Storz-Kupplungen parallel aufgerollt und werden durch einen dicken, braunen Textilgurt mit einem Metall-D-Ring zusammengehalten. Links daneben und darunter sind ein weiterer sauber aufgerollter Schlauch sowie das Ende eines flach liegenden Schlauchs mit einer einzelnen Metallkupplung zu sehen. Am unteren Bildrand ist ein weiterer Schlauchstapel im Anschnitt erkennbar. Die Schläuche weisen leichte Gebrauchsspuren auf.

Jungfeuerwehrlerin der ersten Stunde

Katharina ist mit von der Partie, seit die Ortsfeuerwehr Tosters 2005 eine eigene Jugendgruppe gründete. »Damals war ich vierzehn«, erzählt sie. Mit sechzehn Jahren kam sie in den sogenannten Aktivstand. Seither hat Katharina ihren Pager Tag und Nacht bei sich. Geht ein stiller Alarm ein, kann sie dort direkt ablesen, worum es geht, und entscheiden, ob sie am Einsatz teilnehmen kann oder nicht. Da es in Vorarlberg nur freiwillige Feuerwehren gibt, ist der Großteil der Mitglieder berufstätig und kann nicht in jeder Situation alles stehen und liegen lassen – obwohl die Arbeitgeber:innen in Vorarlberg diesbezüglich sehr verständnisvoll seien, betont Katharina und ergänzt schmunzelnd: »Meiner natürlich auch.« So oder so sei in jedem Fall sichergestellt, dass auf einen Alarm auch ein Einsatz folgt. 

40 bis 50 Einsätze im Jahr

Bei der Feuerwehr Feldkirch-Tosters ist das vierzig bis fünfzig Mal im Jahr der Fall. Zwei Drittel davon sind technische Einsätze. »Darunter fällt alles, was nicht brennt«, erklärt Katharina. Gemeint ist die Rettung von Menschen oder Tieren sowie die Abwehr von Sach- und Umweltschäden, beispielsweise bei Verkehrsunfällen oder Sicherungseinsätzen. Das kann von der Identifikation und Sicherung unbekannter austretender Stoffe über das Auspumpen von Kellern bis zur Entfernung umgestürzter Bäume alles sein. »Brandeinsätze gibt es glücklicherweise deutlich weniger«, erzählt Katharina. Die Verbandsstatistik von 2025 belegt das: Zu technischen Einsätzen wurden die Feuerwehren in Vorarlberg ganze 3.302-mal gerufen. 2.209-mal gab es Brandalarm, tatsächlich gebrannt hat es dabei 1.128-mal.

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Gemeinsam durchs Feuer

Im Ernstfall ist Katharina als Zugkommandantin da wie dort zuständig für drei Autos mit jeweils einem Gruppenkommandanten und acht weiteren Mannschaftsmitgliedern. Ein großes Team – und viel Verantwortung. Eine Aufgabe, in die sie in den letzten zwanzig Jahren bei der Feuerwehr hineingewachsen ist. Und die passionierte Feuerwehrfrau geht auch heute noch selbst gerne durchs Feuer. Sprichwörtlich. Doch was ist das für ein Gefühl, wenn man mitten in den Flammen steht? »Das ist schon auch beängstigend«, sagt Katharina, »aber ich habe dann ein klares Ziel vor Augen, weiß, was ich zu tun habe, und man ist in so einer Situation auch nie alleine.« Dieses Gemeinschaftsgefühl kennt und schätzt Katharina auch außerhalb der Einsätze – nicht nur, wenn es darum geht, Feste zu feiern. »Wenn ich bei irgendetwas Hilfe brauche, muss ich nur das Telefon in die Hand nehmen und weiß, im nächsten Moment stehen 30 Leute da.« Das Leben und das Zuhause von Menschen und Tieren schützen zu können, ist für die 35-Jährige das Beste an der Feuerwehr, aber diese unerschütterliche Gemeinschaft, die kommt gleich danach.

Eine frontale Nahaufnahme von mehreren Reihen alter, silberner Feuerwehrhelme aus Metall, die ordentlich in einem grauen Regal nebeneinander und übereinandergestapelt aufgereiht sind. Die Helme im traditionellen Design besitzen einen markanten roten oder weißen Querstreifen auf der Vorderseite. Mittig auf der Stirnseite jedes Helms ist ein wappenförmiges Emblem angebracht, das das Stadtwappen von Feldkirch (eine rote Kirchenfahne auf weißem Grund) zeigt und mit dem darunter liegenden Schriftzug „Tosters“ (Ortsfeuerwehr Tosters) versehen ist.
Derzeit engagieren sich landesweit über 500 Frauen aktiv im Einsatzdienst, ergänzt durch fast 300 Mädchen in der Feuerwehrjugend. © Martin Schachenhofer


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