Gerechtere Verteilung der Steuerlast statt Stigmatisierung von Arbeitslosen

AK-Präsident Hämmerle lehnt Wirtschaftsbund-Pläne entschieden ab.

Der aktuelle Vorstoß von Harald Mahrer, WKÖ-Präsident und Obmann des Wirtschaftsbundes, das Arbeitslosengeld für Menschen, die länger ohne Arbeit sind, auf unter 40 Prozent sinken zu lassen, löst bei AK-Präsident Hubert Hämmerle vollkommenes Unverständnis aus: „Anstatt immer mehr Arbeitslose in Armut zu drängen wäre es dringend geboten, endlich einen Masterplan zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit zu entwickeln und einen erweiterten Arbeitsmarkt einzuführen, der diesen Menschen eine Perspektive gegeben kann“, fordert Hämmerle. 

„Die Strategie von Mahrer und Co. ist immer die Gleiche: Während auf Wirtschaftsseite „koste es, was es wolle“ die Devise ist, heißt es auf Arbeitnehmerseite meist „darf es ein bisserl weniger sein“, so der AK-Präsident weiter. Jede Kritik an dieser Linie werde umgehend mit „Klassenkampf“ gebrandmarkt. Die Herren vom Wirtschaftsbund würden sich aufführen, als ob sie es sind, die den Staat und das Sozialsystem finanzieren. Dabei ist es genau umgekehrt: „Die arbeitenden Menschen sind es, die zu 80 Prozent die Steuerlast stemmen. Sie zahlen sich auch das Arbeitslosengeld fast zur Gänze über die Arbeitslosenversicherung selbst“, so Hämmerle. Und auch wenn es um die Finanzierung von Krisenkosten geht, seien die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer „dank“ des derzeitigen Steuersystems jedes Mal in der Ziehung. „Das war bei der Finanz- und Wirtschaftskrise so und das wird auch bei der Corona-Krise so sein, wenn sich am aktuellen System nichts ändert“.

Deshalb fordert Hämmerle einen Umbau des Steuersystems. Millionäre und Millionen-Erben, Krisengewinnler, Bodenspekulanten und Konzerne dürften diesmal nicht außen vor bleiben. „Durch eine gerechtere Verteilung der Steuerlasten, die Schließung von Steuerschlupflöchern und die Besteuerung von Finanztransaktionen könnte es gelingen, dass Österreich rasch und gestärkt aus der Corona-Krise kommt – nicht durch die Stigmatisierung von Arbeitslosen“, sagt der AK-Präsident. 


Newsletter

News rund um Coronavirus, Job, Reisen und Co

Kontakt

Kontakt

AK Vorarlberg
Öffentlichkeitsarbeit
Widnau 2-4
6800 Feldkirch

Telefon +43 50 258 1600
oder 05522 306 1600
Fax +43 50 258 1601
E-Mail presse@ak-vorarlberg.at

Newsletter

News rund um Coronavirus, Job, Reisen und Co