21.05.2014
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Nachhilfe: Situation von Kindern und Eltern bleibt angespannt

Die aktuelle Nachhilfestudie zeigt klar: Förderunterricht und Ganztagsschule entlasten die Eltern. Trotzdem ist die Lernbelastung im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben. Bundesweit bieten rund 40 Prozent der Schulen regelmäßig Förderunterricht an, in Vorarlberg ist es immerhin fast die Hälfte.   

Die Eltern-Befragung vom Institut für empirische Sozialforschung (IFES) ergab, dass der Bedarf für Nachhilfe ungebrochen hoch ist. Ein Fünftel der Eltern gab an, bezahlte Nachhilfe in Anspruch zu nehmen, dieser Wert veränderte sich gegenüber 2013 nicht. „Fast jeder zweite Befragte sagt, aufgrund der schulischen Nachmittagsbetreuung sei keine Nachhilfe mehr notwendig. Dies muss unmittelbare Auswirkungen auf schulpolitische Handlungen haben“, fordert Gerhard Ouschan, Leiter der AK-Bildungspolitik, den Ausbau der verschränkten Ganztagsangebote.  

Gestiegen ist jedoch die Inanspruchnahme unbezahlter Nachhilfe, weil viele Eltern sich schlichtweg keine bezahlte leisten können. „Mehr als die Hälfte der Eltern ist durch bezahlte Nachhilfe finanziell stark oder spürbar belastet. Das ist ein Alarmzeichen, weit über schulische Belange hinaus. Zudem wird Eltern von der Schule private Nachhilfe für ihre Kinder empfohlen, das ist bei den Kosten, die unser Schulsystem für den Steuerzahler sowieso schon verursacht, für mich nicht hinnehmbar“, empört sich Ouschan. Tatsächlich bestätigten 17 Prozent der Eltern, dass ihnen von der Schule zur Nachhilfe für ihr Kind geraten wurde. Die Hälfte der Eltern befolgt diesen Rat, 37 Prozent davon mit bezahlter Nachhilfe. „Entweder für außerschulische Nachhilfe zahlen oder den Schulerfolg der Kinder riskieren – das darf nicht sein“, sagt Ouschan.   

Vorarlberg belegt den unrühmlichen zweiten Platz

Die Gesamtbelastung für Nachhilfe beläuft sich für die davon betroffenen Haushalte in Vorarlberg im Schnitt auf 735 Euro. Damit steht Vorarlberg nach Wien (920 Euro) auf einem unrühmlichen zweiten Platz. Insgesamt geben die Eltern bis Ende des laufenden Schuljahres sechs Millionen Euro für Nachhilfe aus. Österreichweit sind es rund 109 Millionen Euro. 64 Prozent der Vorarlberger Eltern lernen täglich oder mehrmals pro Woche mit ihren Kindern. In der Volksschule sind es sogar 90 Prozent. Erschreckend auch die Tatsache, dass bereits bei vier Prozent der Volksschüler in bezahlte Nachhilfe investiert werden muss. 

„Wenn man bedenkt, dass 30 Prozent der Haushalte mit einem Einkommen bis 1600 Euro von der Schule die Empfehlung erhalten, Nachhilfe zu organisieren, dann stellt das die Bildungsgerechtigkeit in Frage und beinhaltet sozialpolitischen Sprengstoff.“, zeigt sich Gerhard Ouschan über die Entwicklung für einkommensschwache Familien besorgt. 

Ein Lichtblick ist die Tatsache, dass dort wo Unterricht, Üben, Sport und Freizeit über den ganzen Tag verteilt sind, die Eltern seltener mit den Kindern lernen müssen. „Der Ausbau der Ganztagsschulen ist unter strengen Qualitätskontrollen zu forcieren und die dafür vom Bund bereitgestellten finanziellen Mittel müssen auch tatsächlich eingesetzt werden“, fordert Ouschan. Die Schulfinanzierung solle sich mehr an der sozialen Lage der SchülerInnen orientieren. Es gebe genügend internationale, erfolgreiche Erfahrungen für eine indexbasierte Mittelverteilung. Die Regierung müsse das prüfen und ein Modell für Österreich entwickeln.

Tipps zur Nachhilfe
  • Fragen Sie Freunde oder Eltern nach guten Erfahrungen mit Nachhilfe-Lehrern.
  • Gute Nachhilfe orientiert sich nicht nur an den Defiziten der Schüler. Sie stellt die Potentiale der Kinder in den Mittelpunkt. Und hier gilt es für die Eltern nachzufragen, wie das geschieht. Also, die Qualifikation des Nachhilfe-Lehrers nachfragen.
  • Auf jeden Fall die Bindungsfristen nachfragen. Gute Institute orientieren sich am Bedarf des Kindes und nicht an einem langfristigen Geschäft
  • Es gibt unterschiedliche Lerntypen und auf die muss sich auch Nachhilfe einstellen können. Lernen bedeutet auf Bestehendem aufzubauen und da sollte man wissen, wie ein Kind tickt. (auditiv, visuell, kinästhetisch).
  • Unbedingt nach den Gruppengrößen nachfragen. Bis zu vier Kindern ist der Lernerfolg oft gleich groß wie bei einem Einzelunterricht. Fragen Sie auch unbedingt beim Gruppenunterricht nach Anzahl und Alter der Kinder. Bei zu vielen (mehr als acht) oder zu ungleicher Lernstufe ist der Lernerfolg gewöhnlich schlechter.
  • Preise und die Dauer der Lerneinheiten vergleichen
  • Achten Sie auf die Dauer der Unterrichtseinheiten. Lernpsychologisch sind 45 bis 50 Minuten mit zehnminütiger Pause ratsam
  • Achtung! Wenn manche Institute oder Privatlehrer zum Schüler kommen, verrechnen sie eine Fahrtpauschale oder einen höheren Stundenbeitrag.
  • Vereinbaren Sie einzelne Probestunden bevor längerfristige Kurse beginnen.


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