3.11.2015
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Neuerscheinungen des Bücherherbstes 2015

Die Neuerscheinungen des Bücherherbstes 2015 wurden vorgestellt von Stefan Gmünder (Wien) und Alexander Kluy (München).

Der Alltag der Welt © Wien, Zsolnay-Verlag

Karl-Markus Gauß: Der Alltag der Welt. Zwei Jahre, und viel mehr.

Wien: Zsolnay Verlag, 2015, 336 S., 23,60 Euro

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Der Autor:

Karl-Markus Gauß, geboren 1954 in Salzburg, wo er heute als Autor und Herausgeber der Zeitschrift »Literatur und Kritik« lebt. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt und ausgezeichnet, unter anderem zuletzt mit dem Johann-Heinrich-Merck-Preis (2010). Viele Bücher, zuletzt »Das Erste, was ich sah« (2013) und »Ruhm am Nachmittag« (2012). 

Das Buch:

Der Alltag: voller Wunder und Zumutungen. Die Welt: ein Ort, der noch zu entdecken ist. In seinem neuen Buch, einem persönlichen Tagebuch zur Zeitgeschichte, nimmt uns Karl-Markus Gauß mit in eine literarische Schule des Staunens. Vom Mai 2011 bis ins Frühjahr 2013 ist der Bogen dieser Gegenschrift zum Zeitgeist gespannt. Die erzählerischen Miniaturen, philosophischen Anmerkungen, historischen Anekdoten, die literarischen Porträts, politischen Widerreden und autobiografischen Entwürfe führen den Autor jedoch weit über diese Zeit hinaus.    

Unschuld © Reinbek, Rowohlt Verlag

Jonathan Franzen: Unschuld.

Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 2015, 832 S., 27,80 Euro

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Der Autor:

Jonathan Franzen, 1959 geboren, erhielt für seinen Weltbestseller »Die Korrekturen« 2001 den National Book Award. Er veröffentlichte außerdem die Romane »Die 27ste Stadt«, »Schweres Beben« und »Freiheit«, das autobiographische Buch »Die Unruhezone«, die Essaysammlungen »Anleitung zum Alleinsein« und »Weiter weg« sowie zuletzt »Das Kraus-Projekt«.  

Das Buch:

Die junge Pip Tyler weiß nicht, wer ihr Vater ist. Das ist nicht ihr einziges Problem: Ihr Bürojob in Oakland ist eine Sackgasse, sie liebt einen verheirateten Mann, und ihre Mutter erdrückt sie mit Liebe und Geheimniskrämerei, dazu hat sie überdies noch hohe Studienschulden. Pip weiß weder, wo und wann sie geboren wurde, noch kennt sie den wirklichen Namen und Geburtstag ihrer Mutter. Als ihr eines Tages eine Deutsche beim »Sunlight Project« des Whistleblower Andreas Wolf ein Praktikum anbietet, hofft sie, dass er ihr mit seinem Internet-Journalismus bei der Vatersuche helfen kann. Sie stellt ihre Mutter vor die Wahl: Entweder sie lüftet das Geheimnis ihrer Herkunft, oder Pip macht sich auf nach Bolivien, wo Andreas Wolf sein Enthüllungswerk vollbringt. Und wenig später bricht sie auf ...

So fängt das Schlimme an © Frankfurt am Main, S. Fischer Verlag

Javier Marias: So fängt das Schlimme an.

Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag, 2015, 640 S., 25,70 Euro 

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Der Autor:

Javier Marías, 1951 als Sohn eines vom Franco-Regime verfolgten Philosophen geboren, veröffentlichte seinen ersten Roman mit neunzehn Jahren. Seit seinem Bestseller »Mein Herz so weiß« gilt er als wichtigster Erzähler Spaniens. 
Sein umfangreiches Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur. Seine Bücher wurden in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. 

Das Buch:

Welches Geheimnis verbirgt sich hinter der unglücklichen Ehe von Eduardo und Beatriz? Auch Juan, Freund und engster Vertrauter, kennt die Wahrheit nicht. Als er Beatriz‘ Geliebter wird, überstürzen sich erschütternde Ereignisse. Jahre später erkennt Juan: Wenn wir uns der Vergangenheit nicht stellen, wird alles Leben aus der Lüge kommen. Javier Marías ist ein erbarmungsloser Kenner der menschlichen Herzen, ihrer dunklen Seiten und verborgenen Winkel.      

Frank © München, Hanser Berlin

Richard Ford: Frank.

Berlin: Hanser Berlin Verlag, 2015, 224 S., 20,50 Euro 

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Der Autor:

Richard Ford wurde 1944 in Jackson, Mississippi, geboren und lebt heute im US-Bundesstaat Maine. Er hat sieben Romane sowie Novellen, Kurzgeschichten und Essays veröffentlicht. 1996 erhielt er für »Unabhängigkeitstag« den Pulitzer Prize. 

Das Buch:

Frank Bascombe, ehemals Sportreporter, jetzt Makler, plant zum Unabhängigkeitstag in Amerika am 4. Juli 1988 einen Ausflug mit seinem Sohn. Er setzt alle Hoffnung in dieses Wochenende, an dem er die Sorgen der letzten Zeit – Scheidung, Berufswechsel, eine neue Freundin, von der er nicht sicher ist, ob er sie liebt – hinter sich lassen und sich seinem seltsam verschlossenen Sohn wieder annähern kann. Franks Versuch, sein Leben nach einigen Katastrophen wieder zu ordnen, wird ausgerechnet an diesen Tagen von mehreren Seiten torpediert.         

Deadline © München, Goldmann

Renée Knight: Deadline. Kriminalroman.

München: Goldmann Verlag, 2015, 352 S., 13,40 Euro 

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Die Autorin:

Renée Knight hat Dokumentationen für die BBC produziert, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie legt mit »Deadline« ihren ersten Roman vor. Renée Knight lebt mit ihrer Familie in London. 

Das Buch:

Diesen einen Tag vor 20 Jahren wird Catherine nie vergessen. Was damals geschah, sollte für immer ein Geheimnis bleiben. Doch dann hält sie plötzlich diesen Roman in den Händen, in dem ihre geheime Geschichte bis ins Detail erzählt wird. Bestürzt blättert sie eine Seite nach der anderen um. Wer kann so genau von den damaligen Ereignissen wissen, und was will der mysteriöse Verfasser des Buches von ihr? Als sie die letzte Seite aufschlägt, findet sie die grausame Antwort: Die Geschichte endet mit ihrem gewaltsamen Tod. Catherine gerät in Panik – und das ist genau das, was Stephen Brigstocke gewollt hat. Er kennt Catherine nicht, aber er weiß von ihrem Geheimnis. Und er hat sich geschworen – sie soll büßen für das, was sie getan hat, bis zu ihrem letzten Atemzug …      

Die Farbe des Granatapfels © Göttingen, Wallstein

Anna Baar: Die Farbe des Granatapfels.

Göttingen: Wallstein Verlag, 2015, 320 S., 20,50 Euro 

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Die Autorin:

Anna Baar wurde 1973 in Zagreb geboren. Kindheit und Jugend in Wien, Klagenfurt und auf der dalmatinischen Insel Brac. Studium der Publizistik und Öffentlichkeitsarbeit an den Universitäten Wien und Klagenfurt. Sie lebt in Klagenfurt. 

Das Buch:

Sommer für Sommer findet ein Mädchen sich fernab seiner österreichischen Heimat auf einer dalmatinischen Insel in der Obhut der Großmutter, nur einen Steinwurf vom Meer entfernt unter dem Blätterdach der Mandelbäume im Lärm der Zikaden. Es hat etwas Paradiesisches und ist zugleich doch auch das Andere, Fremde. Hier die archaische Inselwelt eines Fischerdorfs im Mutter- und Großmutterland, wo man Marschall Tito und seinen Partisanen huldigt und den Sieg über die Deutschen feiert, während die abermals über das Land kommen, diesmal willkommen – als zahlende Touristen. Dort das bürgerliche, behütete Leben in einer österreichischen Provinzhauptstadt.       

Der schmale Pfad durchs Hinterland © München, Piper

Richard Flanagan: Der schmale Pfad durchs Hinterland

München: Piper Verlag, 2015, 448 S., 24,70 Euro 

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Der Autor:

Richard Flanagan wurde 1961 in Tasmanien geboren. Sein Roman »Goulds Buch der Fische«, ausgezeichnet mit dem Commonwealth Prize, machte ihn 2002 weltweit bekannt, seine sechs Romane wurden bisher in 26 Sprachen übersetzt. Für »Der schmale Pfad durchs Hinterland« erhielt Flanagan den Man Booker Prize und den Miles Franklin Award, den höchsten Literaturpreis Australiens. 

Das Buch:

Als der Zweite Weltkrieg auch Australien erreicht, meldet sich Dorrigo Evans, ein begabter Chirurg, dem eine glänzende Zukunft bevorsteht, zum Militär. Doch der Krieg macht keine Unterschiede, und während Dorrigo in einem japanischen Gefangenenlager mit seinen Männern gegen Hunger, Cholera und die Grausamkeit des Lagerleiters kämpft, quält ihn die Erinnerung an die Liebe zu der Frau seines Onkels. Bis er einen Brief erhält, der seinem Leben eine endgültige Wendung gibt. Richard Flanagans schmerzvoll poetischer Roman erzählt von den unterschiedlichen Formen der Liebe und des Todes, von Wahrheit, Krieg und der tiefen Erkenntnis eines existentiellen Verlusts.      

Der Traum von der Rückkehr © Frankfurt am Main, S. Fischer

Horacio Castellanos Moya: Der Traum von der Rückkehr.

Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag, 2015, 176 S., 20,60 Euro 

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Der Autor:

Horacio Castellanos Moya,
1957 in Honduras geboren, lebte und studierte in El Salvador und Kanada, arbeitete zehn Jahre als Journalist in Costa Rica und Mexiko. Von 1981 bis 1984 engagierte er sich im salvadorianischen Bürgerkrieg auf Seiten der Guerilleros. Für sein Werk erhielt er 
 den renommierten Premio de Narrativa Manuel Rojas (2014). Auf die Veröffentlichung von »El asco. Thomas Bernhard in 
San Salvador« (1997) folgten Morddrohungen; seither lebte er in Mexiko, Europa (u.a. in Frankfurt am Main im Rahmen des Programms »Städte der Zuflucht«) und aktuell 
in den USA. Zuletzt erschien auf Deutsch »Der schwarze Palast« (2010). 

Das Buch:

Horacio Castellanos Moya ist der bedeutendste und engagierteste Schriftsteller El Salvadors. Zweimal aus seinem Heimatland vertrieben, ist »Der Traum von Rückkehr« ein persönlicher Traum. Mit trockenem Humor und einer gehörigen Portion Selbstironie enthüllt sein Protagonist Erasmo Aragón eine ebenso spannende wie verworrene Geschichte. Der Bürgerkrieg hat wüste Spuren in ihm hinterlassen, die der betagte Arzt Don Chente mit einer Hypnosebehandlung offenlegen will. Doch Aragón beginnt, dem Arzt und bald auch der eigenen Erinnerung zu misstrauen. Das politische wird zum existentiellen Exil.  

Erschlagt die Armen! © Hamburg, Edition Nautilus

Shumona Sinha: Erschlagt die Armen!.

Hamburg: Verlag Edition Nautilus, 2015, 128 S., 18,60 Euro 

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Die Autorin:

Shumona Sinha, geboren 1973 in Kalkutta, lebt seit 2001 in Paris. Nach der Veröffentlichung von »Erschlagt die Armen!« im Jahr 2011 verlor sie ihre Arbeit als Dolmetscherin bei der französischen Migrationsbehörde, erhielt aber postwendend für den Roman den Prix Valéry Larbaud 2012 und den Prix du Roman Populiste 2011. 

Das Buch:

»Erschlagt die Armen!« ist Titel eines Prosagedichts von Charles Baudelaire, und die Protagonistin dieses Romans scheint ihn wörtlich genommen zu haben: Die junge Frau schlägt einem Migranten in der Metro eine Weinflasche über den Kopf und findet sich in Polizeigewahrsam wieder. Dort soll sie sich erklären:
Was treibt eine dunkelhäutige Frau indischer Abstammung, die in der Asylbehörde als Dolmetscherin zwischen Asylbewerbern und Beamten vermittelt, zu einer solchen Tat? Täglich übersetzt sie das Jammern und die Lügen der Asylbewerber, deren offensichtliches Elend der Behörde nicht reicht – und ist angewidert vom System, deren Teil sie geworden ist. Als Migrantin bleibt sie fremd in den Augen der Beamten, aber auch für ihre ehemaligen Landsleute ist sie fremd – als eine, die es geschafft hat.     

Immer das Geld. Ein kleiner Wirtschaftsroman. © Berlin, Suhrkamp

Hans Magnus Enzensberger: Immer das Geld. Ein kleiner Wirtschaftsroman.

Berlin: Suhrkamp Verlag, 2015, 256 S., 23,60 Euro 

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Der Autor:

Hans Magnus Enzensberger, 1929 in Kaufbeuren geboren, lebt heute in München. Lyriker, Essayist, Romancier, Übersetzer, Dramatiker, Zeitschriftenherausgeber, Librettist, Verleger. Einer der renommiertesten deutschsprachigen Gegenwartsautoren. Viele Veröffentlichungen, noch mehr Preise. 25 Jahre lang Herausgeber der »Anderen Bibliothek.«

Das Buch:

Ein subversiver Aufklärungskurs über Herkunft, Sinn und Wert des Geldes und unsere Art zu wirtschaften. Jedes Mal, wenn Tante Fé zu Besuch kommt, gerät der stinknormale Alltag der Familie Federmann aus den Fugen. Die uralte, muntere Dame hat es faustdick hinter den Ohren. Nach den Erfahrungen eines langen Lebens mit Inflationen, Erbschaften und Pleiten, mit Armut, Verschwendung und Exil ist sie jetzt reich und lebt allein in ihrer Villa am Genfer See.
Was aber will Tante Fé von den Federmanns? Langweilen auf keinen Fall. Deshalb lädt sie die drei Federmann-Kinder in ein Luxushotel ein. Endlich fühlen sie sich ernstgenommen, erhalten sie Antworten auf Fragen wie: Woher kommt das Geld? Warum reichen selbst Milliarden und Billionen nie? Was denkt sich eine Zentralbank, wenn sie Schulden druckt? Warum geht es nirgends ohne Schattenwirtschaft, ohne Schwarzmarkt, Schwarzgeld und Schwarzarbeit? Und warum hagelt es immerzu fette Boni in der Chefetage?

Bankrott © Zürich, Dörlemann

Pierre Bost: Bankrott.

Zürich: Dörlemann Verlag, 2015, 256 S., 20,60 Euro
ISBN
: 978-3-038200185 

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Der Autor:

1901 in Lasalle geboren, wuchs Pierre Bost in Le Havre auf und kam nach 1918 nach Paris. Zwischen 1924 und 1945 veröffentlichte er mehr als ein Dutzend Romane, Erzählbände und Essays. Er gehörte zu den bedeutendsten Literaten und Journalisten der Zwischenkriegszeit. Ab 1940 war er ein gefragter Drehbuchautor. Auf Deutsch liegt vor »Ein Sonntag auf dem Lande« (2013, bisher 6 Auflagen). Pierre Bost starb 1975 in Paris. 

Das Buch:

Wie tief ein erfolgreicher Geschäftsmann fallen kann –  davon erzählt Pierre Bost. Der 45-jährige Brugnon leitet erfolgreich ein Familienunternehmen. Privat ist er liiert mit der einige Jahre jüngeren Buchhändlerin Simone. Das Leben in geordneten Bahnen könnte endlos so weitergehen. Und dann schlittert er in die große Krise: Er verpasst Termine, verliert sich in Gefühlsausbrüchen, verliebt sich Hals über Kopf in eine viel jüngere Angestellte, die seine Schwärmerei genießt und mit ihm spielt. Brugnon vergisst zusehends, wer er ist und wie alt er ist.      

Stürmische Jahre.  © München, Nagel & Kimche

Eveline Hasler: Stürmische Jahre. Die Manns, die Riesers, die Schwarzenbachs.

Zürich: Nagel & Kimche Verlag, 2015, 224 S., 22,60 Euro 

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Die Autorin:

Eveline Hasler wurde 1933 in Glarus geboren. Sie studierte Psychologie und Geschichte in Fribourg und Paris und war einige Zeit als Lehrerin tätig. Heute lebt sie im Tessin. Sie schreibt historische Romane, Lyrik, Kinderbücher, Kolumnen, Reportagen sowie Radio- und Zeitschriftenbeiträge. Ihr Werk wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Schubart-Literaturpreis, dem Meersburger Droste-Preis für Dichterinnen und dem Justinus-Kerner-Preis. 

Das Buch:

Thomas Mann mit Familie, Franz Werfel, Annemarie Schwarzenbach, Alma Mahler – berühmte Autoren fanden vor dem Krieg in Zürich zusammen, mittendrin das heute vergessene Ehepaar Ferdinand und Marianne Rieser, Franz Werfels Schwester. Ihrem Engagement war es zu verdanken, dass das von ihnen gekaufte und privat betriebene Theater am Pfauen zu einer Heimat im Exil für viele durch den Nationalsozialismus gefährdete Schauspieler aus Deutschland wurde. Sie spielten riskante, nazikritische Stücke, in stürmischer Zeit. Ein Porträt von Menschen, die mit angehaltenem Atem das Ungeheure erwarten.    

Interessengebiet © Zürich, Kein & Aber

Martin Amis: Interessengebiet.

Zürich: Kein & Aber Verlag, 2015, 368 S., 25,70 Euro 

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Der Autor:

Martin Amis, geboren 1949 in Swansea als Sohn des Schriftstellers Kingsley Amis, gilt als einer der bedeutendsten englischen Gegenwartsautoren. Er ist der Verfasser von zahlreichen Romanen, Sachbüchern und Kurzgeschichtensammlungen. Martin Amis lebt in New York. 

Das Buch:

Es ist Liebe auf den ersten Blick, die Golo Thomsen wie ein Blitz trifft, als er Hannah Doll begegnet. Was wie eine oft erzählte Liebesgeschichte beginnt, nimmt einen ungewohnten Verlauf – denn Schauplatz ist das KZ Auschwitz, Thomsen arbeitet für die Buna-Werke, und Hannah ist die Frau des Lagerkommandanten.
Martin Amis wirft in seinem Roman ein grelles Licht auf das Tätermilieu. Die überraschenden Züge, die so hervortreten, beschreiben ein Universum der Widersprüche, das auf Amis’ moralischer Neugier für das menschliche Wesen fußt. Können wir uns noch in die Augen blicken, nachdem wir gesehen haben, wer wir wirklich sind?    

Adieu Paris © Hamburg, Arche Verlag

Daniel Anselme: Adieu Paris.

Hamburg: Arche Verlag, 2015, 208 S., 18,50 Euro 

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Der Autor:

Daniel Anselme, 1927 als Daniel Rabinovitch geboren, gab sich während seiner Zeit in der französischen Résistance den Decknamen »Anselme«.
Als Journalist unternahm er viele Reisen, und man kannte ihn als Stammgast in den Pariser Cafés am berühmten linken Seine-Ufer. Er wandte sich offen gegen den Krieg in Algerien, Anlass für seinen ersten Roman »Adieu Paris«, der 1957, noch während des Algerienkrieges, erschien. Daniel Anselme, später Gewerkschaftsaktivist und unabhängiger Radiomacher, starb 1984 in Paris. 

Das Buch:

Paris, Anfang der 50er Jahre: Auf der Rue de Rivoli küsst sich ein junges Paar. Diese Szene wird zu einer der berühmtesten Fotografien des 20. Jahrhunderts. Nur wenig später beginnt im besetzten Algerien ein Krieg, in dem die Grande Nation bis 1962 eine ganze Generation junger Männer verheizt. In »Adieu Paris« kehren drei Soldaten über Weihnachten aus diesem Krieg für ein paar Tage auf Urlaub nach Paris
zurück. Zunächst geht jeder seiner Wege. Mit Familie und Freunden können sie das Erlebte nicht teilen, fremd und fern erscheint ihnen die eigene Stadt. In Cafés schlagen sie sich die Nächte um die Ohren, suchen fieberhaft nach einer Möglichkeit, dem Schicksal des Krieges zu entgehen, und fügen sich am Ende doch, da niemand von ihrer Bedrängnis Notiz nimmt.    

Schwarze Liebe, schwarzes Meer © Stuttgart, Klett-Cotta

Zülfi Livaneli: Schwarze Liebe, schwarzes Meer.

Stuttgart: Klett-Cotta Verlag, 2015, 304 S., 20,50 Euro 

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Der Autor:

Zülfü Livaneli wurde 1946 in Konya-Ilgın, Türkei, geboren. In den 1970-er Jahren war er wegen seiner politischen Anschauungen gezwungen, die Türkei zu verlassen, erst 1984 kehrte er zurück. Livaneli ist einer der bekanntesten Künstler der Türkei, der mit seinen Liedern und Kinofilmen große Erfolge feierte. Einige Jahre lang war er Mitglied des türkischen Parlaments und setzte sich besonders für die türkisch-griechische Aussöhnung ein. 

Das Buch:

Eigentlich will die junge Journalistin Pelin nur für einen Promi-Mordfall in dem kleinen Küstendorf am Schwarzen Meer recherchieren. Dann lernt sie den Eigenbrötler Ahmet kennen, einen rationalistischen Ingenieur, der vor jeder Berührung zurückschreckt. Mit dem Erzählen von Geschichten gelingt es ihm jedoch, die junge Frau an sich zu fesseln ...    

Die weite Sargassosee © Frankfurt am Main, Schöffling Verlag

Jean Rhys: Die weite Sargassosee.

Frankfurt am Main: Schöffling Verlag, 2015, 232 S., 22,60 Euro 

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Die Autorin:

Jean Rhys wurde 1890 in der Karibik geboren und kam mit 16 Jahren nach England. Ihr erstes Buch erschien 1927, es folgten vier Romane. In den 1940er Jahren verschwand sie aus der Öffentlichkeit. 1966 erschien der Roman »Die weite Sargassosee«, ihr berühmtestes Buch. Sie starb 1979 in Exeter in Süd-England. 

Das Buch:

Die Wiederentdeckung eines englischen Klassikers der Moderne des 20. Jahrhunderts (in Neuübersetzung) und eine Spiegelung von Charlotte Brontës Roman »Jane Eyre«. Jamaika, Anfang des 19. Jahrhunderts: In einem alten Herrenhaus wächst Antoinette Cosway heran. Auf der einen Seite die schwarzen Dienstboten, auf der anderen Seite die weißen Plantagenbesitzer. Es ist eine Zeit des Umbruchs, die Sklaverei wurde gerade abgeschafft, die schwarze Bevölkerung begehrt erstmals gegen die ehemaligen Herren auf. 
Antoinette heiratet einen jungen Engländer, doch die Beziehung wird durch Gerüchte über den Wahnsinn in ihrer Familie, durch seine hohen Ansprüche und ihre innere Zerrissenheit überschattet. Schließlich zwingt ihr Mann sie, die Insel zu verlassen und mit ihm nach England zu gehen. Dort lebt Antoinette als Gefangene in seinem großen Herrenhaus ...        

Ein untadeliger Mann © Berlin, Hanser Berlin Verlag

Jane Gardam: Ein untadeliger Mann.

Berlin: Hanser Berlin Verlag, 2015, 352 S., 23,60 Euro 

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Die Autorin:

Jane Gardam wurde 1928 in North Yorkshire geboren. Als einzige Schriftstellerin wurde sie gleich zweimal mit dem Whitbread/Costa Award ausgezeichnet. Mit »Old Filth« (»Ein untadeliger Mann«) stand sie auf der Shortlist des Orange Prize und mit »Last Friends« auf der Shortlist des Folio Prize 2013. Sie lebt in Sandwich in der Grafschaft Kent in Südostengland. 

Das Buch:

Alles an Edward Feathers ist ohne Fehl und Tadel – seine Garderobe, seine Manieren und sein Ruf als Anwalt mit glänzender Karriere in Hongkong. Nun ist er alt und muss mit dem Tod seiner Frau Betty zurechtkommen, so wie er immer mit allem zurechtgekommen ist. Seine perfekte Haltung täuscht alle und manchmal sogar ihn selbst. Doch mit Bettys Tod bricht etwas in ihm auf, und behutsam beginnt Feathers, vergangene Ereignisse ans Licht zu holen. An einem kalten englischen Wintermorgen setzt er sich ans Steuer seines Wagens und fährt los, das eigene Leben zu erkunden.       

Das Tao des Reisens © Hamburg, Atlantik Verlag

Paul Theroux: Das Tao des Reisens.

Hamburg: Atlantik Verlag, 2015, 368 S., 24,70 Euro

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Der Autor:

Geboren 1941 in Medford, Massachusetts/USA, ist Paul Theroux mit mehr als 30 veröffentlichten Büchern einer der bekanntesten amerikanischen Gegenwartsautoren. Neben autobiographisch inspirierten Büchern hat er, der in Afrika, in Singapur, in den USA und in Europa lebte, vor allem literarische Titel über seine Reisen durch China, Argentinien und die Südsee verfasst. Theroux ist seit 2013 Mitglied der American Academy of Science and Arts. Er lebt mit seiner Familie auf Hawaii, in London und auf Cape Cod. 

Das Buch:

Theroux’ »Tao des Reisens« ist die Quintessenz aus den Erlebnissen und Einsichten reisender Schriftsteller. Mit Nabokov in der Eisenbahn, mit Graham Greene auf der Flucht vor giftigen Spinnen und mit Chatwin auf Wanderschaft. Theroux untersucht den Inhalt von Reisegepäck, durchleuchtet das Gefühl des Fremdseins und probiert unangenehm exotische Gerichte. Dabei kommen in diesem philosophischen Handbuch auch imaginäre Reisen nicht zu kurz – denn letztlich lässt sich lesend genauso gut die Welt erkunden.     

Die Kur © Solothurn, Engeler Verlag

Arno Camenisch: Die Kur.

Solothurn: Engeler Verlag, 2015, 96 S., 19,60 Euro

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Der Autor:

Der Schweizer Arno Camenisch, 1978 in Tavanasa in Graubünden geboren, schreibt auf Deutsch und Rätoromanisch. Er studierte am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel, dort lebt er heute noch. 2009 erschien der Roman »Sez Ner«, 2010 »Hinter dem Bahnhof«, 2012 »Ustrinkata«, 2014 »Fred und Franz« und 2014 »Nächster Halt Verlangen«. Seine Texte wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt, seine Lesungen führten ihn von Hongkong über Moskau und Buenos Aires bis nach New York. 

Das Buch:

Ein Mann und eine Frau, im Herbst ihres Lebens, verschlägt es infolge eines Tombola-Gewinns in ein Fünf-Stern-Hotel im Engadin. Während sie in diesen vier Tagen und Nächten ihre Sehnsüchte wieder spürt und aufblüht, fühlt er sich wie auf seinem letzten Gang. Zum Glück hat er seinen Plastiksack dabei, der auf alle Lebenslagen eine Antwort enthält. In 47 Bildern begleiten wir die beiden und werden Zeugen ihrer Lebensbilanz – wo kommen wir her, was wollten wir werden, wo gehen wir hin und dürfen wir uns am Büfett frei Hand bedienen? 

Schneegeschichten. Unterwegs zum vergänglichen Glück.  © Tübingen, Klöpfer & Meyer Verlag

Johannes Schweikle: Schneegeschichten. Unterwegs zum vergänglichen Glück.

Tübingen: Klöpfer & Meyer Verlag, 2015, 208 S., 18,50 Euro 

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Der Autor:

1960 in Freudenstadt im Schwarzwald geboren, studierte Johannes Schweikle Evangelische Theologie in Tübingen, Jerusalem und München. Er arbeitet als Journalist, lebte lange in Hamburg und mittlerweileauf Schloss Bühl bei Tübingen. Seine Porträts, Essays und Reportagen erscheinen insbesondere in »Die Zeit«, in »GEO« und »Merian«.  

Das Buch:

In der Hitze der indischen Großstadt Mumbai fragt ihn Mister Pramod: »Tell me, my friend: Was ist eigentlich Schnee?« Johannes Schweikle ist auf die Reise gegangen, um diesem wundersamen Stoff nachzuspüren. Herausgekommen ist ein Lesebuch mit Reportagen und Porträts. Sie erzählen von originellen Menschen aus der Eis- und Winterwelt: vom Erfinder des Skilifts im Schwarzwald, von den Helfern beim Abfahrtslauf in Kitzbühel. Facettenreich zeigt dieses Buch, wie sich Widersprüche unserer Zeit gewissermaßen im Schnee abbilden.   


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