Ergebnisse der Umfrage „Ich glaub‘, ich krieg‘ die Krise“

Ich glaub ich krieg die Krise © Offensive Gesundheit, Offensive Gesundheit
In einer online-Befragung zu psychischen Folgen der Corona-Pandemie, haben über 1.100 Beschäftige aus dem Vorarlberger Gesundheits- und Sozialwesen Fragen zu ihrem Arbeitsalltag beantwortet. Seit dem Beginn der Krise im Frühjahr 2020, ist dieser Arbeitsalltag ein Ausnahmezustand und die Belastung dadurch hat für viele enorme psychische Auswirkungen.


Arbeiterkammer, Ärztekammer und mehrere Gewerkschaften haben sich daher zusammen dem Thema angenommen und im Rahmen der „Offensive Gesundheit“ die Befragung im Sommer 2021 gestartet. Nun liegen die Ergebnisse für die Teilnehmer:innen aus Vorarlberg vor.

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Kurzarbeit und Homeoffice? Nicht im Gesundheits- und Sozialwesen!


Grafische Auswertung zur Studie "Ich glaub ich krieg die Krise" © Offensive Gesundheit

Der Anteil jener, die regelmäßig mehr als vereinbart arbeiten, ist im Vergleich zu 2018 um 3,0% gestiegen. Die ohnehin hohen Belastungen durch die Arbeitszeit sind extrem gewachsen. Arbeitnehmer:innen, die angegeben haben, regelmäßig mehr als vereinbart gearbeitet zu haben, waren besonders von Depressions- und Angstsymptomen betroffen. 

"Die personelle Situation hat sich seit der Pandemie deutlich verschärft. Personalengpässe im  bestehenden Team, Kündigungen, Langzeitkrankenstände und die Suche nach neuem Personal machen die tägliche Arbeit zur Zerreißprobe."

Ein Teilnehmer der Umfrage

Fachsozialbetreuer/-in (FSB)

 

Depressionen, Angst, Schlafprobleme, Vergesslichkeit und Konzentrationsprobleme

Auch in der Langzeitpflege und diversen Hilfstätigkeiten waren die Symptome häufiger anzutreffen. Oft trifft es junge Arbeitnehmer:innen besonders hart.

Grafische Auswertung zur Studie "Ich glaub ich krieg die Krise" © Offensive Gesundheit

Die Studie reiht sich damit in die Ergebnisse zahlreicher internationaler Studien ein und bestätigt, dass Menschen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich im Vergleich mit der Gesamtbevölkerung schwerer psychisch belastet sind (obwohl überall angestiegen).

Pflegenotstand versus Arbeitsbedingungen versus Fachkräftemangel

Kein Wunder, dass unter den hier beschriebenen Bedingungen, einige Menschen einen Job im Gesundheits- und Sozialwesen eher meiden. Aber nicht nur das: selbst Arbeitnehmer:innen, die bereits in diesen Berufen tätig sind, denken vergleichsweise häufig an einen Berufswechsel. 

Grafische Auswertung zur Studie "Ich glaub ich krieg die Krise" © Offensive Gesundheit


30,0% denken monatlich oder öfter an Berufsausstieg. Die Corona-Krise hat die bereits 2018 drastische Lage weiter eskaliert. Besonders beachtlich dabei der Zuwachs in den Antwortmöglichkeiten „wöchentlich“ und „täglich“. Eine große Gefahr für eine weitere Verschärfung der Personalsituation durch vorzeitige Berufsausstiege.

"Pflege soll endlich die Anerkennung und die Rahmenbedingungen bekommen die sie verdient hat!!"

EINE Teilnehmerin der Umfrage 

Gehobener Dienst (DGKP)

Infos zur Umfrage

Offensive Gesundheit: Gewerkschaften (GÖD, GPA, vida, younion), Wiener Ärztekammer, AK Wien
Zielgruppe: Angehörige von gesetzlich geregelten Gesundheitsberufen sowie Personen aus Administration, Service, Technik im Gesundheits- und Sozialwesen
Befragungszeitraum: 14. Juni 2021 bis 16. August 2021
Teilnahme über PC oder Smartphone/Tablet
Beteiligung: Gesamtstudie: 6.969 auswertbare Antworten in Ö / Davon 1.169 aus Vorarlberg


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