Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Vereinfachtes Wahlverfahren für Kleinbetriebe

Für Betriebe oder Arbeitnehmergruppen (Arbeiter oder Angestellte), in denen nur ein oder zwei Betriebsratsmitglieder zu wählen sind, ist ein vereinfachtes Wahlverfahren vorgesehen.

Abgesehen von drei Besonderheiten 

 1. Mehrheitswahlrecht (im Gegensatz zum Verhältniswahlrecht)
 2. Wahlvorstand besteht nur aus einer Person (und einem Ersatzmitglied)
 3. Keine zwingende Vorschrift zur Einbringung von Wahlvorschlägen

läuft das Wahlverfahren nach jenen Grundsätzen ab, die bisher beschrieben wurden. Von der Verwendung eines einheitlichen Stimmzettels kann ohne weiteres abgesehen werden.

Wahlvorstand

Der Wahlvorstand besteht nur aus einem Mitglied und einem Ersatzmitglied aus dem Bereich der aktiv wahlberechtigten Arbeitnehmer.

Wahlvorschläge

  • Wurden Wahlvorschläge eingebracht, gelten für sie dieselben Bestimmungen wie für Wahlvorschläge in größeren Betrieben.
  • Wurden keine Wahlvorschläge eingebracht, so können Stimmen, gültig für jeden wählbaren Arbeitnehmer (Wahlwerber), abgegeben werden. Für jedes Betriebsratsmitglied und jedes Ersatzmitglied ist ein gesonderter Wahlgang durchzuführen.
  • Die fristgerechte Einbringung eines Wahlvorschlags schließt jedoch nicht aus, dass zur Wahl einzelne Wahlwerber kandidieren bzw. gewählt werden können. Voraussetzung ist auch hier, dass sie das passive Wahlrecht besitzen.

Ermittlung des Wahlergebnisses

Die Ermittlung des Wahlergebnisses erfolgt im vereinfachten Wahlverfahren nicht nach den Grundsätzen des Verhältniswahlrechtes, sondern nach dem Mehrheitswahlsystem. Als gewählt gilt immer nur der gesamte Wahlvorschlag, der die Mehrheit der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen konnte.

Stimmengleichheit

Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los.

Wurde nur ein Wahlvorschlag eingebracht, sind bei der Feststellung der absoluten Mehrheit auch die ungültigen Stimmen zu berücksichtigen.

Beispiel:

Es wurde nur ein Wahlvorschlag eingebracht. 15 Stimmen wurden abgegeben, davon:

  • 7 gültige Stimmen
  • 8 ungültige Stimmen

Die Mehrheit der abgegebenen Stimmen wurde nicht erreicht. Der Wahlvorstand hat daher das Wahlverfahren mittels einer neuen Wahlkundmachung unverzüglich neu einzuleiten.

Sind mehrere Wahlvorschläge eingebracht worden, so gilt jener Wahlvorschlag als gewählt, der die Mehrzahl der abgegebenen Stimmen auf sich vereint, wobei auch die ungültig abgegebenen Stimmen zu berücksichtigen sind.

Beispiel:

Es wurden 2 Wahlvorschläge eingebracht. 17 Stimmen wurden abgegeben, davon entfielen auf:

  • Vorschlag A 8 Stimmen 
  • Vorschlag B 7 Stimmen 
  • ungültig 2 Stimmen

Um die Mehrheit der abgegebenen Stimmen zu erlangen, hätte der Wahlvorschlag 9 Stimmen erreichen müssen. In diesem Beispiel muss unmittelbar darauf ein zweiter Wahlgang durchgeführt werden.

Zweiter Wahlgang

Erreicht keiner der Wahlvorschläge (Wahlwerber) die Mehrheit der abgegebenen Stimmen, so ist ein zweiter Wahlgang durchzuführen. Gültige Stimmen können nur für die beiden Wahlvorschläge (Wahlwerber) abgegeben werden, die im ersten Wahlgang die meisten Stimmen erhalten haben. Es werden ungültig abgegebene Stimmen nicht mehr als abgegeben gewertet.

TIPP

Da die Betriebsratswahl ein relativ kompliziertes Verfahren mit der Berücksichtigung einiger knapper Fristen darstellt, ist es ratsam die zuständige und Ihre Kollektivverträge verhandelnde Fachgewerkschaft beizuziehen. Auf der Website des ÖGB und seiner Fachgewerkschaften finden sich auch Broschüren, Formulare und Fristen-Rechner. Webtipp: www.betriebsraete.at

TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen
Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK