24.02.2011
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„Die Energiezukunft ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor“

Der Vorarlberger Landtag hat sich einstimmig zur Energieautonomie 2050 bekannt. Vier Arbeitsgruppen sind nun damit beschäftigt, notwendige Maßnahmen zur Beschlussfassung im Landtag festzusetzen.

Spätestens bis Juni sollen die Weichen für die Energiezukunft des Landes bis zum Jahr 2020 gestellt werden. Landesrat Ing. Erich Schwärzler betont im Interview wie wichtig es ist, dass alle Vorarlberger hinter diesem Ziel stehen.


Herr Landesrat, wie steht es um die Erreichung der Energieautonomie bis zum Jahr 2050?

Ing. Erich Schwärzler: Erstens ist es zukunftsweisend, wenn der Vorarlberger Landtag die Energieautonomie 2050 einstimmig beschließt, weil dadurch zum Ausdruck kommt, dass wir die Verantwortung für die Zukunft wahrnehmen. Das hat auch die Konsequenz, dass wir uns überlegen, wie die Energieautonomie umgesetzt werden kann. Das ist im Moment in Arbeit. Insgesamt sind es vier entscheidende Ziele, die wir verfolgen. Erstens die Energieeinsparung, zweitens die Energieeffizienz, drittens den Bereich der erneuerbaren Energie und viertens Forschung und Entwicklung. Letzter Punkt ist ein großer Zukunftsbereich für unsere Jugend.

Was sagt die Bevölkerung von Vorarlberg zu diesen Zielen?

Wir haben hier einen breiten Prozess gestartet. In neun Werkstätten wurden zirka 90 Personen eingeladen, die die Energiezukunft aufarbeiten sollen. Das sind unter anderem die Werkstätten Gebäude, erneuerbare Energien, Sonnenenergie, Industrie, Wirtschaft und Bildung. Hier heraus sind zirka 250 Maßnahmen entstanden, die vorgeschlagen wurden. Da sind viele Visionen dabei, die nicht umsetzbar sind. Daraus sind wiederum vier Arbeitsgruppen gegründet worden, in denen konkrete Maßnahmen für die nächsten zehn Jahre erarbeitet werden.

Was erwarten Sie sich davon?

Wir sollten jetzt die Verantwortung wahrnehmen und erarbeiten, was bis zum Jahr 2020 sinnvoll umzusetzen ist. Das umfasst sowohl die Landes-, Gemeinde- und Bürgerebene, den Wohnbau, die erneuerbare Energie, die Energieeffizienz und die Energieeinsparung. Die Arbeitsgruppen haben bisher dreimal getagt und ich gehe davon aus, dass bis im Mai oder Juni 2011 konkrete Ziele formuliert und schließlich dem Vorarlberger Landtag zum Beschluss vorgelegt werden.

In den nächsten zehn Jahren ist eine Sanierungsoffensive für bestehende Gebäude geplant. Gibt es hierzu bereits konkrete Ziele?

In den letzten zwei Jahren wurde eine große Althaussanierung gestartet. Hintergrund war die Wirtschaftskrise, in der wir gesagt haben, es ist wichtig, dass gerade die Gewerbebetriebe wie Fenstermacher, Holzbauer und Fliesenleger Aufträge haben. Damit konnten wir auch jungen Menschen Antworten geben in den einzelnen Regionen des Landes und ihnen Ausbildungsplätze bieten. Das war eine richtige Entscheidung, dass sie eine Lehrstelle erhalten und Ausbildungen machen können. Diese Initiative wird es auch in Zukunft geben, weil wir gerade im Gebäudebereich wissen, dass ein großes Potenzial vorhanden ist. Hier wurden Förderprogramme geschaffen, die auf das Land und den Bund abgestimmt wurden. Aber es muss auch leistbar sein. Das ist die Gratwanderung, auf der wir uns heute befinden.

Es wird somit keine verpflichtenden Maßnahmen für Konsumenten geben?

Ich bin ein Verfechter davon, dass wir auf Landesebene damit arbeiten, dass es weiterhin Förderprogramme gibt. Es ist nicht vorgesehen, dass wir im Bereich Energie Maßnahmen vorsetzen. Das passiert nur dann, wenn auf EU- oder Bundesebene solche Beschlüsse gefasst werden. Wir müssen grundsätzlich den Konsument und den Verantwortlichen im Industriebetrieb mit Anreizsystemen überzeugen, dass diese Richtung eine wichtige Zukunftsinvestition ist. Derzeit geben uns die Zahlen Recht: Wir hatten noch nie so viele Förderansuchen wie bisher.

Wie sieht die Zukunft aus?

Wir werden im Jahr 2020 ganz anders diskutieren als heute. Es wird neue Entwicklungen geben. Wer hätte vor zehn Jahren über das Elektroauto geredet, mit dem man heute durchs Ländle fährt? Das Flotte-Projekt schafft Arbeitsplätze, bringt regionale Wertschöpfung im Land und deshalb ist die Energiezukunft für mich ein ganz entscheidender Wirtschaftsfaktor. Das gibt den Menschen Arbeit, Hoffnung und Zukunft. Gerade die jungen Menschen sind begeistert für diesen Themenbereich und darüber staune ich immer wieder.

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