Werbungskosten

Als Werbungskosten gelten berufsbedingte Ausgaben wie für Arbeitskleidung, Arbeitsmittel und Werkzeuge, Arbeitszimmer, Aus- und Fortbildung, Umschulung, Computer, doppelte Haushaltsführung, Familienheimfahrten, Fachliteratur, Kosten für das Fahrrad, Fahrtkosten, Fehlgelder, Gewerkschaftsbeiträge, Internet, Kosten für das Auto, Reisekosten, Sprachkurse, Studienreisen, Telefon und Handy - sofern man diese selbst zahlt und nicht vom Arbeitgeber übernommen werden.

Allgemeine Informationen

Werbungskosten reduzieren die Steuerlast 

Wer für Werbungskosten Rechnungen sammelt, kann die Einkommensteuer ebenfalls reduzieren. Wer jedoch selbst keine Werbungskosten im Steuerausgleich geltend macht, dem wird pro Jahr insgesamt ein Pauschalbetrag von 132 Euro abgezogen. Dieser Betrag wird aber ohnehin anteilsmäßig bei der monatlichen Lohn-/Gehaltsabrechnung berücksichtigt.

Pendlerpauschale: Beim Arbeitgeber oder beim Steuerausgleich beantragen 

Arbeitnehmer, die eine weite Anfahrtsstrecke zur Arbeitsstätte haben, können ein Pendlerpauschale geltend machen. Die Berechnung der Höhe dieser Werbungskostenposition erfolgt mit dem Pendlerrechner des Finanzministeriums.

Das Pendlerpauschale kann entweder direkt beim Arbeitgeber unter Vorlage des Ausdrucks aus dem Pendlerrechner beantragt werden oder nachträglich bei der Arbeitnehmerveranlagung. In beiden Fällen benötigt man aber als Nachweis den Ausdruck aus dem Pendlerrechner.

Wem ein Pendlerpauschale zusteht, der hat auch Anspruch auf den Pendlereuro. Dieser kann beim Arbeitgeber schon während des Jahres berücksichtigt werden. Werden Pendlerpauschale und der Pendlereuro schon beim Arbeitgeber geltend gemacht, ist das bei der Arbeitnehmerveranlagung nicht mehr möglich. TPA-Steuerexperte: "Es sei denn, der vom Arbeitgeber berücksichtigte Betrag ist unrichtig, weil sich die Verhältnisse, wie die tägliche Fahrtstrecke, geändert haben."

Öffis zumutbar: Kosten fürs Pendeln können Steuerbemessungsgrundlage deutlich senken 

Zwar sind die Fahrtkosten für den Arbeitsweg mit dem Verkehrsabsetzbetrag von 400 Euro abgegolten, der bei der Lohnabrechnung automatisch berücksichtigt wird. Aber zusätzlich können Arbeitnehmer unter bestimmten Voraussetzungen das sogenannte kleine oder das große Pendlerpauschale und einen Pendlereuro geltend machen. Dabei kommt es unter anderem auf die Entfernung des Wohnorts zur Arbeit und die verfügbaren Verkehrsmittel an.

Das kleine Pendlerpauschale steht jenen zu, bei denen der Arbeitsplatz mindestens 20 Kilometer von der Wohnung entfernt liegt und öffentliche Verkehrsmittels für die Wegstrecke zur Verfügung stehen. Für die Wegstrecke können 58 Euro im Monat oder 696 Euro im Jahr als Werbungskosten geltend gemacht werden. Für jene, die zum Job mehr als 40 Kilometer am Tag pro Fahrtrichtung zurücklegen müssen, sind es 113 Euro im Monat oder 1.356 Euro im Jahr.

Wer jeden Tag zur Arbeit über 60 Kilometer abspult, kann dafür Werbungskosten von 168 Euro im Monat oder 2.016 Euro geltend machen. Dazu kommt der Pendlereuro: zwei Euro pro Kilometer einfacher Wegstrecke zur Arbeit als unmittelbare Steuerersparnis. 

Öffis unzumutbar: Bis zu 3.672 Euro Werbungskosten im Jahr, plus Pendlereuro 

Das große Pendlerpauschale steht jenen zu, bei denen der Arbeitsplatz mindestens zwei Kilometer von der Wohnung entfernt liegt und die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel zum Job überwiegend unzumutbar ist.

Ob zumutbar oder unzumutbar entscheidet der Pendlerrechner!
Das große Pendlerpauschale beträgt für mehr als zwei Kilometer, die täglich auf direktem Weg zum Job gefahren werden, monatlich 31 Euro oder 372 Euro jährlich. Bei mehr als 20 und maximal 30 Kilometer senkt das die Steuerbemessungsgrundlage um monatlich 123 Euro, bis 60 Kilometer um 214 Euro und bei mehr als 60 Kilometer um 306 Euro im Monat oder 3.672 Euro im Jahr.

Auch hier kann zusätzlich der Pendlereuro geltend gemacht werden. Einmal im Jahr können so zwei Euro pro Kilometer einfacher Wegstrecke als Absetzbetrag (unmittelbare Steuerersparnis) geltend gemacht werden.

Aus- und Fortbildungskosten 

Ausbildungskosten sind Werbungskosten und können die Steuer reduzieren, jedoch das Finanzamt akzeptiert nicht alle Aus- u. Weiterbildungskosten bzw. Umschulungsmassnahmen. Wer belegen kann, im Vorjahr höhere Ausgaben für den Job oder Kosten für eine Ausbildung gehabt zu haben als das Werbungskostenpauschale von 132 Euro, kann diese in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend machen. 

Selbst die Reisespesen und andere Nebenkosten wie Skripten und Lehrbücher, die mit einer abzugsfähigen Fortbildung in Zusammenhang stehen, werden als Werbungskosten anerkannt. Auch km zu den Kursen zählen zu den absetzbaren Reise- und Aufenthaltskosten.

Doch Vorsicht: Das Finanzamt achtet genau auf die Abzugsfähigkeit der Ausgaben. So senkt nicht jeder Kurs die Steuern: Die Ausgaben sind nur abzugsfähig, wenn sie in Zusammenhang mit dem Job stehen, für diesen auch tatsächlich von Nutzen sind oder es sich um eine Umschulung handelt. Seminare, die nur von allgemeinem Interesse sind, werden vom Finanzamt nicht akzeptiert.

Wie der Kauf von Handy und Computer die Steuern drücken 

Wer selbst Arbeitsmittel anschafft und diese nachweislich beruflich verwendet, kann, solche Ausgaben ebenfalls in die Steuererklärung aufnehmen. Sollte es sich um Arbeitsmittel handeln, die mehr als 800 Euro (ab Veranlagung 2020) kosten, wie etwa Computer oder Notebook, müssen die Ausgaben auf die voraussichtliche Dauer der Nutzung verteilt („abgeschrieben“) werden. Bei Computern beträgt die jeweilige Nutzungsdauer mindestens drei Jahre. Außerdem muss von den Kosten ein Privatanteil abgezogen werden.

Bei Ausgaben für einen Computer wird von der Finanzverwaltung ein Privatanteil von zumindest 40 Prozent unterstellt. Auch bei einem beruflich genutzten Handy muss ein Privatanteil abgezogen werden.

Neue Werbungskostenregelung für das Homeoffice ab 2021

Kosten für das Arbeitszimmer und digitaler Arbeitsmittel

Ab 2021 ist es möglich pro Arbeitstag, den Sie im Home-Office verbringen, pauschal drei Euro als Werbungskosten geltend zu machen. Das gilt für maximal 100 Tage im Jahr. D.h. Sie können pauschal bis zu 300 € im Jahr absetzen können. Mit diesen pauschalen Werbungskosten sind die Kosten für das Arbeitszimmer, d.h. Strom, Heizung, anteilige Miete und digitaler Arbeitsmittel (Internet, Telefon, Computer) abgedeckt.

Achtung!
Diese Homeoffice-Pauschale gilt erst ab der Arbeitnehmerveranlagung 2021. Für die Arbeitnehmerveranlagung 2020 gibt es eine Übergangsregelung.

Haben Sie höhere tatsächliche Kosten im Homeoffice? Zum Beispiel, weil Sie ein steuerlich anerkanntes Arbeitszimmer haben? Dann können Sie statt dem Pauschale die tatsächlichen Kosten geltend machen. 

Ein steuerlich anerkanntes Arbeitszimmer liegt nur dann vor, wenn das Arbeitszimmer ausschließlich beruflich genutzt wird und den Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen Tätigkeit darstellt. Stellt Ihnen der Arbeitgeber grundsätzlich ein Büro zur Verfügung, und können Sie es nur vorübergehend wegen Corona nicht nutzen, dann sind die Kosten des Arbeitszimmers nicht absetzbar. 

Erhalten Sie steuerfreie Kostenersätze vom Arbeitgeber, müssen Sie diese von Ihren Werbungskosten abziehen. Die Werbungskosten, die die steuerfreien Kostenersätze übersteigen, können Sie jedoch geltend machen.

Ein Beispiel
Der Arbeitgeber kann bis zu 3 € pro Homeoffice-Tag abgabenfrei ausbezahlen. Erhalten Sie jedoch zum Beispiel nur 2 € pro Homeoffice-Tag, dann können Sie die Differenz zu den 3 € als Werbungskosten absetzen.

Kosten für Schreibtisch und Bürosessel

Auch Büromöbel konnten bisher nur unter der Voraussetzung eines steuerlichen Arbeitszimmers geltend gemacht werden. Nun haben Sie die Möglichkeit, die Kosten für ergonomische Büromöbel, das sind insbesondere der Schreibtisch und Bürosessel, steuerlich geltend zu machen. Anerkannt werden Ihnen bis zu 300 € im Jahr. Voraussetzung dafür ist, dass Sie im Jahr an mindestens 26 Tagen ausschließlich im Homeoffice arbeiten.
Sind die Anschaffungskosten der Möbel höher als 300 €, können Sie den übersteigenden Betrag in das Folgejahr mitnehmen. In diesem Fall können Sie im darauffolgenden Jahr wieder bis zu 300 € absetzen. Ein solcher Übertrag ist bis zum Jahr 2023 möglich.

Die 300 € für ergonomische Büromöbel werden zusätzlich zu den pauschalen Werbungskosten bis zu 300 € jährlich zustehen, in Summe werden daher bis zu 600 € pro Jahr als Werbungskosten für das Homeoffice möglich sein.

Was gilt für die Arbeitnehmerveranlagung 2020?

Die Neuregelung gilt erst ab der Arbeitnehmerveranlagung 2021. D.h. für das Jahr 2020 sind noch die bisherigen Regelungen anzuwenden. 

Kosten des Arbeitszimmers

Für die Arbeitnehmerveranlagung 2020 gilt noch die Arbeitszimmerregelung. Anteilige Strom- und andere Betriebskosten können Sie nur dann geltend machen, wenn Sie ein steuerliches Arbeitszimmer haben. Haben Sie grundsätzlich ein Büro beim Arbeitgeber und arbeiten nur wegen Corona von zuhause aus, sind diese Kosten nicht absetzbar.

Kosten für digitale Arbeitsmittel

Müssen Sie Ihren privaten PC oder Ihr privates Telefon nutzen, dann können Sie die Kosten dafür anteilig absetzen. Auch Internetkosten können im Ausmaß der beruflichen Nutzung geltend gemacht werden.

Kosten für Schreibtisch und Bürosessel

Büromöbel sind grundsätzlich nur für ein steuerliches Arbeitszimmer absetzbar. Allerdings – und das ist in der Arbeitnehmerveranlagung 2020 neu - können 150 € an Werbungskosten für ergonomisches Büromobiliar (wie zum Beispiel Schreibtisch, Schreibtischsessel und Tischlampe) ohne Anrechnung auf das Werbungskostenpauschale geltend gemacht werden können. Jedoch müssen zumindest 26 Tage im Jahr ausschließlich zu Hause im Homeoffice gearbeitet worden sein.

Insgesamt können für die Jahre 2020 und 2021 300 € geltend gemacht werden. Machen Sie mit der Arbeitnehmerveranlagung 2020 bereits 150 € für Büromöbel geltend, können Sie 2021 ebenfalls nur 150 € absetzen. Haben Sie 2020 jedoch noch keine Möbel gekauft, sondern erst 2021, bleibt für die Arbeitnehmerveranlagung 2021 der volle absetzbare Betrag von 300 €.

Sind die Anschaffungskosten höher als der maximal absetzbare Betrag, werden Sie den übersteigenden Betrag in das Folgejahr mitnehmen können. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Sie auch im Folgejahr zumindest 26 Tage ausschließlich im Homeoffice verbracht haben.

Ein Beispiel

  • Susanne Z. hat im Jahr 2020 einen Bürostuhl um 400 € gekauft.
  • 150 € davon kann sie 2020 absetzen.
  • 150 € kann sie 2021 absetzen.
  • Die verbleibenden 100 € kann sie im Jahr 2022 geltend machen.
  • Voraussetzung ist, dass sie in allen Jahren zumindest 26 Tage im Homeoffice gearbeitet hat.

Wurde der Bürostuhl – wie in unserem Beispiel – im Jahr 2020 gekauft, können Sie die Kosten dafür ab April 2021 in der Arbeitnehmerveranlagung mit dem Formular L1 HO-2020 unter KZ 158 geltend machen.

Achtung: Verwenden Sie KEINE der bisherigen Kennzahlen, da es sonst zu Fehlern im Bescheid kommen kann

Haben Sie die Arbeitnehmerveranlagung 2020 bereits durchgeführt und einen Bescheid erhalten, obwohl Sie noch absetzbare Büromöbel haben? Dann können Sie die Büromöbel nachträglich wie folgt geltend machen: Wählen Sie im FinanzOnline unter „Weitere Services“ den Menüpunkt „Bescheidänderung“. Wählen Sie „Änderung gem. § 295a BAO“ und geben Sie in der nachfolgenden Eingabeseite die entsprechenden Daten ein.

Steht mir das Pendlerpauschale während Kurzarbeit oder Homeoffice zu?

Haben Sie bereits vor der Kurzarbeit oder dem coronabedingten Homeoffice Anspruch auf ein Pendlerpauschale gehabt, dann haben Sie das auch weiterhin, und zwar bis 30.06.2021. Ab Juli 2021 muss nach derzeitigem Rechtsstand tatsächlich im entsprechenden Ausmaß gependelt werden.