31.5.2013

Ausufernde Managergehälter deckeln

„Die Managergehälter sind binnen weniger Jahre vom 20-Fachen auf das über 50-Fache eines Durchschnittsgehalts hochgeschnellt. Mit Leistung hat das nichts mehr zu tun“, erklärt AK-Präsident Hubert Hämmerle.

Die Managergehälter galoppieren dem Medianeinkommen und sogar den Aktienkursen davon, beklagt die Arbeiterkammer und fordert, dass der Gesetzgeber bei der Umsetzung der Aktionärsrechterichtlinie Begrenzungen einbaut. Seit 2003 legten die Vorstandsgagen in den börsennotierten Leitbetrieben um 172 Prozent zu, das Medianeinkommen aber nur um knapp 30 Prozent. Der Wiener Leitindex ATX stieg von 2003 bis Ende 2016 um 70 Prozent. Hoffnung setzt die AK nun auf die nationale Umsetzung der Novellierung der Aktionärsrechterichtlinie, die der Europäische Rat verabschiedet hat. Diese müsse bestehende Gesetzeslücken schließen. Die AK wünscht sich, dass nicht die Hauptversammlung, sondern der Aufsichtsrat die Vorstandsvergütung bestimmt. Zudem solle ein angemessenes Verhältnis festgelegt und dieser Faktor auch veröffentlicht werden.

Im Jahr 2016 hat ein Vorstand eines ATX-Unternehmens im Schnitt 1,5 Mill. Euro kassiert. Am besten hat laut AK-Berechnung im Vorjahr Andritz-Chef Wolfgang Leitner verdient (3,7 Mill. Euro), gefolgt von Erste-Chef Andreas Treichl (3 Mill. Euro) und Wienerberger-Boss Heimo Scheuch (2,5 Mill. Euro). Untersucht wurden jene 15 der 20 ATX-Betriebe, die bis inklusive 21. April ihre Geschäftsberichte veröffentlicht haben. Das Ranking angeführt hat wegen der hohen Summe von 1,77 Mill. Euro aus krankheitsbedingter, vorzeitiger Vertragsauflösung der Ende November 2016 ausgeschiedene Ex-RHI-Chef Franz Struzl (3,8 Mill. Euro). Ex-CA-Immo-Finanzchef Florian Nowotny kam auf knapp 3,3 Mill. Euro (davon 2,44 Mill. Euro aus vorzeitiger Vertragsauflösung).


Forderung

An einer gesetzlichen Basis für eine echte Beschränkung der Managergehälter führt für die AK also kein Weg vorbei. Die EU-Richtlinie – wie es im Bankenbereich nun geplant ist – sei dafür der richtige Weg. Auch eine Neuausrichtung der Kriterien für Banken-Boni müsse geregelt werden. Boni Kriterien müssen neben langfristigen ökonomischen Zielen auch nicht finanzielle Kriterien enthalten. Allerdings sollten die variablen Gehälter deutlich stärker eingeschränkt werden – auf maximal 50 Prozent – und nicht wie vorgesehen auf 100 Prozent der Fixgehälter (mit Genehmigung der Hauptversammlung sogar 200 Prozent).


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