Außergewöhnliche Belastungen

 

Hoher Selbstbehalt für jene, die mehr als 36.400 Euro verdienen 


Zu den außergewöhnlichen Belastungen zählen Kosten für den Zahnarzt, Begräbnis, Kur, Krankheit, Altersheim- und Pflegekosten, Adoptionen und künstliche Befruchtung. Allerdings ist die Anerkennung von solchen Kosten von bestimmten Voraussetzungen abhängig. Die Kosten dafür können nur insoweit abgesetzt werden, als der jährliche Selbstbehalt überschritten wird. 



Die Höhe des Selbstbehalts hängt vom Einkommen ab:

  • Bei höchstens 7.300 € Einkommen sind es 6 Prozent.
  • Zwischen 7.300 € und 14.600 € sind es 8 Prozent.
  • Zwischen 14.600 € und 36.400 € sind es 10 Prozent.
  • Und bei mehr als 36.400 € Einkommen sind es 12 Prozent, jeweils vom Einkommen gerechnet.

Alleinerzieher und Alleinverdiener erhalten Zusatzvergünstigung

Wenn der Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag zusteht, reduziert sich der Selbstbehalt um Ein-Prozent-Punkt für jedes Kind, für das Familienbeihilfe bezogen wird, führt ebenfalls um eine Senkung dieser Prozentsätze um je einen Prozentpunkt. Der Selbstbehalt entfällt für Kosten, die in Zusammenhang mit einer Behinderung des Steuerpflichtigen anfallen. Voraussetzung dafür ist, eine Erwerbsminderung von mindestens 25 Prozent.

Pflegekosten reduzieren Steuern um bis zu 50 Prozent der Kosten

Pflegekosten, beispielsweise für eine 24-Stunden-Pflege, können als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden, allerdings erst nach Abzug des erhaltenen Pflegegeldes und anderer Zuschüsse. Erfolgt die Pflege in einem Pflegeheim, ist zusätzlich noch eine Haushaltsersparnis abzuziehen.

Wie man Ausgaben für den Zahnarzt am cleversten steuermindernd einsetzt

Bei kostspieligen Ausgaben wie für zahnärztliche Leistungen, etwa Implantate oder Kronen, macht es Sinn, sämtliche Zahlungen dafür in einem Kalenderjahr zu leisten, statt Ratenzahlung über mehrere Jahre zu vereinbaren.

Ist eine Kur steuerlich absetzbar?

Nur wenn der Arzt eine medizinische Notwendigkeit für eine Kur sieht, werden die selbst getragenen Kosten für Aufenthalt, Kurmittel und medizinische Betreuung und die Fahrtkosten zum und vom Kurort vom Finanzamt anerkannt. Ob sich eine steuerliche Auswirkung ergibt, hängt davon ob, ob man z. B. einen Grad der Behinderung hat.

Bei Behinderung entfällt in bestimmten Fällen der Selbstbehalt

Ist jemand zu mindestens 25 Prozent behindert, entfällt der einkommensabhängige Selbstbehalt für die Pflegekosten, wenn der Pflegebedürftige selbst oder sein (Ehe-)Partner die Kosten trägt, sofern das Jahreseinkommen des Pfleglings 6.000 Euro nicht überschreitet. In diesen Fällen kann die Steuerersparnis, entsprechend hohes Einkommen vorausgesetzt, bis zu 50 Prozent der Heim- und Pflegekosten betragen. Übernehmen andere Angehörige, wie die eigenen Kinder, diese Kosten, weil das Einkommen des Pfleglings nicht ausreicht, ist bei diesen Personen jedoch ein Selbstbehalt abzuziehen.

Sind Kosten von Begleitpersonen bei Pflegebedürftigen absetzbar?

Bei pflegebedürftigen Personen und Kindern sind auch die Kosten für eine Begleitperson absetzbar. Davon müssen noch Kostenersätze und Haushaltsersparnis in der Höhe von 156,96 Euro monatlich abgezogen werden. Die Haushaltsersparnis sind pauschal ermittelte Lebenshaltungskosten, die zu Hause angefallen wären, wenn man nicht auf Kur gewesen wäre.