20.12.2017
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Notlage beinhart ausgenützt

Sich aus der eigenen Wohnung aussperren, kann sündteuer werden. Wer an einen „falschen“ Schlüsseldienst gerät, solle am Ende bis zu 900 Euro bezahlen. Die AK warnt eindringlich: Vertrauen Sie nicht jedem! 

Ein Dornbirner hat eben die bittere Erfahrung gemacht. Es war 18.45 Uhr. Er verließ sein Haus. Die Tür fiel ins Schloss. Der Schlüssel steckte innen. Was tun? Am Smartphone fand er den „Schlüsseldienst Dornbirn“. Dort rief er an. Bei der Nummer 0800 44 30 94. Erst wurde er vertröstet, nach anderthalb Stunden Warten in der klirrenden Kälte fuhr endlich ein Auto mit deutschem Kennzeichen vor. Der Monteur wurde erst tätig, als der Kunde ein Blanko-Formular über 179 Euro unterschrieben hatte. Dann scheiterte er an der Tür, musste sie aufbohren, zerstörte dabei das Schloss, hatte aber gleich passenden Ersatz dabei und verlangte schlussendlich 910,10 Euro. Was nun einsetzt, kann man im günstigsten Fall als „Kuhhandel“ bezeichnen, in dessen Verlauf der Monteur auch noch versucht, dem Kunden eine günstigere Rechnung unterzujubeln, auf der „Anzahlung“ geschrieben steht. Damit er den ganzen Betrag später einklagen kann. 

AK-Konsumentenberaterin Renate Burtscher betont, dass diese unglaubliche Geschichte kein Einzelfall ist. „Wir hatten solche Fälle auch schon bei Installationsdiensten.“ Sie kann sich in die Notlage der Klienten gut hineinfühlen: Wasserrohrbruch oder ausgesperrt, sie sind jedenfalls verzweifelt...  Aber sie warnt: „Sollten Sie auf der Suche nach einem Schlüssel- oder Installationsdienst an ihrem Wohnort auf eine 0800er-Nummer stoßen, müssen Sie mit stark überhöhten Abrechnungen rechnen.“ Weitere Tipps aus dem AK-Konsumentenschutz: 

Ich habe mich ausgesperrt – was tun?

  • Niemals „gegoogelte“ Aufsperrdienste anrufen oder beauftragen, wenn diese keine vollständige Firmenadresse (im näheren Umfeld) aufweisen.
  • Erfragen Sie gleich bei der telefonischen Kontaktaufnahme die Preise und den Sitz des Unternehmens (genaue Anschrift!) und vergleichen sie diese mit der Homepage.
  • Wer einen Schlüsseldienst anfordert, sollte nach Möglichkeit nicht alleine bleiben. Bitten Sie allenfalls Nachbarn, Freunde oder Bekannte, bei der Türöffnung dabei zu sein.
  • Lassen Sie sich alle Arbeitsschritte vorher genau erklären, um allfällige Kosten abwägen zu können. Große Preisunterschiede bestehen meist zwischen der Öffnung einer versperrten und einer lediglich zugefallenen Tür.
  • Zahlen Sie nur für nachvollziehbare Kosten und bestehen Sie darauf, für Mehrforderungen einen Erlagschein zu bekommen. Keinesfalls zu einer überhöhten Bezahlung vor Ort drängen lassen oder in Begleitung des Handwerkers zum Bankomaten gehen. Bestehen Sie auf der Ausstellung einer korrekten Quittung!
  • Wenn der Schlüsseldienst überzogene Preise verlangt und Druck auf Sie ausübt, rufen Sie die Polizei. Notieren Sie sich das Kennzeichen des Firmenfahrzeuges.
  • Hinterlegen Sie einen Ersatzschlüssel bei Nachbarn, Verwandten oder Freunden.
  • Notieren Sie sich die Nummer eines zuverlässigen Schlüsseldienstes (z. B. am schwarzen Brett im Stiegenhaus oder in Ihrem Handy).
  • Wer sich aus einem Auto aussperrt, ist meist bei den Autofahrerclubs gut aufgehoben.

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