Sonderausgaben


Welche Ausgaben als Sonderausgaben gelten 

Zu den Sonderausgaben zählen Kirchenbeiträge, bestimmte Spenden, Steuerberatungskosten, Beiträge zu Pflegeversicherungen und Pensionskassen, freiwillige Weiterversicherung und der Nachkauf von Versicherungszeiten und Ausgaben für Leibrenten, Topf-Sonderausgaben und andere dauernde Lasten. 

Einzelne dieser Sonderausgaben sind der Höhe nach gedeckelt. Das betrifft Kirchenbeiträge, Spenden, Topf-Sonderausgaben. 

Andere, wie Kosten für den Steuerberater, sind betragsmäßig unbegrenzt abzugsfähig.

Wann Ausgaben für Bauen, Sanieren, Versicherungen noch steuermindernd sind 

Sogenannte Topf-Sonderausgaben gibt es zwar noch, können jedoch nur noch unter bestimmten Voraussetzungen geltend gemacht werden. Diese Sonderausgaben, dazu zählen Ausgaben fürs Bauen und Sanieren von Wohnraum sind seit dem Jahr 2016 nur noch abzugsfähig, wenn mit der Bauausführung oder der Sanierung vor dem 1. Jänner 2016 begonnen wurde oder der Darlehensvertrag vorher abgeschlossen wurde.

Derselbe Stichtag gilt für Prämien zu privaten Personenversicherungen wie Kranken-, Unfall- oder Rentenversicherungen: Um diese Ausgaben von der Steuer absetzen zu können, muss der jeweilige Vertrag aber vor 2016 abgeschlossen worden sein. Fallen Ausgaben unter die Topf-Sonderausgaben, kann man immerhin bis zu ein paar hundert Euro vom Staat zurückfordern. 

Steuerersparnis aus Topf-Sonderausgaben 

Die höchste Steuerersparnis aus den sogenannten Topf-Sonderausgaben können jene erwarten, die jährlich über Einkünfte zwischen rund 31.000 Euro und 36.400 Euro verfügen. Ihnen steht ein Viertel der Ausgaben bzw. des Höchstbetrags von 2.920 Euro zu. Bei Alleinerzieher und Alleinverdiener beträgt der Höchstbetrag 5.840 Euro, von dem maximal wiederum ein Viertel steuerwirksam wird. Bei einer Obergrenze von 2.920 Euro ergibt das einen Absetzposten von bis zu 730 Euro, bei einer Obergrenze von 5.840 Euro wird bis zu 1.460 Euro steuerlich wirksam. Die Höhe der Gutschrift hängt vom persönlichen Grenzsteuersatz ab. Das sind beispielsweise bei einem Einkommen zwischen 31.000 und 36.400 Euro 42 Prozent. Für jene, die höhere Einkünfte haben, wird der steuerwirksame Betrag aliquot bis zu Einkünften von 60.000 Euro auf einen Absetzposten von 60 Euro reduziert („Einschleifregelung“). Wer über 60.000 Euro steuerpflichtige Einkünfte erzielt, erhält nur einen Absetzposten von 60 Euro zugestanden. Dieser wurde aber bereits automatisch bei der Lohn- und Gehaltsabrechnung berücksichtigt, sodass daraus keine Gutschrift bei der Arbeitnehmerveranlagung zu erwarten ist.

Wichtig: Ausgaben fürs Bauen und Sanieren sind seit dem Jahr 2016 nur noch abzugsfähig wenn mit der Bauausführung oder der Sanierung vor dem 1. Jänner 2016 begonnen wurde oder der Darlehensvertrag vorher abgeschlossen wurde. Derselbe Stichtag gilt für Prämien zu privaten Personenversicherungen wie Kranken-, Unfall- oder Rentenversicherungen: Um diese Ausgaben von der Steuer absetzen zu können, muss der jeweilige Vertrag aber vor 2016 abgeschlossen worden sein. 

Spenden

Spender müssen sich nicht einmal mehr selbst um die Eintragung in der Steuererklärung kümmern, dafür ist mittlerweile die jeweilige Spendenorganisationen verantwortlich. Das funktioniert aber nur, wenn die betreffenden Organisationen vom Zahlenden die notwendigen persönlichen Daten hat, um die elektronische Meldung ans Finanzamt durchführen zu können. Gemeldete Spenden sind im persönlichen FinanzOnline-Zugang ersichtlich.

Wenn Spendenbeträge fehlen, nützt es jedoch nichts, sich mit dem Finanzamt in Verbindung zu setzen. Es ist notwendig, sich direkt an die Organisation zu wenden, die wiederum die entsprechende Meldung an das Finanzamt macht.

Nachkauf von Versicherungszeiten: teuer, aber steuerlich voll absetzbar 

Eine Steuergutschrift kann man sich auch erwarten, wenn man Studienzeiten, beziehungsweise die dafür nötige damit verbundenen Nachkauf von Versicherungsmonaten, nachkauft. Damit kann man die eigene Pension finanziell aufpeppen oder früher in Pension gehen. Doch auch, wenn die Ausgaben in voller Höhe und ohne Beschränkung absetzbar sind, lohnt sich das Modell vielfach finanziell nicht mehr.

ine Änderung der Zurechnung von Sonderausgaben, die ans Finanzamt gemeldet wurden, beispielsweise Kirchenbeiträge, kann auch im Wege der Arbeitnehmerveranlagung nachträglich erfolgen. Um eine von der automatisch gemeldeten Zuordnung abweichende Berücksichtigung beim Finanzamt zu beantragen, ist Formular L1d nötig.