Mindestlohn, weil man von Arbeit leben können muss

Untergrenze. Im Januar 2016 gab es in 22 der 28 EU-Mitgliedsstaaten (mit Ausnahme von Dänemark, Italien, Zypern, Österreich, Finnland und Schweden) nationale Mindestlöhne. Sie reichten von 235 Euro in Bulgarien bis hin zu 1999 Euro in Luxemburg. Die österreichische Bundesregierung hat nun mit ihrem neuen Regierungsprogramm die Sozialpartner ersucht, bis Ende Juni das heiße Eisen Arbeitszeitflexibilisierung zu schmieden und sich auf einen Mindestlohn zu einigen. Die Forderung ist nicht neu. AK und Gewerkschaft verlangen schon seit geraumer Zeit eine absolute Untergrenze von 1700 Euro monatlich.

Das von der Industriellenvereinigung wesentlich getragene Institut EcoAustria hat 356.000 Beschäftigte als potenzielle Nutznießer errechnet – 149.000 Teilzeit- und 207.000 Vollzeitbeschäftigte. Ihr Stundenlohn würde bei 1500 Euro brutto 8,67 Euro brutto betragen. Was das kosten würde – darüber gehen die Schätzungen auseinander. Dass freilich auch ein gesetzlicher Mindestlohn keinen Garant für bare Münze bietet, hat gerade die deutsche Hans-Böckler-Stiftung errechnet. 2015 bekamen knapp die Hälfte der geringfügig beschäftigten Deutschen weniger als jene 8,50 Euro brutto die Stunde, die Arbeitgeber damals mindestens zahlen mussten.

Mindestlöhne in der EU © Grafik: KEYSTONE Quelle: Eurostat, AK Vorarlberg
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