28.3.2018
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Gewinne nicht nur mit Aktionären teilen

74.000 Menschen arbeiten in der österreichischen Kreditwirtschaft. Ob sie weiterhin einen Kollektivvertrag haben und ihre Löhne dieses Jahr erhöht werden, ist fraglich. Die vierte Verhandlungsrunde ist geplatzt und AK-Präsident Hubert Hämmerle kann nicht nachvollziehen, wie man die Arbeitnehmer so im Regen stehen lässt.

Die Voraussetzungen für einen anständigen Abschluss wären so gut wie lange nicht. Mit einem historisch hohen Gewinn von knapp fünf Milliarden Euro haben Österreichs Banken das Geschäftsjahr 2017 beendet. Auch für das laufende Jahr 2018 stehen die Zeichen auf Wachstum – und das nicht nur in Österreich, sondern auch in den für den Finanzsektor so wichtigen Ländern Zentral-, Ost- und Südosteuropas. „Aber belohnt werden offenbar nur die Aktionäre in Form steigender Dividenden“, kritisiert Hämmerle.  

Auch das kräftige Wirtschaftswachstum stützt den gegenwärtigen Aufwärtstrend – sowohl für den Export als auch für Investitionen ist die Kreditnachfrage stark gestiegen. Mit einem Wort: Zehn Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise hat sich der Bankensektor deutlich erholt. Was einzig weiter sinkt, ist die Zahl der Beschäftigten. Während 2008 noch 80.293 Personen (nach Köpfen) in österreichischen Banken tätig waren, sind es 2017 nur noch 73.712 Mitarbeiter gewesen. Das ist ein Minus von 8,2 Prozent. 

Die ungemein zähen vier Verhandlungsrunden um einen neuen Banken-Kollektivvertrag und die jährliche Lohnerhöhung sind bislang ergebnislos verlaufen. Die Osterfeiertage verbringen die Arbeitnehmer, denen die Bewältigung der Krise wesentlich mit zu verdanken ist, in Ungewissheit. Für AK-Präsident Hubert Hämmerle ist die spröde Haltung der Arbeitgeber inakzeptabel. „Sie passt freilich gut in das immer rauere Klima am Arbeitsmarkt, das ein vernünftiges Miteinander immer öfter vermissen lässt.“

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