22.12.2016
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Die Jungen starten zum Hindernislauf

Wenige Jobs in Aussicht

Die Statistik zeigt die Jugendarbeitslosenquoten in den Mitgliedsstaaten der EU im September 2016. Die Jugendarbeitslosenquote drückt die Zahl der arbeitslosen 15- bis 24-Jährigen als Anteil der Erwerbspersonen der gleichen Altersklasse aus, nicht den Prozentsatz der arbeitslosen Personen an der Gesamtbevölkerung im Alter von 15–24 Jahren. In Spanien lag die Jugendarbeitslosenquote im September 2016 saisonbereinigt bei rund 42,6 Prozent.

Wenige Jobs in Aussicht © Grafik: KEYSTONE, Quelle: Eurostat, Foto: Fotolia


Aufschwung am Jobmarkt kommt nicht bei allen an – EU-weit 25,2 Millionen (26,9 Prozent) Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht.

ERWARTUNGEN. Na gut, die Wirtschaft in Europa zieht langsam wieder an. Die Arbeitslosigkeit ist europaweit im September auf 8,5 Prozent gesunken, es scheint nach der großen Krise wieder aufwärts zu gehen.
Auch die lokalen Zahlen belegen eine leichte Entspannung. In Vorarlberg waren Ende November 2016 insgesamt 13.751 Personen beim AMS als arbeitslos gemeldet. Das ist ein Rückgang von 2,2 Prozent gegenüber dem November des Vorjahres.

Dennoch viele abgehängt

Dennoch fühlen sich immer mehr Menschen abgehängt. Und das durchaus zu Recht. Denn wie die deutsche Bertelsmann-Stiftung in ihrem aktuellen „Social Justice Index“ erhoben hat, sind EU-weit 118 Millionen Menschen akut von Armut bedroht – und zwar obwohl sie einen Vollzeitjob haben! Der Anteil dieser sogenannten „working poor“ ist in den vergangenen Jahren sogar von 7,2 Prozent der EU-Bevölkerung auf 7,8 Prozent angestiegen. Besonders schlimm betroffen sind Jugendliche in Griechenland, Italien, Spanien und Portugal. Jedes dritte Kind ist dort von Armut bedroht.

Eine Wirtschaft, die so niedrige Löhne bezahlt, dass die Menschen damit nicht ihr Auskommen finden können, gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Arbeit macht nur dann Sinn, wenn man von dem Lohn, den man dafür erhält, auch leben kann. „Ein steigender Anteil von Menschen, die dauerhaft nicht von ihrer Arbeit leben können, untergräbt die Legitimität unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung“, sagt denn auch der Vorsitzende der Bertelsmann-Stiftung, Aart De Geus. EU-weit seien 25,2 Millionen (26,9 Prozent) Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht.

Die südlichen EU-Länder haben zusätzlich mit dem Problem einer hohen Jugendarbeitslosigkeit zu kämpfen. In Italien etwa gehören fast ein Drittel der 20- bis 24-Jährigen dazu. Im Euroraum lag die Quote für die Jugendarbeitslosigkeit im September bei 20,3 Prozent – das entspricht 2,88 Millionen Menschen unter 25 Jahren. In der EU insgesamt waren es 18,2 Prozent beziehungsweise 4,13 Millionen Jugendliche. Auch hier sind die südeuropäischen Länder Griechenland und Spanien mit Quoten von zuletzt 42,7 und 42,6 Prozent am stärksten betroffen.

Geschenk zum Geburtstag

Kein Wunder, wenn Europas größte Jugendstudie – das multimediale Projekt „Generation What?“ mit knapp einer Million Teilnehmern – das Bild einer vorsichtig-skeptischen Jugend zeichnet. Eine Mehrheit der Befragten lehnt die Institutionen ab. Die Kirche ist unten durch bei den Jungen, Politikern vertraut man kaum. Und der eigenen Ausbildung schon gar nicht: Gerade mal ein Prozent der Befragten ist fest davon überzeugt, dass das Bildungssystem sie gut auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. Selbst unter den jungen Menschen, die schon arbeiten, muss jeder Dritte von zu Hause aus finanziell unterstützt werden.



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