Absetzbeträge

Im Unterschied zu Freibeträgen, Sonderausgaben und Werbungskosten reduzieren Absetzbeträge nicht die Steuerbemessungsgrundlage, sondern unmittelbar und in voller Höhe die zuvor berechnete Steuerlast. Einige Absetzbeträge werden bereits direkt an der Quelle, also beim Arbeitgeber oder auch der Pensionsversicherungsanstalt, abgezogen, andere nur, wenn der Arbeitnehmer in der Steuererklärung einen Antrag stellt. 

Der Verkehrsabsetzbetrag in Höhe von 400 Euro wird direkt vom Arbeitgeber lohnsteuermindernd berücksichtigt. Auch die Berücksichtigung des Pensionistenabsetzbetrag in gleicher Höhe wird unmittelbar von der Pensionsversicherungsanstalt durchgeführt. Je nach Bezügen kommen Einschleifregeln zur Geltung. 

Negativsteuer für Geringverdiener 

Obwohl diese Absetzbeträge bereits vom Arbeitgeber oder der pensionsauszahlenden Stelle berücksichtigt werden, können Geringverdiener durch eine Arbeitnehmerveranlagung zu einer Steuergutschrift kommen: ergibt sich nämlich durch Verkehrsabsetzbetrag eine Einkommensteuer von unter null, wird der Verkehrsabsetzbetrag mit bis zu 50 Prozent der bezahlten Sozialversicherungsbeiträge (maximal 400 Euro bzw. 500 Euro, wenn das Pendlerpauschale zusteht) unter dem Titel „SV-Rückerstattung“ gutgeschrieben („Negativsteuer“).

Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag

Betrag: bis zu 400 Euro pro Jahr ab 2020

Anspruch: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer it einem Einkommen von bis zu 21.500 Euro im Kalenderjahr.

Infos: Ab der Veranlagung 2020 erhöht sich der Verkehrsabsetzbetrag um 400 Euro (Zuschlag), wenn das Einkommen des Steuerpflichtigen 15.500 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigt. Der Zuschlag vermindert sich zwischen Einkommen von 15.500 Euro und 21.500 Euro gleichmäßig einschleifend auf null (Berücksichtigung nur im Rahmen der Veranlagung). Bei Anspruch auf den Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag erhöht sich auch die maximale SV-Rückerstattung um bis zu 400 Euro.

Diese Absetzbeträge sind vom Steuerzahler selbst geltend zu machen: 

  • Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag
  • Unterhaltsabsetzbetrag
  • Pendlereuro 

Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag

Der Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag steht grundsätzlich dann zu, wenn ein Anspruch auf den Kinderabsetzbetrag gemäß § 33 Abs 3 EStG 1988 für mehr als sechs Monate besteht. Ab dem zweiten Kind gibt es gestaffelte Absetzbeträge.

ErhöhungAnzahl der KinderAlleinverdiener-/ 
Alleinerzieher-Absetzbetrag
1 Kind494 €
2. Kind: 
175 €
2 Kinder669 €
3. Kind: 
220 €*
3 Kinder889 €

*Der Betrag von 220 Euro gilt auch für jedes weitere Kind

Haben Sie geringe Einkünfte und Anspruch auf den Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag, ist die Auszahlung dieser Beträge möglich.

Anspruch: Alleinverdienerinnen und Alleinverdiener & Alleinerzieherinnen und Alleinerzieher

Alleinverdienerabsetzbetrag

Der Alleinverdienerabsetzbetrag steht zu, wenn ein/e Steuerpflichtige/r mit mindestens einem Kind iSd § 106 Abs 1 EStG 1988 mehr als sechs Monate im Kalenderjahr

  • verheiratet oder eingetragene/r Partner/in ist und von ihrer/seiner unbeschränkt steuerpflichtigen Ehegattin bzw. ihrem/seinem unbeschränkt steuerpflichtigen Ehegatten oder eingetragenen Partner/in nicht dauernd getrennt lebt oder
  • mit einer unbeschränkt steuerpflichtigen Person in einer Lebensgemeinschaft lebt und
  • die/der (Ehe)Partner/in Einkünfte von höchstens 6.000 Euro im Kalenderjahr bezieht.

Der Alleinverdienerabsetzbetrag steht immer nur einer Person zu. Erfüllen Partnerin und Partner (z.B. Studentenpaar mit Kind) die Voraussetzungen, steht er der Partnerin oder dem Partner mit den höheren Einkünften zu. Haben die Partner keine oder gleich hohe Einkünfte, steht der Absetzbetrag der Frau zu, außer der Mann führt überwiegend den Haushalt.

Alleinerzieherabsetzbetrag

Alleinerzieherinnen und Alleinerziehern steht ein Alleinerzieherabsetzbetrag zu. Alleinerziehende sind Steuerpflichtige, die mit mindestens einem Kind mehr als sechs Monate im Kalenderjahr nicht in einer Gemeinschaft mit einer/einem (Ehe)Partner/in leben und mehr als sechs Monate Familienbeihilfe beziehen.

Einkommensgrenze für den (Ehe-)Partner

Maßgeblich sind die steuerpflichtigen Einkünfte einschließlich sonstiger Bezüge wie z.B. 13./14. Monatsgehalt, soweit diese über die Freigrenze von 2.100 Euro jährlich hinausgehen, Abfertigungen oder Pensionsabfindungen. Für die Ermittlung der Grenzen werden vom Bruttobezug noch folgende Beträge abgezogen:

  • Sozialversicherungsbeiträge
  • Beiträge für die freiwillige Mitgliedschaft bei Interessenvertretungen (z.B. ÖGB-Beiträge)
  • Pendlerpauschale
  • Sonstige Werbungskosten (bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zumindest das Pauschale von 132 Euro jährlich
  • Steuerfreie Überstunden-, Sonntags-, Feiertagszuschläge und
  • Zuschläge für Nachtarbeit, weiters steuerfreie Schmutz-, Erschwernis- und Gefahrenzulagen

Bei mehreren Einkünften ist der Gesamtbetrag aller Einkünfte maßgeblich.

Familienbeihilfe, Karenzurlaubsgeld, Kinderbetreuungsgeld, Arbeitslosengeld und Notstandshilfe sowie Alimentationszahlungen sind, wie die meisten anderen steuerfreien Einkünfte, für die Berechnung der Einkunftsgrenzen nicht zu berücksichtigen.

Hingegen sind Einkünfte der (Ehe-)Partnerin oder des (Ehe-)Partners aus Kapitalvermögen (z.B. Zinsen, Aktiendividenden) zu berücksichtigen, auch wenn sie endbesteuert sind. Weiters ist das steuerfreie Wochengeld in die Einkunftsgrenze einzubeziehen, ebenso steuerfreie Bezüge aus begünstigter Auslandstätigkeit, steuerfreie Einkünfte als Aushilfskraft, Entwicklungshilfetätigkeiten sowie andere auf Grund zwischenstaatlicher (Doppelbesteuerungsabkommen) oder völkerrechtlicher (z.B. UNIDO, IAEO) Vereinbarungen steuerfreie Einkünfte.

Beispiel: Ermittlung der Einkommensgrenze (Steuerpflichtiger mit Kind)

Bruttobezüge8.400,00 Euro
- Sozialversicherungsbeiträge für laufende Bezüge1.085,04 Euro
- Werbungskostenpauschale132,00 Euro
- Sonstige Bezüge (inkl. SV) innerhalb der Steuerfreigrenze1.200,00 Euro
Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit5.982,96 Euro

Hätte der Steuerpflichtige noch eine Abfertigung von 1.000 Euro erhalten, wäre die maßgebliche Einkunftsgrenze von 6.000 Euro überschritten.

Ermittlung des Grenzbetrags bei Verehelichung, Scheidung, bei Tod eines (Ehe-)Partners oder bei einer eingetragenen Partnerschaft

Bei der Ermittlung des Grenzbetrages ist immer von den Einkünften des ganzen Jahres auszugehen. Wenn eine Ehe oder eheähnliche Gemeinschaft im Laufe eines Kalenderjahres geschlossen wird, sind die Einkünfte der (Ehe-)Partnerin/des (Ehe-)Partners oder der eingetragenen Partnerin/des eingetragenen Partners sowohl aus der Zeit vor als auch nach der Verehelichung in die Ermittlung des Grenzbetrages einzubeziehen. Analog dazu sind bei einer Scheidung auch die Einkünfte der früheren (Ehe-)Partnerin/des früheren (Ehe-)Partners oder der eingetragenen Partnerin/des eingetragenen Partners nach der Scheidung miteinzubeziehen, ebenso der Bezug einer Witwen-/Witwer-Pension nach dem Tod der (Ehe-)Partnerin/des (Ehe-)Partners oder der eingetragenen Partnerin/des eingetragenen Partners.

Geltendmachung des Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrags

Während des Kalenderjahres kann der Arbeitgeber oder die pensionsauszahlende Stelle auf Grund Ihrer Erklärung gegenüber dem Arbeitgeber (Formular E30) den Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag berücksichtigen. 

Haben Sie gleichzeitig mehrere Dienstverhältnisse, dürfen Sie die Erklärung nur einem Arbeitgeber abgeben. Fallen die Anspruchsvoraussetzungen während des Jahres weg (z.B. Einkünfte des (Ehe-)Partners oder des eingetragenen Partners übersteigen die maßgeblichen Grenzen oder Ehescheidung), müssen Sie das Ihrem Arbeitgeber bzw. Ihrer pensionsauszahlenden Stelle innerhalb eines Monats melden (Formular E31). Zusätzlich müssen Sie nach Ablauf des Jahres eine Erklärung zur ArbeitnehmerInnenveranlagung abgeben.

Nach Ablauf des Kalenderjahres können Sie den Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag nachträglich beim Finanzamt im Wege der ArbeitnehmerInnenveranlagung geltend machen.

Tipp
Auch wenn der Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag bereits während des Jahres durch Ihren Arbeitgeber berücksichtigt worden ist, vergessen Sie bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung nicht, die Angaben hinsichtlich des Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrages in der Erklärung auszufüllen. Andernfalls kommt es zu einer ungewollten Nachversteuerung des Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrages.

Unterhaltsabsetzbetrag 

Bis zu 58,40 Euro im Monat 
Dieser kann von dem Elternteil geltend gemacht werden, der gesetzlichen Unterhalt (Alimente) leistet und bei dem das Kind oder die Kinder nicht im eigenen Haushalt leben. Dieser Absetzbetrag beträgt für das erste Kind 29,20 Euro monatlich, für das zweite 43,80 Euro und für jedes weitere Kinder 58,40 Euro. Die Haushaltszugehörigkeit hängt von der Vereinbarung der Eltern ab, bei welchem das Kind nicht überwiegend lebt. Nur dieser kann die Beträge für den Unterhalt geltend machen. 

Pendlereuro seit 1.1.2013

Der Pendlereuro ist ein Absetzbetrag, das heißt, er reduziert die Lohnsteuer (nicht, wie das Pendlerpauschale, die Bemessungsgrundlage). Pro Jahr beträgt der Pendlereuro pro Kilometer Distanz Wohnung - Arbeitsplatz zwei Euro.