Gerade gut genug fürs Pressefoto

Statt Zulage, mehr Personal und fairem Lohn dürfen sich Menschen im Gesundheits- und Sozialwesen auf harte Zeiten einstellen.

Sie waren die Heldinnen und Helden der Krise. Wurden beklatscht und mit einer versprochenen Zulage bei Laune gehalten. Jetzt schenkt das Land den Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen reinen Wein ein. Sie werden in Wahrheit weniger verdienen und mehr Arbeit auf weniger Köpfe aufteilen müssen. „Wenn das der Lohn ist, wurden die Systemerhalterinnen und Systemerhalter schlichtweg missbraucht und belogen“, sagt AK-Präsident Hubert Hämmerle. „Das ist des reichen Vorarlbergs unwürdig!“

Als die Angst vor dem Virus monatelang die Straßen leerfegte, „wer hat sich da um die Alten und Kranken gekümmert“? Damals, als alle nur froh waren, dass jemand die wirklich wichtigen Jobs erledigt, ohne die unsere Gesellschaft zusammenbricht, konnten sich die Heldinnen und Helden vor Lob kaum retten. Politikerinnen und Politiker übten sich in vollmundigen Versprechen, was sich nicht alles ändern würde. Man habe viel gelernt aus der Krise…

„Jetzt sehen wir, dass der Lerneffekt keine drei Monate angehalten hat.“ AK-Präsident Hämmerle hat noch gut im Ohr, wie die Heldinnen und Helden aus dem Gesundheits- und Sozialbereich mit Änderungen im Personalschlüssel vertröstet wurden. Gleichzeitig hieß es, für eine angemessene Bezahlung des Personals fehle leider der Spielraum im Budget. Stattdessen sollten wenigstens die Arbeitsbedingungen verbessert werden.

Jetzt wird wirklich am Personalschlüssel gedreht, nur in die falsche Richtung. Fazit: Entlastung durch mehr Personal? Fehlanzeige. Bereits versprochene und viel beworbene Corona-Zulage? Fehlanzeige. Ein fairer Mindestlohn von 10 Euro netto pro Stunde? Fehlanzeige. Stattdessen stehen in Wahrheit Budgetkürzungen von möglicherweise 5 bis 10 Prozent und Nulllohnrunden auf dem Belohnungsprogramm der Landesregierung.

„Das ist unglaublich!“, protestiert Hämmerle. „Die Heldinnen und Helden der Coronakrise waren gerade für imageträchtige Plakate gut genug.“ Jetzt erhalten sie nicht einmal mehr den vielzitierten warmen Händedruck. „Aber die nächste Krise kommt bestimmt!“ Dann könnte sich eine solche Behandlung bitter rächen.

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