Kammerrätinnen und Kammerräte nehmen in ihren jeweiligen Betrieben mit Hilfe der AK Aktionen in Angriff. © AK Vbg
Kammerrätinnen und Kammerräte nehmen in ihren jeweiligen Betrieben mit Hilfe der AK Aktionen in Angriff. © AK Vbg

Die AK Vorarlberg verwandelt sich

Schaffarei, Kraftwagen, Innovationsprozess und neue Allianzen: Die AK Vorarlberg geht gemeinsam mit den Menschen den Weg in die Zukunft der Arbeit.

Im März 2019 trat die AK Vorarlberg ihren umfassenden Innovationsprozess los. Inzwischen ist sie um ein Festival, ein Manifest, hunderte Gespräche, Kampagnen und neue Wege der Kommunikation reicher. Und steht doch erst am Anfang: Kurz bevor die AK Vorarlberg 100 Jahre alt wird, beschreitet sie ganz neue Wege. Denn die Zukunft der Arbeit duldet weder Stillstand noch Rückwärtsgang.

Ein gutes Leben für alle

Im März 2019 bestritten die 70 Kammerrätinnen und Kammerräte die Auftaktklausur. „Ein gutes Leben für alle“, so ließe sich der Grundkonsens kompakt fassen. Sieben Handlungsstränge hat das Steuerungskomitee des AK Präsidiums für die kommenden Monate formuliert: Die AK will ihre Positionierung stärken, die digitale Kommunikation ausbauen, die Interessenvertretung der Arbeitnehmer forcieren, sich mit Zukunftsprojekten positionieren, den Mitgliederservice erweitern, die Nachwuchsarbeit intensivieren und die interne Kommunikation verbessern.

In einem nächsten Schritt haben die Kammerräte am 26. September in ihrer Klausur beschlossen, die AK-Mitglieder und Mitarbeiter der Vorarlberger Betriebe durch moderne Serviceangebote und spürbaren Nutzen noch stärker zu unterstützen. Diese Angebote reichen von Karriereservice und Bildungs­dienstleistungen über Fachvorträge und Beratung, interne Wertschätzung der Leistung der Mitarbeiter, Gesundheitsvorsorge und die Verbesserung des Raumklimas bis zur Stärkung der fleißigen Mitarbeiter durch den AK Kraftwagen.

Hunderte Gespräche

Die AK tourte 2018 und heuer mit Vorarlbergs erstem Festival der Arbeitskultur und mit dem Kraftwagen durchs ganze Land. In hunderten Gesprächen haben Funktionäre und Mitarbeiter gut zugehört. Wie geht es den Menschen? Wie wollen sie arbeiten? Was ist ihnen wichtig? Die AK holt sich für ihren Innovationsprozess laufend interne und externe Expertise. Kolleginnen und Kollegen aller Abteilungen sind in den Prozess einbezogen. Extern wird die AK von Florian Oberforcher begleitet, die GPA-djp unterstützt sie ebenso tatkräftig wie die Spezialisten der überaus erfolgreichen schwedischen Gewerkschaft Unionen. Die wurde vor zehn Jahren von Grund auf neu gedacht. In vier Jahren hat Unionen rund 100.000 neue Mitglieder dazugewonnen. Ihr Weg: präsent sein, den Mitgliedern zuhören, offen sein.

Magnus Kjellsson erzählt den Kammerräten die Erfolgsstory der schwedischen Gewerkschaft Unionen. © AK Vbg

Vor allem die Digitalisierung hat die Unionen grundlegend verändert. Neue Wege der Kommunikation eröffnen auch der AK andere Möglichkeiten. Heute vermitteln die AK-Mitarbeiter den Mitgliedern „Wir sind gerne für Ihr Anliegen da“ und schließen mit einem knappen Selbstporträt: „In Vorarlberg haben wir 165.000 Mitglieder. Das macht uns stark …“ Denn noch immer weiß das längst nicht jeder.


Offen nach allen Seiten

AK, das bedeutet umfassenden Service für alle Mitglieder, aber es beschreibt keine „geschlossene Gesellschaft“. Die unabhängige Plattform für die Abschaffung der Kalten Progression (versteckte-steuern.ak-vorarlberg.at) ist ein beredtes Beispiel dafür. Mit Unterstützern wie Bauunternehmer Hubert Rhomberg, Unternehmer und Lohnverhandler Johannes Collini, Bischof Benno Elbs, ÖGB-Vorsitzendem Norbert Loacker und Gastronomie-Fachgruppenvorsteher Andrew Nussbaumer hat die AK prominente Mitstreiter für das gemeinsame Anliegen gefunden. Oder Stichwort Kinder­betreuung (thema.ak-vorarlberg.at/kinderbetreuung). Nur bei bestmöglicher Versorgung der Kinder haben die Eltern auch den Kopf frei für die Arbeit. Das leuchtet ein. Deshalb erzählen Arbeitgeber wie Arbeitnehmer der AK gleichermaßen gerne von ihren Erfahrungen. Sie vertrauen sich ihr an. Das ist mehr wert als bare Münze.

AK zukunftsfit machen

Die Vorarlberger erleben ihre AK immer wieder überraschend anders: zuletzt beim dreitägigen Festival der Arbeitskultur „Schaffarei“ (schaffainvorarlberg.at) in Hard. Es brachte Spitzenkünstler wie Keziah Jones und Nneka an den Bodensee. Gleichzeitig erarbeitete eine bunt zusammengewürfelte Gruppe das „Manifest zur Zukunft der Arbeit“. Es beschreibt in dicken Lettern, dass nicht die Arbeiterkammer den Menschen erklärt, wo es langgeht. Sie hört ihnen stattdessen gut zu, um dann für ihre Anliegen zu kämpfen. „Ein gutes Leben für alle“, das ist das Ziel. Das klingt nicht nur ambitioniert. Alle Arbeitnehmervertreter – in den Fachabteilungen, in der Vollversammlung, in den Betrieben – sind dazu gefordert. Am 26. September 2019 haben die Kammerrätinnen und Kammerräte unter Leitung von Eva King und begleitet von Florian Oberforcher die nächsten Schritte gesetzt auf dem gemeinsamen Weg, der die AK zukunftsfit macht.

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