Pollenflug im Büro: Was du bei Heuschnupfen im Job wissen musst
Du sitzt am Schreibtisch, die Augen brennen, die Nase läuft ununterbrochen und dein Kopf fühlt sich an wie in Watte gepackt. Während die Kolleg:innen fit sind, kämpfst du dich durch den Arbeitstag. Das nervt nicht nur, es schlaucht richtig. Gerade im Frühjahr, wenn der Pollenflug oft extrem ist, stellt sich die Frage: Was kannst du am Arbeitsplatz tun, wenn du unter Heuschnupfen leidest?
Darfst du dich krankmelden?
Wenn du krank bist, sollst du dich auskurieren – egal, woran du leidest. Das heißt: Wenn die Symptome so stark sind, dass du dich nicht mehr auf deine Aufgaben konzentrieren kannst oder die Sicherheit (etwa an Maschinen oder im Auto) gefährdet ist, ist das ein Grund für den Krankenstand. Eine Allergie ist kein „Luxusproblem“, sondern eine körperliche Reaktion, die dich arbeitsunfähig machen kann. Wichtig: Geh zum Arzt und lass dir das bestätigen.
Musst du aber nur ein paarmal niesen und fühlst dich gut, dann ist deine Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt und es gibt keinen Grund für eine Krankschreibung.
Medikamente und Sicherheit
Antihistaminika helfen, machen aber oft müde. Also Vorsicht: Wenn du im Job schwere Maschinen bedienen oder viel fahren musst, check unbedingt den Beipackzettel. Deine Sicherheit und die deiner Kolleg:innen darf nicht gefährdet sein.
Homeoffice als Flucht vor den Pollen?
In den eigenen vier Wänden lässt sich die Pollenbelastung besser steuern. Aber: Du hast keinen rechtlichen Anspruch darauf, nur wegen des Pollenflugs ins Homeoffice zu wechseln. Telearbeit (wie das offiziell heißt) bleibt Vereinbarungssache mit deinem Arbeitgeber. Ein offenes Gespräch hilft hier meistens.
Was du im Büro tun kannst
Arbeitgeber müssen dafür sorgen, dass in geschlossenen Arbeitsräumen ausreichend gesunde Atemluft vorhanden ist. Ist eine Klimaanlage vorhanden, muss diese dem Stand der Technik entsprechen und Filter haben, die regelmäßig gewartet werden.
Dein Chef muss keine speziellen Pollenfilter einbauen, wenn keine Klimaanlage da ist. Aber du kannst selbst aktiv werden:
- Oberflächen feucht abwischen: Einmal kurz über den Schreibtisch – das bindet den Staub.
- Jacken draußen lassen: Deine Garderobe gehört nicht direkt neben den Schreibtisch, da hängen die meisten Pollen fest.
- Lüften absprechen: Frag deine Kollegen höflich, ob die Fenster zu Pollen-Hochzeiten zu bleiben können. Ein Recht darauf hast du nicht, aber meistens siegt das Mitgefühl.
Wenn es im Betrieb gar nicht mehr geht, ist der Betriebsrat oder die Arbeitsmedizin dein Ansprechpartner. Sie können prüfen, ob Schutzmaßnahmen oder Luftreiniger machbar sind.