28.11.2017
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Bücherwelten Leseliste

Auf versunkenen Wegen. 

SYLVAIN TESSON, München: Knaus Verlag, 2017 
192 S., 20,60 Euro

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Der Autor: 
Sylvain Tesson, 1972 in Paris geboren, ist Schriftsteller, Filmemacher und Reisender. Er fuhr mit dem Fahrrad um die Welt und unternahm lange Expeditionen durch Sibirien, Asien und den Himalaya. Auf Deutsch liegt von ihm vor: »In den Wäldern Sibiriens« und »Napoleon und ich. Eine abenteuerliche Reise von Moskau nach Paris«.

Das Buch: 
Mitten in Europa existiert es noch: unberührtes, verzaubertes Land. Sylvain Tesson, französischer Weltreisender, macht sich auf und durchwandert vier Monate lang Frankreich, und zwar das Frankreich der »Hyper-ruralite«, der Hyper-Ländlichkeit. Seine Sehnsucht nach Stille und Abgeschiedenheit führt ihn von Südwestfrankreich bis in die Normandie durch verlassene Dörfer und Landschaften, auf vergessenen Pfaden und alten Wegen, die keiner mehr benutzt. 

Monsieur Nicolas oder Das enthüllte Menschenherz. 

RETIF DE LA BRETONNE, Berlin: Galiani Verlag, 2017 
720 S., 39, 10 Euro

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Der Autor: 
Retif de la Bretonne, geboren 1734, wuchs bei Auxerre in der Bourgogne auf und zog nach Paris, wo er als Drucker und umtriebiger wie umstrittener Autor tätig war. Er verfasste rund 200 Bücher, darunter viele Romane, Sozialutopien und moralisch-sittlich freizügige Schriften. Seine »Nächte von Paris« gelten als eines der ersten großen Werke der Großstadtsoziologie. Er starb 1806 verarmt und vereinsamt.

Das Buch: 
Es ist ein ungeheures Unterfangen, das Retif de la Bretonne in der Vorrede sei­nes Buches ankündigt: »Ich gehe daran, Ihnen hier das ganze Leben eines Ihrer Mitmenschen vorzulegen, ohne etwas zu verschleiern, weder von seinen Gedan­ken, noch von seinen Taten. Der Mensch, dessen Seele ich hier anatomieren werde, konnte allerdings kein anderer sein als ich selbst.« Und er macht ernst - ungeschminkt erzählt er alles, was ihn einst bewegte, was er tat, und was er dachte: Gutes, Böses, Edles, Niederträchtiges, Verwerfliches, Peinliches, Wider­liches, Naives, Lobenswertes. Und er schreibt damit eines der schonungslosesten und großartigsten Memoirenwerke aller Zeiten, ebenbürtig einem Samuel Pepys, Jean-Jacques Rous­seau, Giacomo Casanova oder einem Karl Ove Knausgaard. 


Die Chefin. Roman einer Köchin. 

MARIE NDIAYE, Berlin: Suhrkamp Verlag, 2017 
336 S., 22,70 Euro

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Die Autorin: 
Marie NDiaye, 1967 in Pithiviers bei Orleans geboren, veröffentlichte mit 17 Jah­ren ihren ersten Roman; weitere Romane und Theaterstücke folgten. Für »Drei starke Frauen« erhielt sie den Prix Goncourt. Nach fast zehn Jahren in Berlin lebt sie inzwischen mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf in der Nähe von Bordeaux.

Das Buch: 
Eine Frau aus bescheidenen Verhältnissen kann schließlich ein Restaurant in Bordeaux eröffnen und wird mit einem Stern ausgezeichnet. Welche Künste hat sie in der Küche gelernt und neu interpretiert? Wie ist sie zur berühmten Chef­köchin geworden? Der Erzähler, langjähriger Mitarbeiter der Chefin und ihr in (vergeblicher) Liebe verbunden, berichtet von ihrem Leben - ihrem Charakter, ihren Lieben, ihrer Ausbildung, der Kunst der Kochkomposition, dem privaten wie öffentlichen Umgang -, indem er potentielle Fragen und Erwartungen der Leser aufgreift, sie beantwortet und zugleich ins Leere laufen lässt ...

Der Meisterkoch. Roman. 

SAYGIN ERSIN, Hamburg: Atlantik Verlag, 2017 
368 S., 20,60 Euro

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Der Autor: 
Saygin Ersin, 1975 in Manisa in Westanatolien, Türkei, geboren, studierte Sozio­logie und arbeitete anschließend als Journalist. Heute lebt er als Drehbuchautor und Schriftsteller in lzmir.

Das Buch: 
Istanbul um 1600. Im Topkapi-Palast kommt ein außergewöhnliches Kind zur Welt, der junge Pascha verfügt über einen absoluten Geschmackssinn. Als der Sultan alle seine männlichen Verwandten ermorden lässt, überlebt der Junge das Massaker mithilfe des Küchenchefs. Ihm gelingt die Flucht. In Bagdad stu­diert er Sternen- und Naturheilkunde, auf der Insel Hormus unterweist ihn die Herrin der Aromen in Gewürzkunde, und die symbolische Meisterschaft verleiht ihm ein Bibliothekar in Alexandria. Als Meisterkoch kehrt er zurück nach Istanbul, wo er seine große Liebe Karner, die begnadete Tänzerin, wiederfinden will. Und er hat sich geschworen, Rache zu nehmen für die Ungerechtigkeiten, die ihm als Kind widerfahren sind ... 

Die Stadt der weißen Musiker. Roman. 

BACHTYAR ALI, Zürich: Unionsverlag, 2017 
432 S., 26,80 Euro

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Der Autor: 
Bachtyar Ali wurde 1966 in Sulaimaniya im Nordirak geboren. 1983 geriet er durch sein Engagement in den Studentenprotesten in Konflikt mit der Diktatur Saddam Husseins. Er brach sein Geologiestudium ab. Sein erster Gedichtband »Gunah w Karnaval« (Sünde und Karneval) erschien 1992. Sein Werk umfasst Romane, Gedichte und Essays. Er lebt seit Mitte der Neunzigerjahre in Köln. 2017 wurde er mit dem Nelly-Sachs-Preis ausgezeichnet.

Das Buch:
Als man dem kleinen Dschaladat die Flöte zum ersten Mal in die Hand drückt, entlockt er ihr sofort Klänge, die alle verzaubern. Der alte Sufi lshaki Lewzerin nimmt ihn und seinen Freund in die Berge mit, um sein geheimes Wissen weiter­zugeben. Als der Krieg und die Bombardements beginnen, wandern die drei Flötisten von Dorf zu Dorf. In einer riesigen, namenlosen Stadt der Bordelle muss Dschaladat in einer Tanzkapelle seine ganze Kunst des Flötenspiels wieder ver­lernen, um nicht aufzufallen. Das rätselhafte Mädchen Dalia beschützt ihn, weiht ihn ein in ihre Geheimnisse und führt ihn auf einen Weg in die Tiefen seines Lan­des, der unsere Vorstellungskraft übersteigt ...

Istanbul Istanbul. Roman. 

BURHAN SÖNMEZ, München: btb Verlag, 2017 
288 S., 20,60 Euro

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Der Autor: 
Burhan Sönmez wurde 1965 in Zentralanatolien geboren. Er studierte Jura in Istanbul. Sönmez war Mitglied eines türkischen Menschenrechtsvereins und Gründungsmitglied der demokratischen Stiftung TAKSAV. Bei einem Übergriff durch die Polizei wurde er 1996 in der Türkei schwer verletzt und anschließend dank der Freedom-from-Torture-Stiftung in England medizinisch versorgt. Er unterrichtet an der Middle East Technical University in Ankara. Burhan Sönmez lebt mit seiner Familie in Istanbul und im englischen Cambridge.

Das Buch: 
Unter den Straßen lstanbuls sitzen vier Gefangene, ein Student, ein Doktor, ein Barbier und ein alter Mann, in Zellen und warten darauf, von den Wärtern zum Verhör abgeholt zu werden. Um sich abzulenken, erzählen sie sich gegenseitig Geschichten. Geschichten aus ihrer Stadt, voller Liebe und Humor. Geschichten, die ihnen helfen sollen, Raum und Zeit aufzuheben und ihr Leid erträglicher zu machen. Durch diese miteinander verwobenen Erzählungen entsteht zugleich eine andere Geschichte lstanbuls und der Türkei. 

Die Gärten von Istanbul. Kriminal­roman.

AHMET ÜMIT, München: btb Verlag, 2017 
736 S., 12,40 Euro

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Der Autor: 
Ahmet Ümit wurde 1960 in Gaziantep/Türkei geboren. Von 1974 bis 1989 war er aktives Mitglied der Türkischen Kommunistischen Partei. In den Achtzigerjahren schrieb er nicht nur seine ersten literarischen Texte, sondern studierte auch an der Akademie für Gesellschaftswissenschaften in Moskau. Während der Militär­diktatur von 1980 bis 1990 war Ümit im Untergrund aktiv und musste zeitweise selbst untertauchen. Heute gilt er als einer der wichtigsten Kriminalautoren sei­nes Landes.

Das Buch: 
Istanbul. Ein magischer Ort. Kaum einer kennt die Stadt so gut wie Nevzat, Oberinspektor des Morddezernats. Und kaum einer leidet an der Megacity so wie er, dessen Frau und Tochter dort Opfer eines Verbrechens wurden. Als an der Atatürk-Statue eine Leiche gefunden wird, muss er ermitteln. Das Opfer, Professor für Kunstgeschichte, war bekannt. Ebenso wie seine Exfrau Leyla, Museumsdirektorin im Topkapi Palast. Kurz darauf wird eine zweite Leiche ge­funden, wieder an einem von lstanbuls Wahrzeichen. Und die Serie reißt nicht ab. Sieben Leichen an sieben historischen Stätten - und nur ein einziger Faden scheint die Fälle zu verbinden ... 

Die Donau. Eine Reise gegen den Strom.

NICK THORPE: Wien: Zsolnay Verlag, 2017 
384 S., 26,80 Euro

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Der Autor: 
Nick Thorpe, geboren 1960 in Upnor/Großbritannien, lebt seit 1986 als Journa­list und Filmemacher in Budapest. Er schrieb zuerst für den »Independent« und den »Guardian«, seit 1996 ist er Mitteleuropa-Korrespondent der BBC.

Das Buch: 
Vom Schwarzen Meer bis zum Schwarzwald: Anders als berühmte Donau-Rei­sende vor ihm nimmt der britische Journalist und Filmemacher Thorpe den um­gekehrten Weg und nähert sich von der Mündung aufwärts zu Fuß, mit dem Fahrrad, Boot, Zug, manchmal auch mit dem Auto der Quelle des fast dreitau­send Kilometer langen Stromes in Deutschland. Auf dem Balkan, stellt Thorpe gleich anfangs fest, entwickelten sich zivilisierte Kulturen lange vor dem Westen. Und so verwebt Thorpe auf seiner Reise prägnant das Einstige mit der Gegen­wart.

Wir sagen uns Dunkles. Die Liebesgeschichte zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan.

HELMUT BÖTTIGER, München: OVA Verlag, 2017 
272 S., 22,70 Euro

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Der Autor: 
Helmut Böttiger, geboren 1956, ist Literaturkritiker. Er lebt in Berlin. Mehrere Bücher über die deutsche Gegenwartsliteratur und über Paul Celan, zuletzt erschien eine Kollektivgeschichte der Gruppe 47. 

Das Buch: 
Eine Liebesgeschichte, um die sich viele Legenden ranken: Ingeborg Bachmann und Paul Celan lernten sich 1948 in Wien kennen und lieben. Die Beziehung, immer wieder unterbrochen oder fast abgebrochen, hielt bis Anfang der 1960er Jahre, als beide zu den wichtigsten jüngeren Nachkriegsautoren zählten. Eine eindringliche Studie über Dichtung, Verletzungen und Liebe, Worte und Gefühle, wobei erstere kaum genügten, letzteren Form zu geben.

Casablanca. 1943 Das geheime Treffen, der Film und die Wende des Krieges. 

NORBERT PÖTZL, München: OVA Verlag, 2017 
256 S., 20,60 Euro

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Der Autor:
Norbert F. Pötzl, geboren 1948, war von 1972 bis 2013 Redakteur des Maga­zins »Der Spiegel«. Er ist Autor und Herausgeber mehrerer Bücher über u. a. Erich Honecker und Otto von Bismarck. Pötzl lebt und arbeitet in Hamburg.

Das Buch: 
1943 ist das Jahr, in dem Casablanca zum Mythos wird. Die weiße Stadt am Meer ist Zufluchtsort für die Verfolgten der Nazi-Diktatur, Namensgeberin für einen der erfolgreichsten Filme der Geschichte und Schauplatz einer Geheim­konferenz, die über den Ausgang des Zweiten Weltkriegs entscheiden wird. »Verhaften Sie die üblichen Verdächtigen!«: Pötzl verknüpft die dramatischen Kriegsereignisse mit der Entstehungsgeschichte des Hollywood-Klassikers und zeigt, wie sehr sich Fiktion und Realität gegenseitig beeinflusst haben.

Der Jasmingarten. Roman. 

SIMONETTA AGNELLO HORNBY, München: Goldmann Verlag, 2017 
416 S., 20,60 Euro

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Die Autorin: 
Simonetta Hornby wurde 1945 in Palermo geboren und lebt seit über dreißig Jahren als Anwältin in London. Sie hat zahlreiche Romane veröffentlicht und ist eine der erfolgreichsten Gegenwartsautorinnen Italiens. 

Das Buch: 
Sizilien Anfang des 20. Jahrhunderts: Die bildschöne Maria wächst als Tochter des Anwalts lgnazio Marra in wohlbehüteten Verhältnissen auf. Ihre Eltern sind außergewöhnlich liberal und erziehen Maria zu einer eigenständigen Persönlich­keit. Doch als der reiche, deutlich ältere Bergwerksbesitzer Pietro Sala um Marias Hand anhält, sagt das lebenslustige Mädchen ja - aus einer Mischung aus Neugier und Vernunft heraus. Ihr Herz gehört jedoch Giosue, der als Zieh­sohn in ihrer Familie aufwuchs. Zunächst versucht Maria, Pietro eine gute Ehe­frau zu sein. Als der Lebemann aber immer mehr seiner Spielsucht anheimfällt, sucht Maria die Nähe von Giosue. Der Beginn einer jahrelangen heimlichen Liebe, die auch vor dem Hintergrund der bewegten Zeit immer gefährlicher wird.

Die Leute von Privilege Hill. Erzählungen. 

JANE GARDAM, München: Hanser Verlag, 2017 
352 S., 22,70 Euro

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Die Autorin: 
Jane Gardam wurde 1928 in North Yorkshire geboren. Als einzige Schriftstellerin wurde sie gleich zweimal mit dem Whitbread/Costa Award ausgezeichnet. Sie ist Fellow der Royal Society of Literature und lebt in Sandwich in der englischen Grafschaft Kent. Ihre Bücher »Ein untadeliger Mann«, »Eine treue Frau« und »Letzte Freunde« sind internationale Bestseller.

Das Buch:
Dass Jane Gardam hinreißende Romane schreibt, ist mittlerweile auch hierzu­lande mehr als bekannt. Nun erscheinen ihre Erzählungen, für die sie berühmt ist und mit Alice Munro und Katherine Mansfield verglichen wird, auf Deutsch. Hetty, die Familienmutter, die bei der Begegnung mit ihrem ehemaligen Liebha­ber in einen somnambulen Zustand gerät. Annie, die Schriftstellerin, die sich gegen Neugier und Gier entscheidet und ein Geheimnis dem Meer übergibt. Der verstummte chinesische Junge, der in England einen vom Himmel gestürzten Schwan rettet und plötzlich zur Sprache zurückfindet. Sie alle berühren uns und entwickeln ein Eigenleben, das über die Geschichten hinausgeht.

Ein Baum wächst in Brooklyn. Roman. 

BETTY SMITH, Berlin: Insel Verlag, 2017 
624 S., 25,70 Euro

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Die Autorin: 
Betty Smith, geboren 1896, wuchs als Tochter deutscher Immigranten in armen Verhältnissen in Brooklyn auf. Mit ihrem ersten Ehemann zog sie nach Michigan, wo sie sich zwar nicht in die Universität einschreiben, aber an den dortigen Kur­sen teilnehmen durfte. Ihr erster Roman »Ein Baum wächst in Brooklyn« wurde 1943 sofort zum Erfolg. Betty Smith verfasste weitere Romane und Dramen, viele davon wurden mit Preisen ausgezeichnet. 1972 starb sie in Shelton/Con­necticut, USA.

Das Buch:
Es ist ein Erfolg, der mit der Nominierung zum Pulitzerpreis 1944 beginnt und bis heute anhält: Seit über 70 Jahren findet und verzaubert »Ein Baum wächst in Brooklyn« neue Leserinnen und Leser. Dieser Roman über ein Mädchen, das gegen alle Hindernisse anliest, ist nun endlich wieder auf Deutsch erhältlich - eine Geschichte, erfüllt von Lebenslust und Kraft, beseelt von der Euphorie über das Sein. Die elfjährige Francie Nolan ist eine unbändige Leserin, eine genaue Beobachte­rin der menschlichen Natur - und sie hat einen Traum: Sie möchte Schriftstellerin werden. Ein Traum, der im ruppigen Williamsburg, einem Teil von Brooklyn, New York, anno 1912 kaum zu erfüllen ist. Hier brummen die Mietshäuser vor Ein­wanderern, jeden Tag wird Essen zusammengeklaubt, Kinder strömen samstags durch die Straßen, um für ihren Trödel Pennies für Süßes zu ergattern. Doch wenn Francie auf der Feuertreppe in der Sonne sitzt und liest, kann sie sich kei­nen schöneren Ort vorstellen ...

Das Genie. Roman. 

KLAUS CÄSAR ZEHRER, Zürich: Diogenes Verlag, 2017 
656 S., 25,70 Euro

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Der Autor: 
Klaus Cäsar Zehrer, geboren 1969 in Schwabach/Franken, ist promovierter Kulturwissenschaftler und lebt als freier Autor, Herausgeber und Übersetzer in Berlin. Er veröffentlichte zusammen mit Robert Gernhardt die Anthologie »Hell und Schnell«, das Standardwerk der deutschsprachigen komischen Lyrik. »Das Genie« ist sein erster Roman.

Das Buch:
Boston, 1910. Der elfjährige William James Sidis wird von der amerikanischen Presse als »Wunderjunge von Harvard« gefeiert. Sein Vater Boris, ein bekannter Psychologe mit dem brennenden Ehrgeiz, die Welt durch Bildung zu verbessern, triumphiert. Er hat William von Geburt an mit einem speziellen Lernprogramm trainiert. Durch Anwendung der Sidis-Methode könnten alle Kinder die gleichen Fähigkeiten entwickeln wie sein Sohn, behauptet er. Doch als William erwachsen wird, weigert er sich, seine Intelligenz einer Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, die von Ausbeutung, Profitsucht und Militärgewalt beherrscht wird. Stattdessen versucht er, sein Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten - mit aller Kon­sequenz.

Marx. Der Unvollendete. 

JÜRGEN NEFFE, München: C. Bertelsmann Verlag, 2017 
655 S., 28,80 Euro

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Der Autor: 
Jürgen Neffe, promovierter Biochemiker, ist ein mehrfach ausgezeichneter Journalist und Autor. Seine Einstein-Biografie war 2005 ein Bestseller, seine Lebensbeschreibung Charles Darwins wurde 2009 in Österreich zum Wissen­schaftsbuch des Jahres gewählt. Er lebt in Berlin. 

Das Buch: 
Eine Biografie für unsere Zeit: Anlässlich des 200. Geburtstags von Karl Marx im Mair 2018 erkundet Jürgen Neffe dessen Ursachen - in seinen Schriften wie in seinem Leben. Er schildert das Leben eines Flüchtlings und geduldeten Staaten­losen, der für seine Überzeugungen keine Opfer scheut. Weder Krankheit, Armut, Ehekrisen noch Familientragödien halten ihn davon ab, beharrlich an seinem gewaltigen Werk zu arbeiten. Mit seiner Analyse des Kapitalismus als entfesseltes System sagt er die globalisierte Welt unserer Tage voraus. Neffe zeichnet die Entwicklung der Marx'schen Gedankenwelt von Entfremdung und Ausbeutung in den Frühschriften bis zur ausgereiften Krisentheorie im »Kapital« nicht nur nach.

Die Farbe Rot. Ursprünge und Geschichte des Kommunismus. 

GERD KOENEN, München: C. H. Beck Verlag, 2017 
1136 S., 32,30 Euro

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Der Autor: 
Gerd Koenen ist Historiker und Publizist. Er war bis 1982 ein führendes Mitglied des KBW, danach u. a. Zeitschriftenredakteur und Mitarbeiter von Lew Kopelew. Seine Bücher »Utopie der Säuberung«, »Das rote Jahrzehnt« und »Vesper, Ensslin, Baader« waren Bestseller. 2007 erhielt er den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung.

Das Buch: 
»Du schließt die Augen und schaust in die Sonne, und durch deine Lider hin­durch siehst du die Farbe deines Blutes - ein Karminrot. Dies ist die Farbe deiner leiblichen Existenz. Grün ist die Farbe der äußeren Vegetation. Gelb ist die Farbe der Sonne. Blau ist der Himmel über dir.« So beginnt Gerd Koenen seine große Geschichte eines Traums, der so alt ist wie die Menschheit. Dieser Traum von der großen welthistorischen Kommunion, in der alle Menschen Brüder werden und keiner mehr des anderen Knecht sein muss, hat eine gewaltige Spur durch die Jahrhunderte gezogen, bis im Oktober 1917 die Revolution in Russland den Kommunismus an die Macht bringt. Doch als die Utopie nach der Wirklichkeit greift, wird der Traum zum Albtraum. Koenen schildert die Geschichte des Kommunismus auf eine völlig neue und staubfreie Weise. Er lässt Philosophen, Revolutionäre und Politiker zu Wort kommen und beschreibt die Ursachen für die Anziehungskraft der kommunistischen Idee: Herrschaft und Unterdrückung, Elend und Armut der Ausgebeuteten.

Jakobsleiter. Roman. 

LJUDMILA ULITZKAJA, München: Hanser Verlag, 2017 
608 S., 26,80 Euro

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Die Autorin: 
Ljudmila Ulitzkaja, 1943 geboren, wuchs in Moskau auf, lebt noch heute dort und ist eine der wichtigsten zeitgenössischen Schriftstellerinnen Russlands. Sie schreibt Drehbücher, Hörspiele, Theaterstücke und erzählende Prosa. Zuletzt er­schienen die Romane »Das grüne Zelt« (2012) und »Die Kehrseite des Himmels« (2015). 2014 erhielt sie den Österreichischen Staatspreis für Europäische Litera­tur.

Das Buch: 
Nach der Revolution 1917 ziehen Jakow und Marussja mit ihrer kleinen Familie nach Moskau. Während Marussja der neuen Regierung vertraut, erkennt Jakow bald die Missstände. Unter Stalin wird er nach Sibirien verbannt. Seine Frau lässt sich scheiden, auch der Sohn wendet sich von ihm ab, und seine Enkelin Nora sieht er nur einmal als Kind. Sie, die ein bewegtes Leben führen wird - Bühnen­bildnerin, alleinerziehend, georgische Liebschaft - lernt ihren Großvater erst aus seinen Liebesbriefen an die Großmutter kennen.

Die Hände meines Vaters. Eine russische Familiengeschichte.

IRINA SCHERBAKOWA, München: Droemer Verlag, 2017 
416 S., 23,70 Euro 

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Die Autorin: 
lrina Scherbakowa, geboren 1949 in Moskau, ist Historikerin, Publizistin und Übersetzerin. Sie war als Redakteurin unter anderem bei der renommierten »Literaturnaja Gaseta« tätig. Sie arbeitet bei der Moskauer Gesellschaft »Memo­rial«, die sich für die Aufklärung der sowjetischen Repressionen und den Schutz der Menschenrechte in Russland einsetzt. lrina Scherbakowa ist die Übersetze­rin der Werke vieler bekannter deutscher Autoren ins Russische, z. B. Franz Kafka, Heinrich Böll und Christa Wolf.

Das Buch:
lrina Scherbakowas jüdische Großmutter hat die Pogrome, die Oktoberrevolution und den Bürgerkrieg von 1917 /18 überlebt. Ihr Vater kämpfte als Offizier im Zweiten Weltkrieg vor Stalingrad. Und sie selbst wuchs zur Stalinzeit in Moskau auf: lrina Scherbakowa stammt aus einer Familie, die alle Schrecknisse des
20. Jahrhunderts miterlebt hat. Und doch empfindet die renommierte russische Publizistin ihre Familiengeschichte als eine glückliche - sind ihre Vorfahren und sie doch immer wider alle Wahrscheinlichkeit davongekommen, Ein Porträt nicht nur einer Familie, sondern die Geschichte eines bewegten Jahrhunderts.

Der Dreißigjährige Krieg. Eine euro­päische Tragödie.

PETER WILSON, Darmstadt: Theiss Verlag, 2017 
1160 S. mit 40 Farbabb. und 27 Karten, 49,95 Euro

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Der Autor: 
Peter H. Wilson, geboren 1963, ist ein englischer Historiker und nach Studien in Liverpool und Cambridge seit 2015 Professor für Kriegsgeschichte am All Souls College der University of Oxford.

Das Buch: 
Der Dreißigjährige Krieg kostete Millionen Leben und veränderte die politische wie religiöse Landkarte Europas. Bis heute hält die Auseinandersetzung mit dem verheerenden Krieg an. War es ein »teutscher« Krieg? In erster Linie ein Religi­onskrieg? Oder war es der Kampf Frankreichs, Schwedens, Englands, nieder­ländischer und deutscher Protestanten gegen die spanisch-habsburgische Hegemonie? Wilsons große Gesamtdarstellung nimmt alle Aspekte in den Blick: beginnend mit der Vorgeschichte des Krieges und einem europaweiten Pano­rama der strukturellen Gegebenheiten über eine breite Schilderung des Kriegs­geschehens bis hin zum Westfälischen Frieden und den Folgen. Doch Wilson verharrt nicht auf der Ebene der großen Gestalter, ihn interessieren immer auch Schicksal und Lebensrealitäten der gewöhnlichen Soldaten und Zivilisten.

Der gute Mörder. Kriminalroman. 

WILLIAM SHAW, Berlin: Suhrkamp Verlag, 2017 
352 S., 14,95 Euro

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Der Autor:
William Shaw wurde in Newton Abbat, Devon, geboren und wuchs in Nigeria auf. Er schrieb lange für Zeitungen über Pop- und Subkultur. Heute lebt er in Brighton. Auf Deutsch liegen von ihm die Kriminalromane »History of Murder« und »Abbey Road Murder Song« vor.

Das Buch: 
Der Police Sergeant und passionierte Vogelbeobachter William South, der in der englischen Grafschaft Kent stationiert ist, hat zwei gute Gründe, wieso er nicht in einem Mordfall ermitteln will, der seinen Heimatort erschüttert. Die Zugvögel ma­chen gerade Zwischenhalt an der Küste. Und er ist selbst ein Mörder ...

Das Buch der Stille. Uber die Freuden und die Macht der Stille.

SARA MAITLAND, Berlin: Edition steinrich, 2017 
400 S., 25,60 Euro

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Die Autorin: 
Sara Maitland ist Autorin erzählender Prosa, darunter »Daughters of Jerusalem«, das den Somerset Maugham Award erhielt, und mehrerer Sachbücher, darunter »Gossip from the Forest: The Tangled Roots of Our Forests and Fairytales« und »How to be alone«. »Das Buch der Stille« stand auf der Shortlist für den Bristol Festival of ldeas Book Prize und den Orwell Prize sowie auf der Langlist für den Samuel Johnson Prize und den Scottish Mortgage Investment Trust Book Award für das schottische Sachbuch des Jahres. Die Schriftstellerin lebt seit 2007 in einer Moorlandschaft in Galloway in Schottland.

Das Buch:
Die Sehnsucht nach Stille und der Wunsch, ihr Wesen, ihre Macht, ihre Freuden näher zu erforschen, hat die britische Schriftstellerin Sara Maitland auf eine Reise geführt, die bis heute andauert. Sie beginnt mit einem vierzigtägigen Rückzug, bei dem die Autorin die Folgen der Stille am eigenen Leib und Geist untersucht, gefolgt von Zeiten der Stille in religiösen Zusammenhängen, allein in der Wüste oder in den Bergen. Sara Maitland erkundet die Berichte von Mystikerinnen und Mystikern über ihre Erfahrungen mit Stille, ebenso wie die von Polarforschern, Weltumseglerinnen, Bergsteigern und Taucherinnen, die mit langen oder extre­men Phasen von Stille und Alleinsein zu tun haben. Und sie beschäftigt sich mit der Frage, welche Formen des Stillseins Kreativität fördern und welche das Ge­genteil bewirken.

Stille. Ein Wegweiser. 

ERLING KAGGE, Berlin: Insel Verlag, 2017 
144 S., 14 Euro

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Der Autor:
Erling Kagge, geboren 1963, ist Verleger, Autor, Jurist, Bergsteiger. Er lebt in Oslo und hat als erster alle »drei Pole« erreicht, den Süd- und Nordpol und den Mount Everest.

Das Buch:
Was ist Stille? Wo ist sie? Warum ist sie heute wichtiger denn je? Lange hat Er­ling Kagge sich mit diesen drei Fragen beschäftigt. Angeregt durch Freunde und Wegbegleiter wie Marina Abramovic, Jon Fosse und Oliver Sacks, kommt er zu 33 Antworten. Ein Wegweiser auf der Suche nach Stille, Ruhe, Frieden - überall dort, wo es laut ist.

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