16.5.2017
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Talent-Scout – Learning by Doing

Nachdem sich die Arbeiterkammer Vorarlberg im Jahr 2015 in der Studie „Europäisch, jung, mobil – Neue Zuwanderung nach Vorarlberg 2008 bis 2014“ mit Arbeitsmigrantinnen und -migranten vornehmlich aus der Europäischen Union beschäftigt hat, nahm sie nun den aktuellen Ereignissen folgend eine weitere Gruppe von Zuwandernden in den Fokus: nämlich jugendliche Flüchtlinge. Für deren Arbeitsmarktintegration hat die AK das Programm „Talent-Scout“ ins Leben gerufen. „Talent-Scout – Learning by Doing“ ist ein Pilotprojekt, initiiert und finanziert von der AK Vorarlberg und umgesetzt von der INTEGRA Vorarlberg im Jahr 2016, das noch auf keine Erfahrungswerte der Arbeit mit der Zielgruppe junger Geflüchteter aufbauen konnte. 

Hier wurde vielfach Neuland betreten, sowohl was das erst noch fehlende Wissen um die Heterogenität der Zielgruppe als auch was die notwendigen Angebote betraf. Entsprechend experimentell verlief die erste Phase des neu aufgesetzten Projekts Talent-Scout. Um die gewonnenen Erfahrungen zu systematisieren und das Erfahrungswissen festzuhalten, wurde eine wissenschaftliche Begleitung in Auftrag gegeben. In der Vollversammlung der AK vom 11. Mai 2017 hat die Studienautorin, Dr.in Eva Häfele, Sozialwissenschafterin aus Vorarlberg, die Ergebnisse vorgestellt.  

„Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Erwartungen an die Fähigkeit der Jugendlichen, an eine duale Ausbildung oder den Besuch einer weiterführenden Schule anzuschließen, nicht ihrem realen Vermögen entsprochen haben“, resümiert Dr.in Eva Häfele. Das ursprüngliche Konzept wurde daher im Projektverlauf an die Realität der Jugendlichen und ihrer Potenziale angepasst.

Mit einer gewissen Ernüchterung wurde von allen Projektbeteiligten festgestellt, dass die Jugendlichen nicht die erwarteten und erwünschten Fachkräfte von Morgen sind, vielleicht nicht einmal die Fachkräfte von Übermorgen. Es besteht aber die Chance, sie für den Weg zum Pflichtschulabschluss und dann in eine einfachere Lehre zu qualifizieren.

Wenn also solche Jugendliche zukünftig in eine duale Ausbildung wechseln werden, dann handelt es sich meist nicht um technisch oder handwerklich herausfordernde Lehrberufe, die einen ausgezeichneten Pflichtschulabschluss – mit entsprechenden Kenntnissen in Mathematik, EDV, Englisch und der Bildungssprache Deutsch – zur Voraussetzung haben, sondern eher um einfachere Lehrberufe.

Diese Chance sollte für möglichst viele dieser Jugendlichen aus heutigen Krisengebieten wahrgenommen werden, um zukünftige negative soziale Folgen und damit verbundene Kosten zu vermeiden.  

„Die gewonnen Erkenntnisse sollen für zukünftige Programme in diesem herausfordernden Arbeitsfeld genutzt werden können und sollen“, motiviert die Studienautorin zur Berücksichtigung der Ergebnisse ihrer Arbeit für ähnliche Projekte.

„Talent-Scout“ für Berufsfindung

Gezielte Heranführung von Asylwerbern und Asylberechtigten an den Arbeitsmarkt.

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