Lehrlinge an der Drehbank © ehrenberg-bilder , stock.adobe.com
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28.2.2018

Duale Ausbildung für die Arbeit der Zukunft

Der wachsenden Rolle digitaler Technologien in unserer Arbeits- und Lebenswelt entsprechend werden Fähigkeiten, mit diesen umzugehen und sie weiterzuentwickeln, immer wichtiger. Genauso aber werden analytische, soziale und kreative Kompetenzen sehr gefragt sein. Und insgesamt wird eine höhere Ausbildung, die auch praktische Kenntnisse vermittelt, immer wichtiger, während die Chancen von Jugendlichen, die nur einen Pflichtschulabschluss haben, sich weiterhin verschlechtern.

Die Lehre ist das bekannte und geschätzte Modell der dualen Ausbildung in Vorarlberg, das in vielen Branchen gute Einkommensaussichten eröffnet. Jugendliche absolvieren die Berufsausbildung zu 80 % praktisch im Ausbildungsbetrieb und zu 20 % durch Unterricht an einer Berufsschule. Im vergangenen Jahrzehnt haben sich jedoch immer weniger Jugendliche für eine Lehrausbildung entschlossen, brachen die Lehre häufiger ab oder schafften die Abschlussprüfung nicht. Das hat viel damit zu tun, dass wichtige qualitätssichernde Maßnahmen in der Lehre abgeschafft wurden. Daneben sind Ausbildungsbetriebe selektiver geworden und rechtfertigen sich damit, dass Lehranfänger wichtige Grundkompetenzen nicht ausreichend beherrschen würden. Und letztlich macht sich ein genereller Trend zu höheren Ausbildungen bemerkbar: Oft fürchten Eltern, dass ihre Kinder mit einer Lehrausbildung später keine weiterführende Ausbildung absolvieren können. 

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Grafik Lehrausbildung © Quelle: IHS / AK Vorarlberg, AK
Grafik Lehrausbildung © Quelle: IHS / AK Vorarlberg, AK

Wir brauchen ein Bildungssystem, das Jugendlichen die nötigen Kompetenzen für den Arbeitsmarkt der Zukunft vermittelt und Möglichkeiten zum Um- und Aufstieg bietet.

„Bildungskonto“  

Mit 1. Jänner dieses Jahres trat eine neue Fördermöglichkeit im Rahmen des Vorarlberger Bildungszuschusses in Kraft. Wenn bestimmte Kriterien erfüllt werden, kann nun auch für ein Lehrverhältnis in Vorarlberg ein „Bildungskonto“ in Anspruch genommen werden. Voraussetzung dafür ist, dass man vor Beginn der Lehre ein Jahr gearbeitet hat – davon die letzten sechs Monate in Vorarlberg - und einen wesentlichen Einkommensverlust hinnehmen muss.

10-Punkte-Programm für die Lehre

Duale Angebote müssen eine qualitätsvolle Berufsausbildung bieten, die nach oben durchlässig ist und den Boden für jede Art der Weiterbildung schafft. Sie müssen auf unterschiedliche Bedürfnisse abgestimmt sein und eine breitere Zielgruppe ansprechen. Die AK hat ein umfassendes 10-Punkte-Programm entwickelt, um die duale Ausbildung in Vorarlberg zu stärken. Das Programm ist bereits in der Umsetzung und wird von einer Koalition aus Wirtschaftskammer und Land Vorarlberg mitgetragen. Das duale Ausbildungsprinzip (praktische Ausbildung kombiniert mit Unterricht) sichert auch weiterhin die Lebensgrundlage, im Gegenzug sichern gut ausgebildete Fachkräfte die Innovation und Zukunftsfähigkeit Vorarlbergs.

Wir schaffen 

Perspektiven für Jugendliche mit Kompetenzdefiziten.

Die Ausweitung von Zusatzangeboten wie Nachhilfe, Persönlichkeitsentwicklung oder Prüfungsvorbereitungen. Die Polytechnische Schule in ihrer Funktion als Zubringerschule stärken. Pilotprojekte für eine zweijährige Lehre für bestimmte Zielgruppen und Berufe, wobei die Durchlässigkeit nach oben gewahrt bleiben soll. 

Standards und Maßnahmen für die Qualität der Ausbildung.

Ausbilderprüfungen, ein unabhängiges Monitoring der Lehrausbildung anhand von Qualitätskriterien und eine flächendeckende Ausbildungsdokumentation. Die Wiedereinführung von Kompetenzchecks im Rahmen von Zwischenprüfungen, die später auch auf die Lehrabschlussprüfung anrechenbar sind.

Attraktive Angebote und Bewusstsein für duale Bildungswege.

Berufsberatung und Orientierung, z. B. „Talentchecks“ oder Schnuppertage, an allen AHS. Der Ausbau von dualen Angeboten mit unterschiedlichem dualen Mix, z. B. „Lehre + BMS“ und „Lehre + Matura“ und entsprechende Pilotprojekte. Bewusstseinsbildung bei Eltern und Jugendlichen für die Vorteile einer dualen Ausbildung.

Lehrinhalte für digitalisierungsfitte Lehrlinge.

Eine Million Euro für alle Vorarlberger Berufsschulen von der AK zur Umsetzung von Digitalisierungsprojekten in der Lehrausbildung. 

Wir fordern

Die Neuorientierung des öffentlichen Fördersystems der Lehre. 

Einen Qualitätsbonus für Betrieb und Lehrling für entsprechende Erfolgsnachweise. Die Erprobung von finanziellen Anreizen für Betriebe bei Aufnahme zusätzlicher Lehrlinge. Anreize für Betriebe, Jugendliche ohne Lehrabschluss höher zu qualifizieren. Die Abschaffung der Lehrlingskündigung.

Sensibilisierung von Jugendlichen zum Thema Qualifikationsmangel.

Verstärkte Kommunikation der finanziellen Folgen für den persönlichen Er-werbsverlauf, zugeschnitten auf die Risikogruppe. 

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Kontakt

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Lehrlings- und Jugendabteilung

Widnau 2-4, 6800 Feldkirch

Telefon +43 50 258 2300
oder 05522 306 2300
E-Mail lehrlingsabteilung@ak-vorarlberg.at

Unsere Kontaktzeiten sind von Montag bis Donnerstag von 8 bis 12 und 13 bis 16 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr

oder nach telefonischer Vereinbarung

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„Bildungskonto“  

Mit 1. Jänner dieses Jahres trat eine neue Fördermöglichkeit im Rahmen des Vorarlberger Bildungszuschusses in Kraft. Wenn bestimmte Kriterien erfüllt werden, kann nun auch für ein Lehrverhältnis in Vorarlberg ein „Bildungskonto“ in Anspruch genommen werden. Voraussetzung dafür ist, dass man vor Beginn der Lehre ein Jahr gearbeitet hat – davon die letzten sechs Monate in Vorarlberg - und einen wesentlichen Einkommensverlust hinnehmen muss.